3000 Nachwuchsfußballer messen sich beim „SaaleCup Jena“

Jena. Zum zweiten Mal veranstaltet die Fußballabteilung des SV Schott in diesem Sommer wieder den „SaaleCup Jena“. Vom 14. bis zum 16. Juni werden Nachwuchsmannschaften aus ganz Deutschland und darüber hinaus nach Jena reisen, um sich im Sportzentrum Oberaue sportlich zu messen.

„Der großartige Erfolg des SaaleCup 2023 hat uns die Entscheidung leicht gemacht, das Turnier auch 2024 durchzuführen“, sagt Wolfgang Grüneberg-Lemke vom SV Schott Jena. Der Verein organisiert das Turnier in Kooperation mit der „Ballfreunde GmbH“.

Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche übernommen: „Ich freue mich sehr, dass Jena erneut Gastgeber für so viele begeisterte Sportlerinnen und Sportler sowie ihre Familien sein wird und wünsche allen Teilnehmenden maximale sportliche Erfolge.“

3000 Teilnehmer – aus allen Bundesländern und weit darüber hinaus

Der SaaleCup richtet sich an Fußballer der Jahrgänge 2018 bis 2009 – also der Mannschaften U7 bis U15. Die rund 3000 Teilnehmer werden von Freitagabend bis Sonntagnachmittag auf 13 Plätzen in der Oberaue die besten ihrer Altersklasse ermitteln. „Mit aktuell 140 Teams haben wir einen neuen Teilnahme-Rekord“, so Grüneberg-Lemke. Mannschaften aus fast allen Bundesländern seien dabei, das Team mit der weitesten Anreise kommt aus Südafrika. Auch alle zehn Nachwuchsmannschaften des SV SCHOTT – von U7 bis U15 – werden am Start sein. Für die Spielleitung des Turniers stehen dieses Jahr 26 Schiedsrichter aus dem „Fussballkreis Saale-Orla“ bereit. Für die ausgezeichnete Qualität aller Turnierplätze im Sportzentrum Oberaue sorgen die Platzwarte und Greenkeeper der KIJ.

Mini-EM: Jedes Team vertritt ein anderes Land

Passend zur anstehenden Europameisterschaft der „Großen“ steht der SaaleCup 2024 unter dem Motto „Mini-EM“. Jedes Team in jeder Altersklasse wird ein EM-Land vertreten und darf auch entsprechende Trikots mitbringen. Für die Fans am Spielfeldrand wird eine Fahne des jeweiligen Landes zur Verfügung gestellt.

Zeltplatz, Klassenräume, Hotels – großes Spektrum an Übernachtungsangeboten

„Für die Planung der Übernachtung und Verpflegung aller Gäste sind natürlich die Erfahrungen aus 2023 sehr hilfreich“, sagt Grüneberg-Lemke. So wird auch in diesem Jahr wieder der Werferplatz in der Oberaue zum Zeltplatz umfunktioniert, so dass hier bis zu 700 Gäste in ihren Zelten übernachten können. Als Extra-Service soll eine große Ladestation für alle mobilen Geräte zur Verfügung gestellt werden. Für etwa 600 Gäste stellen Schulen der Stadt Jena Klassenräume für Übernachtungen zur Verfügung, der Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena (KIJ) hat extra Sporthallen reserviert. „Herzlichen Dank an das Carl-Zeiss-Gymnasium, die GMS Wenigenjena sowie die UniverSaale für ihre tolle Unterstützung“, so Grüneberg-Lemke. Für weitere Teilnehmende seien alle verfügbaren Jugendherbergs- und Hotelplätze in Jena und Weimar reserviert. Die Mannschaften entscheiden im Vorfeld selbst, welche Übernachtungsvariante sie nutzen wollen.

1600 Portionen warme Mahlzeiten pro Tag

Um den Wunsch der meisten Teams nach Halbpension gerecht zu werden, kocht der  Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Jena am Freitag- und Samstagabend warme Menüs – rund 1600 Portionen pro Tag.  An drei Standorten werden die „Ballfreunde“ für etwa 1000 Gäste am Samstag und Sonntag Frühstück zubereitet.

Um das leibliche Wohl aller Gäste kümmern sich rund 60  ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des SV SCHOTT mit Bratwurst, kühlen Getränken, Kaffee, Kuchen, Crepes oder Smoothies. Für das große Kuchenbuffet wird von den Familien aller Nachwuchsmannschaften des SV SCHOTT selbst gebacken. Außerdem stehen für die Versorgung Lelek Jena, Roelofs Event sowie die Fleischerei Steffenhagen mit ihren speziellen Angeboten bereit. Neu dabei ist dieses Jahr der Eiswagen der Familie Büchner aus Stadtroda.

Bonus: Kostenfreier Eintritt in den Freibädern und Fotoshooting

Für alle Teilnehmenden übernimmt die Stadt Jena am Samstag den Eintritt ins Süd- und Ostbad. „Vor allem der Schleichersee als direkter Nachbar des Sportzentrums Oberaue wird dabei sicher Hauptanziehungspunkt zwischen oder nach den Turnierrunden sein“, sagt Grüneberg-Lemke.

Am Sonntag wird es ein kostenfreies Fotoshooting mit der Fotografin Kristin Döpel-Rabe geben. Jede Mannschaft oder auch einzelne Teilnehmer können sich dann vor einem speziell aufbereiteten Fußballtor professionell „blitzen“ lassen.

Highlight: Eröffnungsspiel der Fußball-EM

Am Freitagabend steht ein besonderer Höhepunkt für die Nachwuchssportler auf dem Programm: Auf dem Gelände der Oberaue werden verschiedene Lounges aufgebaut, in denen auf Leinwänden und Großbildschirmen das Eröffnungsspiel der Fußball-EM live verfolgt werden kann.

Hinweis zu Parkplätzen:

Der Parkplatz am Sportforum und der Parkplatz Roland-Ducke-Weg sind während des Turniers nur mit Parktickets „Teilnehmer“ nutzbar. Die Zufahrt zur Oberaue ist nur mit einem Parkticket „Organisation“ möglich.

Grabowsee: Vom Tuberkulose-Sanatorium zum sowjetischen Militärlazarett

Die Heilstätte Grabowsee als Spiegel der Systembrüche des 20. Jahrhunderts HOOK: Über 47 Jahre lang war die Heilstätte Grabowsee ein hermetisch abgeriegeltes Areal. Die Geschichte des Ortes erzählt exemplarisch von der Transformation medizinischer Einrichtungen durch politische Systeme und dem schwierigen Erbe der Besatzungszeit. BLOG-TEXT: Die architektonische Anlage am Grabowsee bei Oranienburg gilt als ein bedeutendes Zeugnis der Medizingeschichte. Gegründet 1896 vom Deutschen Roten Kreuz, war sie eine Antwort auf die Tuberkulose-Epidemie der Industrialisierung. Die Pavillonbauweise ermöglichte eine strikte Trennung der Patienten und maximale Frischluftzufuhr. Doch die ursprüngliche humanitäre Ausrichtung der Volksheilstätte wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach überschrieben. Nach der Nutzung als Wehrmachtslazarett übernahmen 1945 die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Diese Zäsur prägte den Ort nachhaltiger als jede vorangegangene Epoche. Bis zum Truppenabzug 1992 blieb Grabowsee eine sowjetische Insel inmitten der DDR. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen und die absolute Isolation schufen eine Distanz zwischen den Besatzern und der lokalen Bevölkerung, die symptomatisch für viele sowjetische Liegenschaften in Ostdeutschland war. Während im Inneren ein russischsprachiger Alltag mit eigener Versorgung und Kultur stattfand, blieben die Vorgänge für Außenstehende undurchsichtig. Deutsche Angestellte, die als Hilfskräfte tätig waren, berichteten von einer strengen Hierarchie und einem strikten Redeverbot über interne Abläufe. Nach 1992 hinterließen die abziehenden Truppen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch kulturelle Spuren wie Wandmalereien und Propaganda, die sich heute mit dem verfallenden Jugendstil mischen. Dieser Palimpsest der Geschichte macht den besonderen Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Ortes aus. Der heutige Zustand ist geprägt von Vandalismus und natürlichem Verfall. Die Debatte um die Zukunft von Grabowsee verdeutlicht das generelle Problem im Umgang mit solchen Konversionsflächen: Die immensen Sanierungskosten stehen oft in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit in ländlichen Regionen. So bleibt Grabowsee vorerst ein Ort, an dem die Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit physisch greifbar bleibt – vom sozialen Aufbruch der Kaiserzeit über die Kriege bis hin zur langen Phase der sowjetischen Präsenz in Ostdeutschland. https://www.facebook.com/arnepetrich/posts/pfbid037du4beewjMdW4L62hZrBqs6yaYpDizyGAdkr6dm9yY9bfKV8hvq7YAhUWK5dL4DQl