Bundestag gedenkt 80 Jahre Kriegsende – Mahnung für Frieden, Freiheit und Demokratie

Am 08.05.2025 versammelte sich der Deutsche Bundestag zu einer Gedenkstunde, um des 80. Jahrestags des Kriegsendes am 8. Mai 1945 zu gedenken. Unter dem ehrwürdigen Dach des Plenarsaals erinnerten Abgeordnete und Gäste in mahnenden Worten an das unfassbare Ausmaß deutscher Verbrechen im Zweiten Weltkrieg – und betonten zugleich, wie untrennbar dieses historische Datum mit der aktuellen Verteidigung von Frieden, Freiheit und Demokratie verknüpft ist.

„Tag der Befreiung – und Mahnung“
In seiner Hauptrede würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zunächst den unverzichtbaren Beitrag aller Alliierten zum Sieg über die NS-Diktatur. Er hob insbesondere das Opfer der Roten Armee hervor, deren Soldaten mit Millionen Toten zur Befreiung Europas beitrugen. Gleichzeitig verwarf er die russische Staatspropaganda, die den Kampf gegen den Nationalsozialismus heute für eigene imperiale Ziele missbrauche:

„Diese Geschichtslüge ist nichts als eine Verbrämung imperialen Wunsches, schweren Unrechts und schwerster Verbrechen.“

Mit Blick auf den andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stellte Steinmeier unmissverständlich klar, dass Putins völkerrechtswidriger Feldzug nichts mit dem Kampf gegen Faschismus zu tun habe. Der russische Botschafter war von der Veranstaltung nicht eingeladen – ein bewusstes Signal an Moskau.

Bruchlinien in der Erinnerungskultur
Der 8. Mai war für Deutschland lange Zeit ein ambivalentes Datum. War es zu Beginn vor allem ein Tag der Scham über Trümmer, Flucht und Vertreibung, so wurde er in der DDR pompös als „Tag der Befreiung“ gefeiert. Kritiker warnten, damit werde die eigene Verantwortung bagatellisiert. Auch heute gibt es Stimmen im Parlament, die einem „Schlussstrich unter die Vergangenheitsbewältigung“ das Wort reden. Ohne sie beim Namen zu nennen, verurteilte Steinmeier Abgeordnete, die die historische Aufarbeitung erschweren.

„Frieden, Freiheit, Demokratie müssen Tag für Tag aufs Neue verteidigt werden – und das geht nur mit dem Blick zurück.“

Zwischen persönlicher Erinnerung und politischer Funktion
Auf den Straßen Thüringens und Nordrhein-Westfalens zeigte sich: Für viele Bürgerinnen und Bürger ist der 8. Mai mehr als ein historischer Jahrestag. Eine Kriegs- und Fluchtgeneration empfindet ihn als Neuanfang, eine Mahnung an nachfolgende Generationen. „Ich bin noch ein Kriegskind“, sagt eine Besucherin. „Der 8. Mai ist der Start unserer Demokratie.“

Im Deutsch-Russischen Museum Karlshorst, wo am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation unterzeichnet wurde, sind die historischen Wunden noch greifbar. Museumsleiter Dr. Jörg Moreh berichtet von kontroversen Diskussionen mit Besuchern, wenn etwa eine ukrainische Fahne am Haus zum Solidaritätszeichen mit der Ukraine hängt. Sein Credo: Authentische Orte der Erinnerung wecken mehr Interesse, als festgefahrene Rituale.

„Schickt die jungen Menschen an die Orte, an denen Geschichte passiert ist. Dort begreifen sie, warum Gedenken lebenswichtig bleibt.“

Ein Zukunftsblick aus der Vergangenheit
Die Gedenkstunde im Bundestag machte deutlich: Der 8. Mai ist mehr als Rückblick. Er ist Auftrag und Verpflichtung zugleich – in Zeiten erstarkender nationalistischer und rechtspopulistischer Bewegungen in Europa und darüber hinaus. Deutschland bleibt in der Verantwortung, sich der Vergangenheit zu stellen, Lehren daraus zu ziehen und die Grundlagen von Freiheit und Demokratie täglich neu zu verteidigen.

Der teuerste Umzug der Geschichte: Als die Rote Armee ging

MASTER-PROMPT HOOK - Profil Rückzug einer Supermacht: Das Ende der Westgruppe Am Fährhafen Mukran rollten Panzer auf Schiffe, während Offiziere in Wünsdorf ihren Hausrat verkauften. Der Abzug von 500.000 Sowjetsoldaten war ein logistischer Kraftakt zwischen Demütigung und Diplomatie. MASTER-PROMPT Teaser JP (Reflective) Der letzte Appell in Wünsdorf Ein verlassenes Hauptquartier, in dem noch das Echo der Befehle hallt, und Offiziere, die ihre Orden gegen D-Mark tauschen. Die Stimmung schwankte zwischen der Erleichterung über den Frieden und der tiefen Verunsicherung vor der Rückkehr in ein zerfallendes Reich. Es war das Ende einer Ära, das sich weniger in großen Gesten als in der Stille leerer Kasernen manifestierte. Man spürte die Zäsur, die diesen Moment begleitete, als eine Weltmacht ihre Koffer packte und eine Lücke hinterließ, die politisch wie menschlich nur schwer zu füllen war. MASTER-PROMPT Teaser Coolis (Neutral) Bilanz eines historischen Abzugs: 1994 verließ die Rote Armee Deutschland Mit dem Start der letzten Iljuschin in Sperenberg endete im September 1994 die fast 50-jährige sowjetische Militärpräsenz auf deutschem Boden. Zurück blieben ökologische Altlasten und eine neu geordnete geopolitische Landkarte. Am 31. August 1994 verabschiedeten Helmut Kohl und Boris Jelzin in Berlin offiziell die letzten russischen Truppen. Nach dem Zwei-plus-Vier-Vertrag verließen rund 500.000 Soldaten und zivile Angestellte der Westgruppe die ehemaligen DDR-Gebiete. Deutschland finanzierte den Rückzug und den Wohnungsbau in der Heimat mit Milliardenbeträgen, während die ökologische Sanierung der militärischen Liegenschaften bis heute andauert.