Neuer Veranstaltungskalender für Tanz und Performance in Dresden

Dresden. Ab Mai gibt der TanzNetzDresden e. V. monatlich einen neuen Kalender heraus, der Tanz- und Performance-Veranstaltungen im Großraum Dresden bündelt. Der Tanzkalender Dresden erscheint online auf der Internetseite des Vereins und in gedruckter Form als Plakat, welches an Spielorten und Tanzschulen in der Stadt aushängt. Veröffentlicht werden die Vorstellungstermine der am Tanzkalender beteiligten Spielstätten, Institutionen und Künstlerinnen und Künstler: Semperoper Dresden, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Staatsschauspiel Dresden, Societaetstheater, Staatsoperette Dresden, Projekttheater, Landesbühnen Sachsen, TanzNetzDresden, villa/wigman und Yenidze Theater.

„Die Einführung eines Tanzkalenders für Dresden als Stadt des Tanzes ist eine wunderbare Ergänzung, um den Tanz als besonderen Teil unseres kulturellen Erbes wie der zeitgenössischen performativen Kunst noch mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Zudem bietet er Companies sowie Künstlerinnen und Künstlern eine weitere mediale Plattform, um neues Publikum und Unterstützer zu gewinnen.“

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch

„Der Tanzkalender ist ein Versuch, Tanz in all seinen Facetten in Dresden abzubilden.“

Susan Schubert vom Vorstand des TanzNetzDresden e. V.

Mit dem Tanzkalender möchte der TanzNetzDresden e. V. Tanz und Performance in Dresden institutionsübergreifend aufzeigen und den Zugang zu diesen künstlerischen Spielarten erleichtern. Der Verein lädt am Welttanztag, Montag, 29. April 2024, zu einer öffentlichen Veranstaltung anlässlich der Einführung des Tanzkalenders ein. Das kostenfreie Programm beginnt 15 Uhr mit einer Performance auf dem Theaterplatz. Es folgt ein öffentlicher Spaziergang mit Dance-Walk-Performances über die Augustusbrücke und entlang der Hauptstraße zum Societaetstheater. Bei einem Fest ab 17 Uhr im Kräutergarten des Theaters spricht Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch ein Grußwort.

Die Landeshauptstadt Dresden und SAX – Das Dresdner Stadtmagazin unterstützen und begleiten die Präsentation des Tanzkalenders. www.tanznetzdresden.de

Drill und Gewalt im System der DDR-Jugendhäuser

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn die Tür ins Schloss fiel, endete die Kindheit und es begann eine Zeitrechnung, die sich nicht nach Stunden, sondern nach dem Grad der Erschöpfung bemaß. Teaser: In den Jugendhäusern der DDR, wie jenem in Halle an der Saale, trafen politische Häftlinge auf kriminelle Jugendliche. Was sie einte, war die Auslieferung an ein System, das offiziell der Erziehung dienen sollte, faktisch aber auf die Brechung der Persönlichkeit abzielte. Der Alltag war von einer brutalen Hierarchie geprägt, die vom Personal nicht nur hingenommen, sondern strategisch genutzt wurde. Wer unten stand, erlebte Gewalt von Mithäftlingen und Willkür von Wärtern. Ehemalige Insassen berichten von Zwangsarbeit im Schichtsystem, oft ohne ausreichenden Schutz, um Devisen für den Staat zu erwirtschaften. Die Produktion für westliche Konzerne war wichtiger als die Unversehrtheit der Jugendlichen. Wer wegen versuchter Republikflucht einsaß, fand sich in einem Umfeld wieder, in dem Schwäche gnadenlos ausgenutzt wurde. Die physischen Narben verheilten irgendwann, doch das tiefsitzende Misstrauen und die Traumata blieben bestehen. Auch Jahrzehnte später fällt es schwer, eine Brücke zu schlagen zwischen den Erinnerungen der Betroffenen und der Sichtweise ehemaliger Justizangestellter, die sich auf geltendes Recht berufen. Die Aufarbeitung dieser Biografien ist ein langsamer Prozess, der oft im Privaten stattfindet und selten die große öffentliche Bühne erreicht. Viele tragen die Erfahrung der absoluten Machtlosigkeit still mit sich weiter. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Die Jugendhäuser der DDR unterstanden dem Innenministerium und waren, anders als die Jugendwerkhöfe, reguläre Haftanstalten mit militärischem Drill. Teaser: Das Strafrecht der DDR behandelte Jugendliche in diesen Einrichtungen oft wie Erwachsene. Nach der Verschärfung der Gesetze Ende der sechziger Jahre füllten sich die Zellen nicht nur mit Straftätern, sondern auch mit jungen Menschen, deren Vergehen politischer Natur waren. Der bloße Versuch, das Land zu verlassen, führte oft direkt in den geschlossenen Vollzug. Hinter den Mauern etablierte sich eine Ökonomie der Gewalt. Unter dem Begriff der Selbsterziehung herrschte das Recht des Stärkeren. Gleichzeitig waren die Gefängnisse fest in die Planwirtschaft integriert. Die Zwangsarbeit der Inhaftierten, etwa für den Export in den Westen, war ein fest einkalkulierter Wirtschaftsfaktor. Internationale Abkommen wie die Schlussakte von Helsinki, die eigentlich Menschenrechte garantieren sollten, fanden in der Praxis dieser Anstalten kaum Anwendung. Die Diskrepanz zwischen staatlichem Anspruch und der Realität im Vollzug blieb bis zum Ende der DDR bestehen. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Es war ein System, das darauf baute, dass die Insassen sich gegenseitig disziplinierten, während der Staat von ihrer Arbeitskraft profitierte. Teaser: Die Geschichte der DDR-Jugendhäuser ist auch eine Geschichte der ökonomischen Ausbeutung von Minderjährigen. Ob in der Produktion für IKEA oder in anderen Industriebetrieben – der Strafvollzug diente der Devisenbeschaffung. Die harte Arbeit und der militärische Drill sollten die Jugendlichen formen, hinterließen aber oft gebrochene Biografien. Die Verantwortung für die Zustände wird bis heute oft diffus gehalten. Während die Betroffenen von Willkür und Gewalt berichten, verweisen ehemalige Verantwortliche auf die Einhaltung damaliger Gesetze. Eine gemeinsame Sprache für das Geschehene zu finden, bleibt schwierig. Die Schatten dieser Orte liegen noch immer über den Lebenswegen vieler ehemaliger Insassen. Quelle: ZDF Terra X History, „Die brutalen Jugend-Gefängnisse der DDR“, YouTube.