Vom Plattenbau zum Waldparadies: Katrin und Christian leben ihren Traum vom Ausstieg

Vor einigen Jahren lebten Katrin Busch und Christian Wichmann in Magdeburg Nord in einem Plattenbau. Das Leben dort war ziemlich beengt. Die Wände waren dünn, und selbst die kleinsten Geräusche der Nachbarn waren zu hören, selbst wenn man in der Badewanne lag. Diese enge Wohnsituation war für sie auf Dauer sehr belastend. Heute ist ihr Leben ganz anders. In ihrem neuen Zuhause genießen sie die Ruhe und die Nähe zur Natur. Morgens werden sie vom Gezwitscher der Vögel geweckt, und abends können sie das Lied der Nachtigall hören.

Katrin und Christian, gebürtige Querfurter, haben sich in der Nähe von Haldensleben niedergelassen. Ihr Heim liegt eingebettet in einen fast einen Hektar großen Wald. Neben ihrem Häuschen gibt es eine Werkstatt, einen Kohleschuppen und eine Garage. Diese Umgebung bietet ihnen die Ruhe und Geborgenheit, die sie sich gewünscht haben. Die frische Luft ist in dieser ländlichen Idylle im Überfluss vorhanden.

Katrin Busch arbeitet als Sozialarbeiterin, während sich Christian Wichmann um den Hof und den Wald kümmert. Nebenbei betreiben die beiden unter dem Label „Zauberwald“ eine kleine Werkstatt, in der sie Kinderspielzeug aus Holz herstellen. Sie verwenden hauptsächlich Holz, das im Wald anfällt, wie Sturmbruchholz oder Käferholz, ohne Bäume extra zu fällen.

Trotz ihrer Entscheidung, als Aussteiger zu leben, sind sie in ihrem „Zauberwald“ keineswegs einsam. Es ist immer etwas los, und sie legen großen Wert darauf, ihre besondere Umgebung mit anderen zu teilen. Freunde berichten oft, dass ein Besuch bei Katrin und Christian wie ein kleiner Urlaub ist. Sie erleben dort eine Auszeit und empfinden den Ort als Ruhepol, der in harmonischer Verbindung mit dem Wald steht.

Für Katrin und Christian bedeutet Aussteigen, ihre Zeit nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Das umfasst unter anderem das Rasenmähen an Sonntagen oder Arbeiten an Feiertagen, ohne sich um Nachbarn kümmern zu müssen. Sie können tragen, was sie möchten, selbst wenn ihre Kleidung Löcher hat, oder im Winter nackt durch ihr Grundstück laufen. Für sie ist genau das der wahre Sinn des Aussteigens.

Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf