Mario Voigt (CDU) fordert pragmatischen Umgang mit der AfD und sondiert neue Bündnisse

Thüringens CDU-Chef Mario Voigt fordert eine neue Strategie im Umgang mit der AfD und spricht sich für mehr Pragmatismus aus. Seiner Meinung nach sollte man Anträge der AfD im Thüringer Landtag nicht pauschal ablehnen, sondern sich mit den Inhalten auseinandersetzen. „Es ist eine Frage der politischen Klugheit, sich auch die Sachargumente oder Ideen der Opposition gut anzuhören“, so Voigt in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe. Dabei betont er, dass die AfD als demokratisch gewählte Partei einen Anspruch auf parlamentarische Mitwirkung habe, was auch Positionen wie den Vorsitz in Ausschüssen oder den Posten des Vizepräsidenten des Landtags betreffe. Laut Voigt sei eine Blockadehaltung gegenüber der AfD langfristig nicht zielführend. In Bezug auf den Richterwahlausschuss fordert er, dass man mit der AfD ins Gespräch kommen müsse, um sicherzustellen, dass die politische Arbeit in Thüringen voranschreitet. Eine völlige Verweigerungshaltung schade der Handlungsfähigkeit des Landes, etwa wenn es über Jahre hinweg nicht gelinge, neue Richter zu berufen.

Trotz seiner Forderung nach einem offeneren Umgang mit der AfD betont Voigt jedoch, dass dies nicht bedeute, der AfD grundsätzlich eine größere Rolle zuzugestehen. Einen AfD-Landtagspräsidenten lehnt er weiterhin entschieden ab. Für ihn gehe es vielmehr darum, eine funktionierende Zusammenarbeit im Sinne der politischen Verantwortung sicherzustellen, ohne die demokratische Ordnung zu gefährden.

Neben der AfD-Problematik steht Voigt auch vor einer weiteren Herausforderung: die Bildung einer stabilen Regierungskoalition in Thüringen. Aktuell führt die Thüringer CDU daher vertrauliche Optionsgespräche mit dem Bürgerbündnis BSW und der SPD, um eine mögliche Dreier-Koalition zu sondieren. Diese Konstellation sieht Voigt als einzige realistische Möglichkeit, eine stabile Regierung zu bilden, ohne den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gegenüber der AfD und der Linken zu verletzen. Eine Minderheitsregierung möchte er vermeiden.

Während Voigt in diesen Gesprächen einen pragmatischen Ansatz verfolgt, steht CDU-Bundeschef Friedrich Merz einer möglichen Koalition mit dem BSW kritisch gegenüber. Merz hält diese für „sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich“ und kritisiert insbesondere die außenpolitischen Positionen des BSW, das sich unter anderem gegen die USA und für Russland ausspreche. Dennoch traf sich Voigt kürzlich mit Sahra Wagenknecht, um über die politischen Herausforderungen in Thüringen zu sprechen, und signalisiert damit, dass er auf Landesebene weniger dogmatisch agieren möchte als die Bundespartei. Voigt sieht in Thüringen die Notwendigkeit, pragmatische Lösungen zu finden, um die politische Handlungsfähigkeit zu gewährleisten und gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden.

Verschrottete Zukunft: Wie die DDR ihre Automobil-Visionäre ausbremste

Teaser 1. Persönlich (Max. 500 Zeichen) Ein Leben für den Schrottplatz. Stellen Sie sich vor, Sie bauen das perfekte Auto – modern, sicher, seiner Zeit voraus. Sie stecken Jahre Ihres Lebens, all Ihr Herzblut hinein. Und dann kommt der Befehl von ganz oben: "Vernichten." Genau das erlebten die Ingenieure in Zwickau. Sie mussten zusehen, wie ihr genialer P603, der "Golf des Ostens", zerstört wurde. Eine bewegende Geschichte über zerplatzte Träume und den Schmerz, wenn die eigene Vision verboten wird. 2. Sachlich-Redaktionell (Max. 500 Zeichen) Geheime Prototypen enthüllt. Der Trabant galt als Symbol der Rückständigkeit. Doch neue Recherchen zeigen: Die DDR-Ingenieure waren der Weltklasse ebenbürtig. Bereits in den 60ern standen in Zwickau und Eisenach serienreife Modelle bereit, die technisch und optisch westliche Standards übertrafen. Wir analysieren, warum Politbürokraten 1968 die Notbremse zogen, Innovationen verboten und damit den wirtschaftlichen Untergang der DDR-Autoindustrie besiegelten. 3. Analytisch & Atmosphärisch (Max. 500 Zeichen) Stillstand per Dekret. In den staubigen Archiven schlummert eine alternative Realität. Konstruktionszeichnungen zeigen schnittige Coupés und moderne Kleinwagen, die nie eine Straße berührten. Die Geschichte der nie gebauten DDR-Autos ist ein Lehrstück über die Lähmung einer Planwirtschaft. Während Ingenieure die Zukunft entwarfen, regierte im ZK die Angst vor "Playboy-Autos". Ein atmosphärischer Blick in eine Ära, in der Innovation nicht als Chance, sondern als Gefahr galt.

Hermann Henselmann: Der Architekt, der Ideologie in Stein meißelte

Persönlicher Teaser Er baute Kulissen für die Ewigkeit. Hermann Henselmann war kein einfacher Architekt, er war ein Verwandlungskünstler zwischen den Fronten der Weltgeschichte. Ich finde es faszinierend, wie ein Mann, der in der klaren Ästhetik des Bauhauses startete, zum Schöpfer der pompösen DDR-Prachtmeilen wurde, nur um am Ende von grauen Betonplatten an den Rand gedrängt zu werden. Seine Geschichte ist für mich der Beweis, dass Talent allein nicht reicht – man muss den Zeitgeist nicht nur verstehen, sondern ihn formen wollen, selbst wenn der Preis dafür die eigene künstlerische Seele ist. Ein Leben wie ein Roman aus Stein. 3 Vorschläge für Überschriften Vom Bauhaus zum Zuckerbäcker: Die zwei Leben des Hermann Henselmann Architekt der Macht: Wie Henselmann Ostberlin erfand Glanz, Elend und Platte: Das steinerne Erbe der DDR

Die Organisation der Kraftstoffversorgung in der DDR durch das Kombinat Minol

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL: Hook: Das System der Kraftstoffversorgung in der DDR funktionierte nach Regeln, die sich nicht an Marktkräften, sondern an Planvorgaben orientierten. Teaser: Wer heute an die rot-gelben Säulen zurückdenkt, erinnert sich oft an den spezifischen Geruch des Zweitaktgemischs und den obligatorischen Reservekanister im Kofferraum. Die Versorgungssicherheit war ein ständiges Thema in einer Gesellschaft, in der Mobilität zwar gewünscht, aber infrastrukturell oft limitiert war. Das Netz der Tankstellen war dünn, die Wege oft weit, und die Organisation des Tankens erforderte vorausschauendes Handeln. Die Marke Minol stand dabei symbolisch für den Versuch, innerhalb der Mangelwirtschaft eine verlässliche Struktur zu bieten. Lösungen wie die Nachttankbox zeugen von einem Pragmatismus, der notwendig war, um Lücken im System zu schließen. Gleichzeitig offenbarte die Existenz der Intertank-Stationen die wirtschaftliche Notwendigkeit, Devisen zu generieren. Nach 1989 vollzog sich der Wandel radikal. Die Privatisierung und der Verkauf der ostdeutschen Mineralölwirtschaft beendeten nicht nur ein staatliches Monopol, sondern veränderten auch die physische Landschaft entlang der Straßen nachhaltig. B) SEITE 1 und 2 (Kontext); Hook: Die staatlich fixierten Preise für Benzin blieben in der DDR über fast drei Jahrzehnte hinweg unverändert stabil. Teaser: Hinter dieser Preisstabilität stand ein komplexes Subventionssystem, das die realen Kosten der Energieversorgung verschleierte. Das Kombinat Minol verwaltete als Monopolist die gesamte Kette von der Raffinerie bis zum Endverbraucher. Mit nur etwa 1.300 Tankstellen für das gesamte Land war die Infrastruktur jedoch chronisch unterdimensioniert. Der Übergang in die Marktwirtschaft in den frühen neunziger Jahren offenbarte den massiven Investitionsstau und führte zur vollständigen Neuordnung des Marktes, in deren Folge die traditionelle Marke fast gänzlich verschwand.