Schulkunst im Denkmal: Kreative Visionen für Eisenhüttenstadts Gesamtschule

Die Gesamtschule 3 mit gymnasialer Oberstufe in Eisenhüttenstadt ist ein einzigartiges Beispiel für die Verbindung von historischem Erbe und moderner Bildung. Der 1957 errichtete Schulkomplex ist als Einzeldenkmal innerhalb des Flächendenkmals Eisenhüttenstadt anerkannt, was spezielle Anforderungen an seine Sanierung und Erweiterung stellt. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass die Schule nicht nur ihre bauliche Substanz erhalten, sondern auch den wachsenden Anforderungen an den Bildungsbetrieb gerecht werden muss.

Im Jahr 2015 stellte die Schule fest, dass bestimmte räumliche und funktionale Vorgaben nicht mehr erfüllt werden konnten. Insbesondere fehlten geeignete Räume, die modernen pädagogischen Konzepten wie der Gruppenarbeit gerecht werden. Zudem zeigte sich, dass der Hausmeister unter verbesserten Bedingungen arbeiten sollte. Diese Erkenntnisse führten 2018 zur Antragstellung für eine Erweiterung des Schulgebäudes. Was zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht absehbar war, war das starke Wachstum der Schule. Mittlerweile lernen dort über 750 Schülerinnen und Schüler, unterstützt von einem engagierten Kollegium, das aus acht Lehrkräften besteht.

Die geplante Erweiterung stellt eine besondere Herausforderung dar. Einerseits soll ein moderner und nachhaltiger Bau entstehen, andererseits müssen die Planer die Denkmalschutzvorgaben berücksichtigen. Diese Balance zu finden, ist keine leichte Aufgabe, zumal die Erweiterung auch den Spagat zwischen Denkmalschutz und Kunst am Bau schaffen muss. Kunst am Bau ist ein wichtiger Bestandteil zeitgemäßer Schulneubauten, die nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend sein sollen. Ziel ist es, mindestens den Bronze-Status als zertifizierter nachhaltiger Bau zu erreichen.

Ein wesentliches Element des Erweiterungsprojekts ist die Einbindung der Schülerinnen und Schüler in die Gestaltung des neuen Gebäudes. In Zusammenarbeit mit dem Museum Utopie und Alltag in Eisenhüttenstadt entwickelten sie während einer Sommerkunstschule zahlreiche kreative Ideen für die künstlerische Gestaltung der Außenwand des zweiten Erweiterungsbaus. Diese bietet mit ihren 12 Quadratmetern Fläche ideale Voraussetzungen für die Umsetzung von Kunst am Bau. Bereits 1957, als die Schule von Otto Lopau entworfen wurde, spielten künstlerische Elemente wie Mosaiken, Wandbilder und Brunnen eine wichtige Rolle im Schulkomplex. Diese Tradition soll nun fortgeführt werden.

Unter dem Motto „Ein Wandbild macht Schule“ entwickelten die Schülerinnen und Schüler in drei Workshops verschiedene Ideen, die teilweise technisch anspruchsvoll sind. Eine Herausforderung bestand beispielsweise darin, den Tanz auf eine Wand zu bringen. Hierzu wurden interaktive Elemente diskutiert, wie die Integration von Monitoren, auf denen Aufnahmen abgespielt werden können, sowie die Möglichkeit, abstrakte Formen und Klanginstallationen zu kombinieren.

In einem anderen Workshop entstand die Idee, Keramikfliesen zu verwenden, die interaktive Klänge erzeugen können. Diese Fliesen sollen elektronisch verstärkt werden, sodass sie beim Anschlagen Töne erzeugen, die sich zu Rhythmen und Klangcollagen verbinden lassen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten auch daran, eine visuelle Sprache für diese Klänge zu entwickeln, sodass die entstandenen Melodien und Rhythmen reproduziert werden können. Neben der technischen Umsetzung lag der Fokus auch auf der künstlerischen Gestaltung der Wand. In einem weiteren Workshop unter der Leitung von Tim Köhler wurden verschiedene Kunstrichtungen erforscht, die als Inspiration für das Wandbild dienen sollen. Graffiti-Art, Mural-Art und Einflüsse aus der lateinamerikanischen Kunst sowie moderne Kunst und die Lebenswelt der Teenager wurden miteinander kombiniert, um ein einzigartiges Wandbild zu schaffen.

Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Gestaltung der Schule ermöglichte den Schülerinnen und Schülern nicht nur einen kreativen Ausdruck, sondern auch eine tiefergehende Beschäftigung mit der Geschichte ihrer Schule. Sie lernten, die Vergangenheit zu schätzen und gleichzeitig ihre Visionen für die Zukunft einzubringen. Auch wenn nicht alle Ideen umgesetzt werden können, ist der Prozess selbst von unschätzbarem Wert. Er zeigt, dass die Gesamtschule 3 nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der kreativen Entfaltung und der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ist.

Wie die endgültige Gestaltung der Wand aussehen wird, bleibt spannend. Die Ergebnisse der Sommerkunstschule bieten jedoch einen faszinierenden Ausblick auf die zukünftige Verbindung von Kunst, Geschichte und Bildung an dieser besonderen Schule. Die kreativen Impulse der Schülerinnen und Schüler werden sicherlich dazu beitragen, das architektonische Erbe der Schule mit der modernen Schulkultur in Einklang zu bringen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Überraschungen die nächste Sommerkunstschule bereithalten wird und wie sich die Schule weiterentwickeln wird, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

Bärbel Bohley und die Entstehung der Opposition in der DDR

Journalistischer Text - Seite (Teaser) Die Entscheidung zur Rückkehr in ein geschlossenes System Ein schmuckloses Dokument und der Wille einer einzelnen Frau standen gegen den Apparat eines ganzen Staates. Ich betrachte diesen Lebensweg und sehe, wie Bärbel Bohley im August 1988 eine Entscheidung traf, die für viele Außenstehende kaum nachvollziehbar war. Anstatt im sicheren Westen zu bleiben, kehrte sie in die DDR zurück, wohlwissend, dass dort erneute Überwachung und Gängelung auf sie warteten. Diese individuelle Haltung, im Land zu bleiben, um es zu verändern, erscheint mir als der eigentliche Kern des späteren Umbruchs. Es fällt auf, dass die Gründung des Neuen Forums im Herbst 1989 kein spontaner Akt war, sondern die Folge dieser beharrlichen Vorarbeit. Wenn ich auf den 9. November blicke, sehe ich nicht nur die jubelnde Masse an der Grenze, sondern auch die Pressekonferenz in einem Hinterhof, bei der Bohley die Legalität der Opposition verkündete. Es waren diese kleinen, fast unsichtbaren Momente der Organisation, die das Fundament für die friedliche Revolution legten.

Der Preis der Freiheit: Von der Grenze nach Bautzen II

HOOK - Profil Fluchtversuch endet im Kugenhagel Zwei Männer verlassen den Campingplatz unter dem Vorwand, Pilze zu suchen, während ihre Frauen zum Einkaufen fahren. Fünfzehn Kilometer später stehen sie im Niemandsland an der tschechischen Grenze, bevor Schüsse die Stille durchbrechen. TEASER JP (Reflektierend) Wenn die Freiheit lebensgefährlich wird Der Plan scheint perfekt durchdacht, die Route über die Grenze sorgfältig gewählt und das Werkzeug bereitgelegt. Doch im entscheidenden Augenblick im September 1983 entscheiden nicht mehr die eigenen Vorbereitungen, sondern die Reaktionen der Grenzposten über Leben und Tod. Gerhard Valdiek erlebt nach einem gescheiterten Fluchtversuch die Härte des DDR-Strafvollzugs in Bautzen II, isoliert in einer engen Zelle. Für manche, die diesen Weg wählten, wurde die Ungewissheit der Haft zur eigentlichen Prüfung, während das Warten auf einen möglichen Freikauf durch den Westen zur einzigen verbleibenden Hoffnung wurde. TEASER Coolis (Neutral) Vom Grenzstreifen in die Isolationshaft Im September 1983 versuchen zwei Männer, über die Tschechoslowakei in den Westen zu gelangen, werden jedoch im Grenzgebiet entdeckt und beschossen. Einer von ihnen ist Gerhard Valdiek, der schwer verletzt festgenommen und an die Staatssicherheit übergeben wird. Nach seiner Verurteilung wegen Republikflucht verbüßt Valdiek eine Haftstrafe im Gefängnis Bautzen II. Dort muss er unter strengen Sicherheitsvorkehrungen Zwangsarbeit im Schichtdienst leisten. Erst im Juni 1984 erfolgt im Rahmen eines Häftlingsfreikaufs durch die Bundesrepublik Deutschland seine Abschiebung in das Notaufnahmelager Gießen, woraufhin wenige Wochen später auch seine Familie ausreisen darf.

Geralf Pochop und der Punk-Widerstand in der DDR

Ein kalter Wind weht durch das Waldstück bei Halle, als Männer in Ledermänteln einen Jugendlichen aus dem Auto zerren und ihn vor die Wahl stellen: Verrat oder Untergang. Die Stille zwischen den Bäumen wirkt bedrohlicher als jedes Verhörzimmer der Staatssicherheit. Geralf Pochop erlebt in den achtziger Jahren, wie der DDR-Staat jugendliche Punks systematisch kriminalisiert, inhaftiert und schließlich zur Ausreise zwingt, nur weil sie anders aussehen wollen. Der Zeitzeuge berichtet von Willkür und Widerstand kurz vor dem Mauerfall.

Honeckers heimlicher Milliardär: Die Akte Schalck-Golodkowski

Persönlicher Teaser (Social Media / Newsletter) Gier kennt keine Farbe. Nicht einmal das Rot der DDR-Flagge. Vergessen Sie alles, was Sie über die "gute alte Planwirtschaft" zu wissen glaubten. Die Wahrheit ist dreckiger. Während Honecker winkte, schaufelte ein Mann im Hintergrund Milliarden. Alexander Schalck-Golodkowski war das Phantom der DDR – ein Genosse, der wie ein Gangsterboss agierte. Waffenhandel, Kunstraub und der Verkauf von Menschenleben gegen Devisen: Das war der wahre Motor des "Arbeiter- und Bauernstaates". Besonders bitter: Der Westen spielte mit. Franz Josef Strauß und der Milliardenkredit? Weniger Nächstenliebe, mehr knallharte Profitgier. Dieses Kapitel der Geschichte tut weh, weil es zeigt, dass Moral im Kalten Krieg oft nur eine Währung war – und zwar eine sehr weiche. Wer DDR-Nostalgie hegt, sollte diese Fakten kennen. Sie sind das Gegengift zu jeder Verklärung.