Thüringer Schlössertage auf den Dornburger Schlössern

18. bis 20. Mai 2024

Am Pfingstwochenende finden auf Schlössern in ganz Thüringen wieder die Thüringer Schlössertage statt – in diesem Jahr unter dem Motto „Aufgepeppt!“. Mit dabei sind auch die Dornburger Schlösser. Dort hält das Team der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) ein umfangreiches Programm mit Führungen, Konzerten und einem Kunst-Aktionstag bereit.

Am Samstag und Sonntag gibt es jeweils um 14 Uhr eine Führung durch das Alte Schloss unter dem Titel „Aufgepeppt! Die Burg im Schloss“ (Tickets und Treffpunkt: Rokokoschloss). Am Samstag zwischen 10 und 16 Uhr laden STSG und Verband Bildender Künstler Thüringen e.V. gemeinsam zu einem Kunst-Aktionstag ein – in den Schlossgärten schlagen sieben Künstlerinnen und Künstler ihre Freiluftateliers auf und Gäste können selbst künstlerisch aktiv werden.

Zwei Ausstellungen geben sich die Klinke in die Hand: Am Samstag wird um 15.30 Uhr im Sockelgeschoss des Rokokoschlosses die Foto-ausstellung „Saalewein“ eröffnet. Am Pfingstmontag um 14 Uhr klingt die Ausstellung „Naturmomente“ im Rokokoschloss in einer Finissage mit Musik und Gedichten aus – mit anschließender Entdeckertour auf Motivsuche in den Schlossgärten (Tickets und Treffpunkt: Rokokoschloss).

Musikalisch geht es in den Abendstunden zu. Am Samstag um 17 Uhr spielt im Alten Schloss das Trio d’anches das Konzert „Vive la France!“ mit Werken von Auric, Ibert und Milhaud (22 Euro, erm. 15 Euro, Vorverkauf über TicketShop Thüringen). Am Sonntag um 18 Uhr ist im Festsaal des Rokokoschlosses Reinhard Glende am Cembalo mit dem Programm „Wege zu Bach“ zu hören (15 Euro, erm. 10 Euro, Reservierung unter 036427/215130).

Das ganze Programm der Thüringer Schlössertage finden Sie hier: www.schloessertage.de

Wahlkampf 1990: Die Transformation der PDS in der DDR-Krise

A) PROFIL AP: Hook: Der Wahlkampf im Frühjahr 1990 war für die einstige Staatspartei kein Ringen um Mehrheiten, sondern ein Kampf um die bloße politische Existenz in einem Land, das sich rasant veränderte. Teaser: Wer die Bilder aus dem März 1990 betrachtet, sieht eine politische Landschaft voller Widersprüche. Auf der einen Seite standen die vollen Säle bei den Veranstaltungen der PDS, in denen Gregor Gysi als Hoffnungsträger gefeiert wurde. Er verkörperte für viele die Chance, eine ostdeutsche Identität in die neue Zeit zu retten, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Auf der anderen Seite herrschte auf den Straßen und in den Betrieben eine Atmosphäre der Abrechnung. Die Wut auf die vierzigjährige Herrschaft der SED entlud sich in zerrissenen Wahlplakaten und lautstarken Protesten. In Städten wie Karl-Marx-Stadt, wo die Bürger bereits die Rückbenennung in Chemnitz forderten, war der Bruch mit der alten Ordnung am deutlichsten spürbar. Die PDS versuchte in diesen Wochen, den massiven Mitgliederschwund und den Verlust des Apparates durch eine neue Offenheit zu kompensieren. Es war der Versuch, in einem Klima des Misstrauens Fuß zu fassen, indem man sich als Anwalt derer positionierte, die vor der schnellen Einheit zurückschreckten. Die Risse, die in diesen Wochen sichtbar wurden, gingen quer durch die Gesellschaft und prägten die politische Kultur noch lange über den Wahltag hinaus. B) SEITE AP: Hook: Mit dem Verlust von fast zwei Millionen Mitgliedern innerhalb weniger Monate stand die PDS vor der Volkskammerwahl 1990 vor einer organisatorischen und inhaltlichen Zäsur. Teaser: Der Weg von der allmächtigen SED zur PDS im Frühjahr 1990 war geprägt von einem radikalen Strukturwandel. Der einst riesige Parteiapparat war auf einen Bruchteil seiner Größe geschrumpft, und die verbliebenen Kader mussten sich in einem völlig neuen politischen Wettbewerb behaupten. Der Fokus lag darauf, sich von den stalinistischen Traditionen zu lösen und mit Gregor Gysi ein unverbrauchtes Gesicht zu präsentieren. Doch die Strategie der Erneuerung stieß an harte Grenzen. Während ein Teil der Wählerschaft in der PDS einen Garanten für Stabilität und soziale Sicherheit sah, lehnte die Mehrheit der Bevölkerung die Partei als bloße Fortsetzung der SED ab. Der Wahlkampf zeigte deutlich, wie tief das Misstrauen saß, besonders in den Industriezentren des Südens. Es blieb eine Zeit des Übergangs, in der alte Gewissheiten nicht mehr galten. C) SEITE JP: Hook: Die erste freie Wahl 1990 zwang die PDS dazu, sich ohne den Schutz des Staates dem Votum der Bürger zu stellen. Teaser: Im März 1990 wurde sichtbar, wie stark die DDR-Gesellschaft polarisiert war. Für die PDS bedeutete der Wahlkampf einen Spagat: Sie musste die eigene Vergangenheit als SED bewältigen und gleichzeitig als neue politische Kraft werben. Der massive Rückgang der Mitgliederzahlen und die offene Ablehnung auf den Straßen zeigten, dass die Glaubwürdigkeit der Erneuerung von vielen bezweifelt wurde. Dennoch gelang es der Partei, jene Menschen zu binden, die den schnellen Wandel mit Sorge betrachteten. Die Auseinandersetzung um die Zukunft der DDR fand in diesen Wochen ihren vorläufigen Höhepunkt.