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Die KZ-Gedenkstätten und die AfD

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AfD-Politiker fordern ein Ende des sogenannten „Schuldkults“ oder wie Björn Höcke einen radikalen Bruch in der Erinnerungskultur. Was bedeutet das für die Arbeit von KZ –Gedenkstätten wie Buchenwald und Mittelbau-Dora? Wie groß ist der Druck der AfD Thüringen auf den Direktor der Gedenkstätten? Wie die AfD mit der Erinnerung an Nationalsozialismus und DDR umgeht.

Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, beschreibt die Bedeutung der KZ-Gedenkstätten für das Erinnern an die NS-Verbrechen. Er zeigt das Gelände der Gedenkstätte Buchenwald, darunter den Lagerzoo der SS, der sich in Sichtweite des Krematoriums befand, und veranschaulicht so die Grausamkeit des NS-Regimes. Wagner ist besorgt über einen „erinnerungspolitischen Klimawandel“, der durch das Erstarken der AfD vorangetrieben wird. Er beobachtet eine Zunahme von Geschichtsrevisionismus und Anfeindungen, insbesondere in Form von Hass-E-Mails und provokativen Kommentaren auf Social Media.

Die AfD kritisiert die Arbeit der Gedenkstätten, bezeichnet sie als „Schuldkult“ und stellt geschichtsrevisionistische Positionen in den Vordergrund. Wagner äußert seine Sorge, dass die AfD die Arbeit der Gedenkstätten und die deutsche Erinnerungskultur generell frontal angreift. Er sieht in den parlamentarischen Anfragen der AfD, wie die nach Auflistung von Politikern, die in den Gedenkstätten sprachen, Versuche, die Arbeit der Gedenkstätte zu behindern und Misstrauen zu säen.

Wagner bleibt jedoch entschlossen, AfD-Vertreter von Gedenkveranstaltungen fernzuhalten, um die Würde der KZ-Überlebenden zu schützen und zu verhindern, dass geschichtsverfälschende Narrative legitimiert werden. Die AfD reagiert darauf mit weiteren Angriffen, wie der Forderung nach Wagners Entlassung. Wagner bleibt standhaft in seiner Überzeugung, dass die Erinnerung an den Holocaust zentral für die Demokratie in Deutschland ist.

Umfragen sehen die AfD vor den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen als stärkste Kraft. Eines der Themen, dass die in beiden Ländern als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei immer wieder politisch besetzt, ist der Umgang mit der deutschen Geschichte. Nationalsozialismus und Holocaust, DDR und friedliche Revolution – prägende Kapitel der deutschen Geschichte. Wie die AfD mit dieser Geschichte Politik macht, analysiert dieser Film.

Florian Schroeder trifft als Hakim Adell (Syrer und AfD-Anhänger) Björn Höcke

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Drei Tage vor der Landtagswahl in Thüringen begab sich Hakim Adell, ein in Deutschland lebender Syrer und AfD-Anhänger, nach Nordhausen, um sich mit Björn Höcke zu treffen. Adell, der in seinem Gespräch Höcke höflich ansprach und ihm sein Buch über Immigranten präsentierte, wollte insbesondere wissen, warum er als AfD-Wähler von Linken als Nazi bezeichnet wird. Höcke wies auf mangelnde Bildung hin und kritisierte die von ihm als hysterisch empfundenen Reaktionen der Linken.

Adell stellte die Frage, ob die Wahl in Thüringen möglicherweise manipuliert werden könnte, ähnlich wie in den USA, wo Wahlmanipulationen vermutet werden. Er riet dazu, beim Wahlprozess aufmerksam zu sein und die Auszählungen genau zu beobachten. Besonders besorgniserregend seien ihm die Berichte über vermeintliche Wahlmanipulationen in Altenheimen.

Höcke verteidigte die AfD und die Vorstellung einer „robusten“ Polizei, die nach seinen Vorstellungen härter durchgreifen sollte. Er brachte auch das kontroverse Thema auf, ob man von anderen Ländern lernen könnte, um härter gegen soziale Probleme vorzugehen, was Adell als problematisch ansah.

In der Diskussion über die Rolle der Polizei und den Umgang mit Flüchtlingen kam es zu bemerkenswerten Äußerungen über ein „robustes Mandat“ für die Polizei, was als Vorschlag für eine drastische Verschärfung der Polizeiarbeit interpretiert werden kann. Die Ansichten über die Kultur und Integration wurden als rückwärtsgewandt und extrem betrachtet, wobei Höcke und die AfD für eine striktere Einwanderungspolitik und eine konservative Werteauffassung plädierten.

Abschließend warnte Adell, dass die AfD möglicherweise im Falle eines schlechteren Wahlergebnisses als erwartet, Wahlfälschungen behaupten könnte. Das Gespräch und die Beobachtungen zeigen eine klare Positionierung Höckes und der AfD, die in der Wahlkampagne auf eine konservative Agenda setzt und die eigene Sichtweise als Lösung für gesellschaftliche Probleme propagiert.

DDR Historiker Kowalczuk über AfD, BSW und die Sehnsucht nach der Vergangenheit

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Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk sei nicht wütend, aber „sehr besorgt“ über die Lage der Demokratie vor allem in Ostdeutschland. Er beobachtet eine Transformationsmüdigkeit in Ostdeutschland und eine Sehnsucht nach der Vergangenheit, die von Populisten bedient werde.

Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung des Gespräches. Für die ausführlichen Antworten einfach das Video anschauen!

Moderatorin: Guten Abend, Herr Kowalschuck. Schön, dass Sie bei uns sind. In der Rezension Ihres neuen Buches wird viel von Zorn gesprochen. Stimmen Sie dem zu? Hat ein Wutbürger ein Buch geschrieben?

Ilko Sascha Kowalschuck: Guten Abend. Ich bin nicht zornig oder wütend, aber ich bin sehr besorgt. Meine Sorge gilt der Zukunft von Demokratie und Freiheit in Deutschland, insbesondere in Ostdeutschland. Diese Besorgnis treibt mich an, mein engagiertes Buch zu schreiben.

Moderatorin: Eine Ihrer Grundthesen ist, dass die höhere Zustimmungsrate zu autoritär gesinnten Parteien im Osten nicht nur durch die Traumata der Wiedervereinigung erklärt werden kann, sondern tiefer geht. Sie argumentieren, dass der Ruf nach einem starken Staat und autoritären Systemen in Ostdeutschland weit verbreitet ist. Warum ist das so?

Ilko Sascha Kowalschuck: Die gemeinsame Klammer der AfD und der BSW liegt in ihrer Vorstellung eines autoritären Staates. Es ist kein Zufall, dass diese Parteien eng mit dem autokratischen Regime in Russland verbunden sind. Der Ruf nach einem starken Staat ist seit 1990 in Ostdeutschland konstant geblieben. Dies ist erstaunlich, weil man erwarten würde, dass Menschen, die unter einem autoritären Regime lebten, gerade das nicht mehr wollen. Doch viele Menschen haben die DDR nicht als Diktatur wahrgenommen. Diese Wahrnehmung hat sich über die Jahre hinweg als Mythos herausgestellt.

Moderatorin: Es gibt ja auch andere ostdeutsche Stimmen, die eine Debatte über die spezifischen Herausforderungen und Eigenheiten der Region führen. Wie nehmen Sie diese Ost-Ost-Debatte wahr?

Ilko Sascha Kowalschuck: Die Ost-Ost-Debatte gibt es seit 1990, und sie wird oft nicht in größerem Maße wahrgenommen, weil sie als Ost-Ost-Debatte betrachtet wird. Doch sie ist auch eine Ost-West-Debatte. Am Ende geht es um eine Diskussion zwischen Befürwortern der repräsentativen Demokratie und ihren Gegnern.

Moderatorin: Im Westen konnte man nach 1990 relativ ungestört weitermachen, während im Osten vieles zusammenbrach. Einige Ostdeutsche fühlen sich bis heute benachteiligt oder diskriminiert. Dirk Oschmann spricht von einer Erfindung des Ostens durch den Westen. Hat er damit einen Punkt?

Ilko Sascha Kowalschuck: Der Ton in Oschmanns Buch ist neu, doch die Inhalte wurden bereits in vielen erfolgreichen Büchern analysiert. Die sozialen Ungerechtigkeiten nach der Wiedervereinigung sind unbestreitbar, aber das berechtigt nicht, extremistische Parteien zu wählen. Was wir beobachten, ist eine Kombination aus Transformationsmüdigkeit und der Überlagerung durch die digitale Revolution. Diese Überforderung führt dazu, dass Menschen sich zurücksehnen und Populisten den Eindruck vermitteln, dass sie die goldene Vergangenheit zurückbringen können.

Moderatorin: Das ist ein weitreichendes Thema. Leider müssen wir für heute Schluss machen. Ich danke Ihnen herzlich für das Gespräch, Herr Kowalschuck.

Ilko Sascha Kowalschuck: Ich danke Ihnen auch, Frau Slom.

Einblick in die Missstände der Deutschen Reichsbahn im Jahr 1989

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1989 wird die Deutsche Reichsbahn von der Arbeiter- und Bauerninspektion (ABI) und der Redaktion Prisma unter die Lupe genommen. Dieser Fernsehbericht des DDR-Fernsehsehens zeigt deutliche Unterschiede in der Qualität der Züge.

In dem aufschlussreichen Video aus dem Jahr 1989, das von der Arbeiter- und Bauerninspektion (ABI) und der Redaktion Prisma produziert wurde, wird die Qualität der Züge der Deutschen Reichsbahn unter die Lupe genommen. Die Kameras begleiten eine Reise durch das DDR-Bahnnetz und zeigen eindrucksvoll die Unterschiede in der Qualität der Waggons.

Der Beitrag beginnt in Berlin, wo der erste Eindruck der Züge alles andere als makellos ist. Während einige Waggons in einem hervorragenden Zustand sind, offenbaren andere gravierende Mängel. Die Reisenden erleben eine Reise, die von verschmutzten Abteilen, kaputten Anzeigen und fehlenden Durchsagen geprägt ist. Besonders besorgniserregend ist, dass Schäden, die auf einer Schadliste vermerkt sind, oft monatelang unbeachtet bleiben. Ein Beispiel: Die defekten Anzeigen an den Zügen, die die Passagiere über den Fahrtrichtungswechsel informieren sollten, sind entweder ausgefallen oder können nicht aktualisiert werden.

Auch am Fernbahnhof Lichtenberg zeigt sich die Reinigungsqualität als mangelhaft. Der Warteraum ist in einem schlechten Zustand, und die Reinigungsbrigaden scheinen ihre Aufgaben nicht vollständig erfüllt zu haben. Die Abfallbehälter in den Zügen sind übervoll, und die Wasserversorgung in den Waschbecken ist nicht vorhanden. Ein Mitarbeiter der Reinigungsbrigade hat anscheinend seine Aufgabe vernachlässigt, was die Situation weiter verschärft.

Das Video dokumentiert auch gut die Mängel bei der Verpflegung. Im Mitropa-Waggon sind die angebotenen Getränke spärlich und die Passagiere müssen sich häufig nach dem Selters erkundigen. Der Bericht hebt hervor, dass es bei den Zugfahrten immer wieder zu längeren Wartezeiten kommt, ohne dass die Reisenden über die Gründe informiert werden.

Der Bericht bringt die Probleme ans Licht und erregt Aufmerksamkeit beim Stellvertreter des Ministers für Verkehrswesen, Herbert Kaeddi. Nachdem Kaeddi von den im Bericht dokumentierten Missständen erfährt, übt er Selbstkritik und zieht Konsequenzen. Er erklärt, dass die Probleme nicht nur durch technische Defekte, sondern auch durch unzureichende Anleitung und Kontrolle verschärft werden. Kaeddi verspricht, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation zu verbessern.

Der Beitrag endet mit der Rückkehr nach Berlin und einem klaren Fazit: Die dokumentierten Mängel spiegeln die Kritik wider, die im Fernsehbericht geäußert wurde. Trotz der Bemühungen um Verbesserungen bleibt die Realität eines oft unzureichend funktionierenden Systems spürbar. Das Video verdeutlicht eindringlich, wie wichtig es ist, sowohl technische als auch menschliche Fehler zu beheben, um den Reisenden einen besseren Service zu bieten.

Görlitz und Zittau tragen nun auch offiziell den Namen „Hochschulstadt“

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Seit vorigem Mittwoch könnte auf Ortsschildern von Görlitz und Zittau das Wort Hochschulstadt stehen, denn diese beiden Städte dürfen sich jetzt ganz offiziell so nennen. Das darf künftig auch auf den Ortseingangsschildern stehen. Bis zur technischen Realisierung wird es zwar noch etwas dauern, aber amtlich ist es. Ministerpräsident Michael Kretschmer brachte einen Bescheid des Sächsischen Staatsministerium des Innern mit nach Görlitz, in dem das bescheinigt wird, was Ende März beide Stadträte gleichlautend beschlossen hatten. Ende März hatten beide Stadträte einstimmige Beschlüsse gefasst, um diesen Status zu beantragen. Für Alexander Kratsch, den Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, war dies ein besonders erfreuliches Geburtstagsgeschenk.

Bei der feierlichen Bekanntgabe der neuen Ortsschilder waren auch weitere Politiker und Wissenschaftler aus Deutschland und Tschechien anwesend, die für das deutsch-tschechische Energieforum angereist waren. In einer Tagungspause äußerten sich die beiden Oberbürgermeister Thomas Zenker aus Zittau und Oktavian Urso aus Görlitz zu diesem Ereignis. Zenker bezeichnete den Titel als ein starkes und wichtiges Signal für die Region. Die Neisse, die Bahnstrecke und die B9 verbinden die beiden Städte, und die Hochschule Zittau/Görlitz sowie das Theater in Zittau spielen eine zentrale Rolle. Vor etwa einem Jahr hatte Kratsch das Thema erstmals angesprochen, und seitdem wurden die entsprechenden Gesetzesänderungen genutzt, um diesen Schritt zu vollziehen.

Oktavian Urso ergänzte, dass die Auszeichnung als Hochschulstadt ein bedeutender Schritt sei, um Zittau und Görlitz als Hochschulstandorte weiter zu etablieren und junge Menschen zu ermutigen, in die Region zu kommen. Die Initiative ging vor allem von Professor Kratsch aus, der zusammen mit den Oberbürgermeistern die Beschlussanträge für die Stadträte vorbereitet hatte.

Rektor Kratsch äußerte sich zufrieden über die Entwicklungen und hob hervor, dass die Region sich als wissenschaftlicher und Forschungsstandort weiter etabliert hat. Die Hochschule Zittau/Görlitz spielt eine bedeutende Rolle im Energiesektor und trägt zur Entwicklung des Dreiländerecks bei, das als Vorreiter in der Euroregion gilt.

Willi Zulander, ehemaliger Direktor des Senckenbergmuseums in Görlitz, der sich seit über 25 Jahren für Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft engagiert, lobte ebenfalls die Verleihung des Titels. Er hatte bereits vor vielen Jahren angeregt, Görlitz den Titel Universitätsstadt zu verleihen. Zulander betonte, dass dieser Titel nicht nur die Bedeutung der Hochschule reflektiert, sondern auch die Kooperation mit Hochschulstandorten in Polen und Tschechien unterstreicht. Er würdigte die Region als bedeutenden Wissenschaftsstandort, der durch neue Forschungseinrichtungen wie das Deutsche Zentrum für Astrophysik und andere innovative Institute weiter wächst.

Tafel Eisleben versorgt schon über 3000 Menschen mit Lebensmitteln

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Am 27. August 2024 besuchte Andreas Steppuhn, Vorsitzender der Tafel Deutschland, die Tafel Eisleben, um sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten und Herausforderungen zu machen. Sven Henning, Geschäftsführer der Tafel Eisleben, und seine Frau führten Herrn Steppuhn durch die Räumlichkeiten und erläuterten die lokalen Bedingungen. Neben dem Gespräch mit Steppuhn war auch geplant, dass möglicherweise Politiker anwesend sein könnten, um über mögliche Verbesserungen und politische Unterstützung zu sprechen.

Steppuhn betonte die Bedeutung, die Tafeln vor Ort zu besuchen, um deren Entwicklung zu verfolgen und Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen. Er wies darauf hin, dass es in Deutschland insgesamt 975 Tafeln sowie zusätzliche Ausgabestellen gibt, die zwischen 1,6 und 2 Millionen Menschen versorgen, mit steigender Tendenz. Er machte deutlich, dass die Bekämpfung von Armut Aufgabe der Politik sei, während die Tafeln lediglich eine Linderung der Armut bieten.

Die Tafel Eisleben wurde 1998 gegründet und hat sich seitdem stark vergrößert. Aktuell versorgt sie etwa 3.000 Personen mit Lebensmitteln, die monatlich insgesamt 75 Tonnen umfassen. Diese Lebensmittel werden in 13 Ausgabestellen verteilt, wobei die größten in Eisleben und Hetstedt sind. Zusätzlich gibt es eine spezielle Liefertafel, die Menschen beliefert, die aus verschiedenen Gründen nicht zur Tafel kommen können, etwa aufgrund von Behinderungen oder großen Familien.

Das Team der Tafel Eisleben besteht aus 70 Personen, darunter 21 Gelegenheitsjobs vom Jobcenter, 33 Ehrenamtliche, 10 Bundesfreiwillige sowie drei Festangestellte und eine Minijobkraft. Der Besuch bot auch die Gelegenheit, zu zeigen, wie eine wöchentliche Tafel-Ration für eine Person aussieht, um ein besseres Verständnis für die angebotene Unterstützung zu vermitteln.

Die Geschichte von Hilde und Hans Coppi – Ein Film von Andreas Dresen

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„In Liebe, eure Hilde“ ist ein eindrucksvolles historisches Drama, das die bewegende und zugleich tragische Geschichte von Hilde und Hans Coppi in den Mittelpunkt stellt. Der Film, unter der Regie von Andreas Dresen und geschrieben von Laila Stieler, basiert auf den wahren Ereignissen rund um die „Rote Kapelle“, eine Widerstandsgruppe gegen das nationalsozialistische Regime.

Handlung und Thematik
Die Geschichte spielt im Berlin des Jahres 1942 und fokussiert sich auf die junge Hilde, die in einer gefährlichen Zeit eine leidenschaftliche Beziehung zu Hans Coppi, einem Mitglied des Widerstands, lebt. Trotz der ständigen Bedrohung durch die Gestapo finden die beiden in ihrer Liebe und den gemeinsamen Idealen Trost und Hoffnung. Hilde bewundert Hans’ Mut und wird selbst zunehmend aktiv im Widerstand, obwohl sie anfangs eher zurückhaltend ist.

Der Film zeigt die ergreifende Liebesgeschichte der beiden, die während des Zweiten Weltkriegs in einer Welt voller Gefahr und Unsicherheit versucht, ihre Träume und Überzeugungen zu leben. Als die Verhaftungen beginnen und der Sommer endet, wird Hilde, die zu diesem Zeitpunkt im achten Monat schwanger ist, mit der Härte und Brutalität des Nazi-Regimes konfrontiert. Sie bringt ihren Sohn im Gefängnis zur Welt und zeigt eine unglaubliche Stärke und Widerstandskraft, die sie während der dunklen Zeiten durchhalten lässt.

Besetzung und Regie
Liv Lisa Fries verkörpert die Rolle der Hilde Coppi mit großer Intensität und Empathie. Ihre Darstellung bringt die stille, aber starke Heldin zum Leben und ermöglicht es dem Publikum, sich tief mit ihrem Schicksal zu identifizieren. Johannes Hegemann gibt sein Leinwanddebüt als Hans Coppi und bietet eine überzeugende Darstellung des mutigen Widerstandskämpfers.

Das Ensemble des Films umfasst auch bekannte Namen wie Alexander Scheer, Lisa Wagner, Florian Lukas, Fritzi Haberlandt, Emma Bading, Sina Martens und Lena Urzendowsky. Diese Schauspieler tragen dazu bei, die komplexe und emotionale Geschichte auf authentische und kraftvolle Weise zu erzählen.

Rezeption und Wirkung
„In Liebe, eure Hilde“ wird als ein Film beschrieben, der die Themen Liebe, Widerstand, Mut und die menschliche Fähigkeit zur Widerstandskraft aufgreift. Der Film bietet eine eindrucksvolle Darstellung von Anstand und ziviler Courage in einer Zeit, in der solche Eigenschaften oft mit dem Tod bestraft wurden. Durch die enge und kompromisslose Perspektive auf die Hauptfigur wird das Drama zu einem bewegenden Erlebnis, das sowohl die historischen Ereignisse als auch die universellen menschlichen Emotionen thematisiert.

Der Film ist nicht nur ein bedeutendes Werk über den Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime, sondern auch eine tiefgehende und emotional packende Geschichte über die Liebe und das Überleben in den dunkelsten Zeiten.

Wolfgang Thierse: „Glaubt nicht denen, die Euch Wunder versprechen!“

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Das Tagesgespräch mit Wolfgang Thierse (Bundestagspräsident a.D.) berührt eine Reihe komplexer und brisanter Themen, die die politische und gesellschaftliche Landschaft in Deutschland betreffen. Im Kern sind es die Besorgnis über den Aufstieg rechtsextremer Parteien, die Herausforderungen, denen die Demokratie gegenübersteht, und die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen und engagierten politischen Auseinandersetzung.

Thierse äußert seine tiefe Besorgnis über den Erfolg rechtsextremer Parteien wie der AfD. Er sieht diesen Erfolg als potenziell gefährlich für die Demokratie an, da diese Parteien laut seiner Einschätzung demokratiefeindliche Ansichten vertreten. Er ist besonders besorgt über die große Bedeutung, die der AfD in Thüringen und möglicherweise darüber hinaus zukommen könnte.

Er verweist auf die umfassenden Veränderungen in der Welt, wie Migration, Digitalisierung und ökologische Herausforderungen, die viele Menschen verunsichern. In Ostdeutschland haben diese Veränderungen besonders tiefgreifende Spuren hinterlassen, was zu einer allgemeinen Unzufriedenheit führen kann. Thierse glaubt, dass einfache Antworten und Versprechen von rechtsextremen Parteien bei den Menschen Anklang finden, die sich von den komplexen Herausforderungen überfordert fühlen.

Thierse macht auch auf die Unzufriedenheit mit der Landes- und Bundespolitik aufmerksam und kritisiert, dass die bestehenden Parteien möglicherweise nicht die richtigen Antworten oder Lösungen bieten, um die Probleme der Bürger anzugehen. Er betont jedoch, dass die AfD keine konstruktiven Lösungen anbietet und warnt vor den Gefahren, die ihre Politik für den Wohlstand und die Zukunft Deutschlands darstellen könnte.

Des Weiteren äußert Thierse seine Bedenken hinsichtlich des Aufstiegs der BSW, die ähnliche einfache Antworten und populistische Botschaften wie die AfD verbreiten. Er zieht historische Vergleiche, um zu verdeutlichen, dass Nachgiebigkeit gegenüber aggressiven Mächten nicht zu Frieden führt, sondern oft zu weiteren Konflikten.

Abschließend warnt Thierse vor dem wachsenden Hass gegenüber demokratischen Institutionen und Politikern und hebt hervor, wie wichtig es ist, sich aktiv in die demokratische Auseinandersetzung einzubringen, anstatt auf einfache Lösungen von außen zu warten. Er appelliert an die Bürger, sich für den Fortschritt Schritt für Schritt einzusetzen und die Demokratie zu stärken.

Ein fast unbekanntes Schloss in der Niederlausitz gilt als neuer Geheimtip

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Schloss Altdöbern, ein prächtiges Barockschloss in Brandenburg, ist ein bedeutendes Kulturdenkmal mit einer wechselvollen Geschichte. Es liegt im gleichnamigen Ort Altdöbern und zählt zu den beeindruckendsten Schlossanlagen der Niederlausitz.

Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Ursprünglich befand sich an der Stelle ein Gutshof, der im Laufe der Zeit zu einem Renaissancebau umgestaltet wurde. Im 17. Jahrhundert gelangte das Anwesen in den Besitz der Familie von Löben, die es 1717 bis 1728 zu einem Barockschloss umgestalten ließ. Der Architekt Johann Christoph Knöffel, ein bedeutender sächsischer Baumeister, prägte den Bau maßgeblich.

Das Schloss war im 18. und 19. Jahrhundert ein Zentrum der Adelsfamilien und diente unter anderem als repräsentatives Anwesen für die Grafen von Wackerbarth und später für die Grafen von Promnitz. In dieser Zeit erlebte das Schloss zahlreiche Umbauten und Erweiterungen, die es zu einem Meisterwerk barocker Architektur machten. Besonders bemerkenswert sind die prächtigen Stuckarbeiten, Deckenmalereien und der großzügige Schlosspark, der im Stil eines englischen Landschaftsgartens gestaltet wurde.

Im 20. Jahrhundert geriet das Schloss durch die politischen Umbrüche zunehmend in Vergessenheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es verschiedenen Zwecken, darunter als Flüchtlingsunterkunft und als Schule. Der Verfall setzte ein, und es drohte, endgültig in Vergessenheit zu geraten. Doch in den 1990er Jahren begannen erste Bemühungen zur Rettung und Restaurierung des Schlosses.

Heute ist Schloss Altdöbern Teil eines umfassenden Restaurierungsprojekts, das darauf abzielt, das Gebäude und den Park in ihrer ursprünglichen Pracht wiederherzustellen. Das Schloss und der Park werden wieder für kulturelle Veranstaltungen genutzt und bieten Besuchern einen Einblick in die reiche Geschichte und Architektur der Region.

Die Geschichte von Schloss Altdöbern ist ein beeindruckendes Zeugnis für die wechselvollen Zeiten, die es durchlebt hat, und für die Bemühungen, das kulturelle Erbe der Region zu bewahren. Nach Jahrzehnten des Verfalls beginnt im Schloss und Landschaftsgarten eine poetische Reise, die diesen geheimnisumwitterten Ort in eine Welt zwischen „Schatten und Licht“ führen soll. Das Rokoko-Ensemble von Schloss und Park ist in der märkischen Kulturlandschaft einmalig, aber noch ein Geheimtipp. Die Spuren, die berühmte Architekten, Gartenkünstler und Bildhauer hier hinterlassen haben, werden seit Jahrzehnten mustergültig saniert und sind erstmals in neuer Pracht erlebbar.

„Sahra trifft“ Hans-Eckard Wenzel: Wir müssen auf die Logik eines Humanismus setzen.

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Mit dem deutschen Liedermacher und Poeten Hans-Eckardt Wenzel spricht Sahra Wagenknecht über den Irrsinn deutscher Außenpolitik, den Niedergang von Demokratie und Meinungsvielfalt, über Zorn als Motivation und Antrieb für Kunst und warum nur Gegenwehr die Welt verändert.

Sahra Wagenknecht (www.sahra-wagenknecht.de)ist eine deutsche Politikerin, Publizistin und Autorin, die in der politischen Landschaft Deutschlands eine markante Figur ist. Sie wurde am 16. Juli 1969 in Jena, DDR, geboren und wuchs in Ostdeutschland auf. Wagenknecht ist bekannt für ihre scharfsinnige Rhetorik und ihre oft kontroversen Positionen, die sowohl in ihrer Partei als auch in der breiteren Öffentlichkeit Diskussionen auslösen.

Wagenknecht begann ihre politische Karriere in den späten 1980er Jahren als Mitglied der SED-Nachfolgepartei PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus), die später in die heutige Partei Die Linke überging. Sie trat früh als eine prominente Stimme des linken Flügels der Partei hervor und setzte sich besonders für eine strikte Einhaltung sozialistischer Ideale ein.

In ihrer politischen Laufbahn konzentrierte sich Wagenknecht auf soziale Gerechtigkeit, Wirtschaftspolitik und eine kritische Haltung gegenüber dem Kapitalismus. Sie war von 2010 bis 2014 stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag und von 2015 bis 2019 deren Fraktionsvorsitzende. In dieser Zeit war sie eine der prominentesten und medienwirksamsten Figuren der Partei.

Wagenknecht erlangte auch außerhalb der Politik Aufmerksamkeit durch ihre Bücher und Publikationen, in denen sie sich mit wirtschaftspolitischen Themen, Globalisierung und Kapitalismuskritik auseinandersetzt. Ihr Buch „Reichtum ohne Gier“, das 2016 erschien, wurde ein Bestseller und führte zu breiten Diskussionen über die soziale Ungleichheit in Deutschland.

Trotz ihrer Erfolge und Popularität war Wagenknecht innerhalb ihrer Partei nicht unumstritten. Ihre kritischen Positionen gegenüber der Migrationspolitik und der Europäischen Union führten zu Spannungen innerhalb der Linken. Im Oktober 2023 gab sie bekannt, dass sie eine neue politische Bewegung gründen werde, da sie sich mit der Ausrichtung ihrer bisherigen Partei zunehmend unzufrieden zeigte. Das BSW, Bündnis Sahra Wagenknecht.

Sahra Wagenknecht bleibt eine polarisierende Figur in der deutschen Politik, die für ihre klaren und oft radikalen Standpunkte sowohl bewundert als auch kritisiert wird.

Eckardt Wenzel, (wenzel-im-netz.de) auch bekannt als „Wenzel“, ist ein deutscher Musiker, Sänger, Komponist, und Liedermacher, der seit den 1980er Jahren vor allem in der deutschen Musikszene bekannt ist. Geboren wurde er am 31. Juli 1955 in Kropstädt in der DDR. Wenzel wurde besonders durch seine kritischen und poetischen Texte sowie durch seine kraftvolle Stimme bekannt. Seine Musik verbindet Elemente des Chansons, Folk und Rock und ist oft politisch und sozialkritisch.

Wenzel begann seine Karriere in der DDR, wo er sich früh als ein unkonventioneller Künstler profilierte. Er trat zunächst als Mitglied des Duos Wenzel & Mensching auf, das durch seine satirischen und kabarettistischen Programme bekannt wurde. Gemeinsam mit Steffen Mensching bildete er das Duo „Karls Enkel“, das ab den 1970er Jahren mit scharfzüngiger Gesellschaftskritik und bissigem Humor auftrat. In den 1980er Jahren wurde Wenzel zunehmend als Solokünstler aktiv und konnte seine musikalische Karriere auch nach der Wende erfolgreich fortsetzen.

Besonders in den 1990er Jahren und danach veröffentlichte er zahlreiche Alben, die sich durch ihre lyrische Tiefe und musikalische Vielfalt auszeichnen. Wenzel ist ein vielseitiger Künstler, der nicht nur als Sänger und Musiker, sondern auch als Theaterautor, Komponist und Regisseur tätig ist. Seine Texte sind oft geprägt von einem tiefen Verständnis für die menschliche Natur und eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen.

Wenzel erhielt im Laufe seiner Karriere mehrere Auszeichnungen, darunter den Deutschen Kleinkunstpreis, was seinen Status als bedeutender deutscher Liedermacher unterstreicht. Seine Musik bleibt eine kraftvolle Stimme im deutschen Chanson und ist bekannt für ihre emotionale Tiefe und politische Relevanz.