DDR-Leistungssport und Doping vor Gericht

Themenabend „Sportgeschichte vor Gericht. Die Dopingprozesse im historischen Rückblick.“ am 16. Mai 2024 um 18 Uhr in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße

Erfurt. Die Auseinandersetzung mit dem systematischen, staatlichen Doping in der DDR sowie der Repressionen im DDR-Leistungssportsystem ist Teil der Aufarbeitung des SED-Unrechts, die sich die Thüringer Landesregierung bei ihrem Amtsantritt im Dezember 2014 zur Aufgabe gemacht hat. Neben der historischen Aufarbeitung geht es dabei vor allem um die Menschen, die unter diesem Unrecht gelitten haben. Zu ihnen zählen ehemalige Athletinnen und Athleten, denen in ihrer aktiven Zeit im DDR-Leistungssport leistungssteigernde Substanzen verabreicht wurden, um unter Hinnahme körperlicher und seelischer Schädigungen sportliche Erfolge sicherzustellen, die der DDR zu internationaler Anerkennung verhelfen sollten. Bis heute leiden die Betroffenen unter Traumatisierungen und gesundheitlichen Spätfolgen des an ihnen vorgenommenen Dopings und sind in ihrer Lebenslage zum Teil erheblich eingeschränkt.

Eine vom Landessportbund Thüringen e.V., dem Deutschen Olympischen Sportbund und der Thüringer Staatskanzlei geförderte Studie soll zur Aufklärung der individuellen Leidensgeschichten der Betroffenen beitragen und dabei helfen, diese in eine umfassende Missbrauchsgeschichte in der Diktatur einzuordnen und Unterstützungsangebote zu entwickeln. Für die Studie erforschten Dr. Jutta Braun und Dr. René Wiese vom Zentrum deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e.V. die Gerichtsakten der „Doping-Prozesse“ der 1990er Jahre, die eine umfangreiche Grundlage bieten, um die Dopingpraxis der DDR neu zu beleuchten.

Ergebnisse der Studie wurden im August 2023 in Erfurt vorgestellt. Die Studie selbst wurde jetzt publiziert. Ihre Veröffentlichung ist Anlass für diesen Themenabend.

In zwei Gesprächsrunden diskutieren über Dopingpraxis und SED-Unrecht:

  • Evelyn Zupke, Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur beim Deutschen Bundestag
  • Thomas Zirkel, Hauptgeschäftsführer Landessportbund Thüringen e.V.
  • Prof. Dr. Winfried Speitkamp, Staatssekretär im TMBJS und Mitglied der IMAG Aufarbeitung
  • Prof. Heinz Jankowiak, ehemaliger Leiter der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität
  • Rica Reinisch, ehemalige Schwimmerin (dreifache Olympiasiegerin 1980) und Doping-Betroffene/ Nebenklägerin
  • Dr. Jutta Braun
  • Dr. René Wiese.

Moderiert wird der Themenabende von dem Journalisten Lars Sänger.

Landessportbund Thüringen e.V., Thüringer Staatskanzlei, Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Stiftung Ettersberg laden Sie herzlich zum Themenabend ein.

Für die Organisation des Abends wäre eine Anmeldung hilfreich:

Dopingpraxis und SED-Unrecht im DDR-Sport – Öffentliche Buchpräsentation am 16. Mai | Landessportbund Thüringen (thueringen-sport.de)

Eine atmosphärische Vermessung der ostdeutschen Gegenwart

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Manchmal muss man vom Rad steigen oder in einer Lokalredaktion anheuern, um wirklich zu verstehen, wie sich der Wind gedreht hat. Teaser: Wenn wir über den Osten sprechen, landen wir oft schnell bei Wahlergebnissen und Prozentzahlen. Aber was liegt darunter? Was passiert in den Dörfern, an den Stammtischen, in den Vereinen, wenn die Kameras weg sind? Für das Buch „Extremwetterlagen“ haben sich drei Autorinnen und ein Soziologe auf eine intensive Reise durch Sachsen, Brandenburg und Thüringen begeben. Sie waren als „Überlandschreiberinnen“ unterwegs, ganz nah dran an den Menschen. Tina Pruschmann fuhr mit dem Rad durchs Erzgebirge, Barbara Thériault arbeitete in einer Thüringer Lokalzeitung, Manja Präkels besuchte Initiativen in Brandenburg. Was sie mitgebracht haben, sind keine schnellen Urteile, sondern feine Beobachtungen über ein gesellschaftliches Klima, das rauer wird. Es geht um die Normalisierung von Dingen, die früher undenkbar waren. Um das Schweigen im Alltag und die historischen Linien, die bis in die DDR zurückreichen. Alexander Leistner ordnet diese Beobachtungen soziologisch ein und zeigt: Nichts davon kommt aus dem Nichts. Es ist eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, die zeigt, wie anstrengend es sein kann, gegen den Wind zu atmen. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Eine literarische und soziologische Vermessung der ostdeutschen Zustände jenseits der üblichen Schlagzeilen. Teaser: Im Vorfeld der letzten Landtagswahlen startete ein besonderes Projekt: Die Autorinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault sowie der Soziologe Alexander Leistner erkundeten als „Überlandschreiberinnen“ die gesellschaftliche Atmosphäre in Ostdeutschland. Ihr Buch „Extremwetterlagen“ (Verbrecher Verlag) dokumentiert Kipppunkte und Brüche in der Gesellschaft. Die Texte verbinden reportageartige Nähe mit analytischer Distanz. Sie thematisieren die schleichende Normalisierung rechtsextremer Narrative ebenso wie die Resilienz der Zivilgesellschaft. Besonders wertvoll ist dabei die historische Einordnung, die mentale Kontinuitäten bis in die DDR-Zeit sichtbar macht. Eine wichtige Lektüre für alle, die die aktuellen Entwicklungen in Ostdeutschland fundiert verstehen wollen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Der Begriff „Extremwetterlagen“ meint hier keinen Regen, sondern das soziale Klima einer Region im Umbruch. Teaser: Wie lernt man, gegen den Wind zu atmen, wenn er einem direkt ins Gesicht bläst? Die Reportagen von Präkels, Pruschmann, Thériault und Leistner beschreiben den Osten nicht als Problemzone, sondern als Seismograph. Sie zeigen, wie sich das Miteinander verändert, wenn politische Extreme zum Alltag werden. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch über die Temperatur unserer Gesellschaft. QUELLE: https://www.verbrecherverlag.de/wp-content/uploads/2025/05/Leseprobe-Extremwetterlagen.pdf

Generation Gleichschritt: Ein Ostdeutscher rechnet mit der westlichen Moral-Elite ab

Teaser (Social Media / Newsletter) Ralf Schuler wollte eigentlich Regisseur werden, doch die DDR schickte ihn ins Glühlampenwerk. Heute ist er einer der schärfsten Kritiker des westdeutschen Medien-Mainstreams. Im Interview rechnet der NIUS-Politikchef mit der „Generation Gleichschritt“ ab, zieht Parallelen zwischen Woke-Kultur und SED-Propaganda und erklärt, warum er sich noch nie in einem Politiker so getäuscht hat wie in Friedrich Merz. Ein Gespräch über Herkunft, Haltung und den unbestechlichen Blick des Ostens.
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