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Bekämpfung von Islamismus und Extremismus in Berlin als komplexe Herausforderung

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Die 29. Sitzung des Ausschusses für Verfassungsschutz fand am 20. Januar 2025 statt und wurde live auf der Webseite des Abgeordnetenhauses von Berlin übertragen. Im öffentlichen Teil der Sitzung wurden die wichtigsten Themen im Zusammenhang mit dem Islamismus in Berlin und anderen sicherheitsrelevanten Aspekten behandelt. Eine nichtöffentliche Sitzung oder eine Veränderung der Einstufung von Themen war im Vorfeld in Erwägung gezogen worden, sollte dies notwendig sein. Die Sitzung war durch verschiedene Anhörungen und Stellungnahmen von Expert:innen, zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie Vertreter:innen des Senats geprägt.

Tagesordnung und Struktur der Sitzung
Die Sitzung wurde um Punkt 4 erweitert und umfasste insgesamt fünf Tagesordnungspunkte. Der wichtigste Themenbereich war die Prävention und Deradikalisierung von Islamismus in Berlin, in dessen Rahmen eine ausführliche Anhörung stattfand. Weitere Themen beschäftigten sich mit den Aktivitäten der Gruppe Marx21 in Berlin sowie einem vereitelten Anschlag auf die israelische Botschaft. Ein nicht genannter Punkt wurde vertagt, und abschließend gab es Fragen an den Senat.

Islamismus in Berlin – Potenziale und Herausforderungen von Prävention und Deradikalisierung
Zu diesem Tagesordnungspunkt wurde eine Anhörung mit verschiedenen Expert:innen durchgeführt, darunter Frau Janine Öhlmann, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös-begründeter Extremismus e.V., Dr. Gerd Nordbruch, Co-Leiter des Projekts „Verbund Islam, Prävention und Demokratieförderung“, Thomas Mücke, Mitbegründer von Violenzprävention.net, sowie Ahmad Masur, Gründer und Geschäftsführer von MINT Prävention. Ziel der Anhörung war es, den aktuellen Stand der Präventionsarbeit sowie der Deradikalisierung von Islamismus zu beleuchten und die Herausforderungen sowie Potenziale in diesem Bereich zu diskutieren.

Begründung des Besprechungspunktes
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begründete die Diskussion über Islamismus mit dem Hinweis, dass die Prävention und Deradikalisierung in der vergangenen Legislaturperiode bereits ein Thema war. Sie hielt es für notwendig, den aktuellen Sachstand einholen zu können, da sich die Bedrohungslage durch islamistische Bestrebungen weiterhin hoch darstellt.

Stellungnahme des Senats
Der Staatssekretär im Senat erläuterte, dass die Bedrohung durch islamistische Bestrebungen in Berlin weiterhin unverändert hoch sei. Er verwies auf die fortdauernde Propaganda von Terrorgruppen wie dem Islamischen Staat (IS) und Al-Qaida, deren ideologische Arbeit auch durch antisemitische und israelfeindliche Rhetorik verstärkt werde. Zudem sei die gezielte Ansprache von Jugendlichen durch islamistische Prediger und Gruppierungen wie „Generation Islam“ in sozialen Medien ein wachsendes Problem. Der Senat betonte, dass im Kampf gegen Extremismus ein Dreiklang aus Prävention, Intervention und Repression verfolgt werde.

Das Berliner Landesprogramm Radikalisierungsprävention, das mit etwa 1,9 Millionen Euro ausgestattet sei, konzentriere sich auf präventive Maßnahmen in Schulen, Online-Prävention sowie spezifische Programme für Mädchen und Frauen. Ein weiterer Bestandteil sei das Deradikalisierungsnetzwerk DERADNET, welches die Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden und Beratungsstellen für religiös begründeten Extremismus fördere. Besonders wichtig sei auch die psychologische und psychiatrische Unterstützung durch die Charité Universitätsmedizin Berlin, die Fachkräfte in der Radikalisierungsprävention unterstütze.

Stellungnahme der Zivilgesellschaft
Frau Immann hob hervor, dass die Zivilgesellschaft eine Schlüsselrolle in der Präventionsarbeit spiele. Sie wies auf die hohe Zahl an Gefährdern im islamistischen Bereich hin, die durch Ereignisse wie den 7. Oktober 2023, den Tag des Terroranschlags in Israel, weiter radikalisiert werden könnten. Sie unterstützte den Dreiklang aus Prävention, Intervention und Repression und forderte einen Ausbau der Landesprogramme zur Radikalisierungsprävention. Gleichzeitig warnte sie vor der Gefahr einer „Koradikalisierung“, bei der Menschen von einem Extremismus in einen anderen übertreten könnten, etwa von Islamismus zu Rechtsextremismus. Sie appellierte an die Politik, die Zivilgesellschaft finanziell besser abzusichern und institutionell stärker einzubinden, um ihre Arbeit langfristig fortsetzen zu können.

Stellungnahme von Dr. Nordbruch
Dr. Nordbruch von ufuk.de plädierte für eine universelle Prävention, die sich nicht nur auf die Radikalisierung nach dem ersten Auftreten extremistischer Tendenzen beschränken dürfe. Er verwies auf den Fall von Marwa Sherbini und erklärte, dass Jugendliche Ereignisse oft anders wahrnähmen als die Gesellschaft, was ihre Radikalisierung begünstigen könne. Es sei wichtig, Präventionsarbeit als Netzwerkarbeit zu verstehen, bei der verschiedene Akteure, wie Schulen, Sozialarbeiter und Sicherheitsbehörden, zusammenarbeiten müssen. In Berlin sei die Präventionslandschaft gut aufgestellt, es sei jedoch notwendig, diese auch langfristig zu sichern.

Stellungnahme von Herrn Mücke
Herr Mücke, Mitbegründer von Violence Prevention Network, berichtete von einer dramatischen Zunahme terroristischer Vorfälle im islamistischen Kontext seit Oktober 2023. Dabei werde immer häufiger die jüngere Generation als Zielgruppe der Radikalisierung angesprochen. Er hob hervor, dass zwei Drittel der Tatverdächtigen mittlerweile Jugendliche seien und die Radikalisierung zusehends über Online-Plattformen stattfinde. Mücke kritisierte die unsicheren Finanzierungsmodelle und die Notwendigkeit, zivilgesellschaftliche Organisationen langfristig zu finanzieren, um ihre wichtige Arbeit fortsetzen zu können.

Stellungnahme von Herrn Mansur
Herr Mansur, Gründer von MINT Prävention, betonte, dass sich Deutschland derzeit in der dritten Welle der Radikalisierung befinde. Diese sei komplexer und differenzierter als frühere Wellen, da sie durch digitale Medien und soziale Netzwerke verstärkt werde. Er kritisierte die algorithmische Verstärkung von Radikalisierung und betonte, dass die Propaganda durch Islamisten zunehmend professionell und international vernetzt sei. Der 7. Oktober 2023 habe als „Brandbeschleuniger“ für diese Radikalisierungswelle fungiert. Mansur plädierte für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren und eine stärkere Fokussierung auf Online-Prävention.

Fragen der Abgeordneten
Die Abgeordneten stellten Fragen zu verschiedenen Aspekten der Präventionsarbeit, darunter die Anpassung an die Radikalisierung im Netz, die Finanzierung von Projekten und die Notwendigkeit einer stärkeren Einbindung der Zivilgesellschaft. Sie forderten auch eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Verbindungen zwischen Islamismus und organisierter Kriminalität sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Verfassungsschutz.

Antworten der Anzuhörenden
Die Expert:innen und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft betonten insbesondere die Notwendigkeit, Präventionsarbeit im Netz zu intensivieren und Qualitätsstandards für digitale Prävention zu etablieren. Es wurde auch die Notwendigkeit einer verstärkten Kooperation zwischen Staat und Zivilgesellschaft betont. Zudem wurde auf die Bedeutung einer langfristigen und sicheren Finanzierung hingewiesen, da viele Programme nur durch kurzfristige Förderungen existieren und keine Planungssicherheit bieten. Weitere wichtige Punkte waren die Notwendigkeit, die Online-Prävention zu verbessern und den Umgang mit extremistischen Inhalten auf Plattformen wie TikTok zu intensivieren.

Weitere Diskussionen und Tagesordnungspunkte
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt behandelte die Gruppe Marx21, die vom Senat als linksextremistisch eingestuft wurde. Es wurde jedoch auch darauf hingewiesen, dass die Gruppe aufgrund ihrer begrenzten Bedeutung in der Berliner Stadtgesellschaft nicht in den Verfassungsschutzbericht aufgenommen wurde. Die Gruppe pflege zwar antiisraelische Verbindungen, jedoch seien Verstrickungen mit anderen politischen Gruppen und insbesondere der Linkspartei in Neukölln bislang nicht nachgewiesen.

In Bezug auf den vereitelten Anschlag auf die israelische Botschaft konnte der Senat aufgrund laufender Ermittlungen keine detaillierten Informationen geben. Es wurde jedoch versichert, dass der Verfassungsschutz stets seine Arbeit evaluiere und den Umgang mit Informationen von internationalen Geheimdiensten prüfe.

Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Sitzung des Ausschusses für Verfassungsschutz verdeutlichte, dass die Bekämpfung von Islamismus und Extremismus in Berlin eine komplexe Herausforderung darstellt, die verschiedene Ansätze und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren erfordert. Ein wichtiger Fokus liegt auf der Präventionsarbeit, die zunehmend auch Online-Prävention umfasst. Dabei ist die Zivilgesellschaft eine tragende Säule, die jedoch eine langfristige finanzielle Absicherung und institutionelle Einbindung benötigt. Es wurde deutlich, dass eine flexible und koordinierte Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft notwendig ist, um der Bedrohung durch Radikalisierung und Extremismus effektiv entgegenzuwirken.

KTV auf dem Weg: Stadtteilentwicklungskonzept für die Kröpeliner-Tor-Vorstadt Rostock

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Die Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) in Rostock stellt als zentraler Stadtteil eine besondere Herausforderung für die Stadtentwicklung dar, insbesondere im Bereich der Mobilität und des Verkehrs. Angesichts der wachsenden urbanen Herausforderungen im Zusammenhang mit Klimawandel, dem Wandel von Mobilitätsgewohnheiten und der Notwendigkeit einer nachhaltigen Stadtentwicklung ist das Projekt „KTV auf dem Weg“ entstanden. Es handelt sich um ein Stadtteilentwicklungskonzept, das die Verkehrssituation in der KTV verbessern und gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Bewohner, Gewerbetreibenden und weiteren Interessierten eingehen soll.

Das Konzept basiert auf einem Rahmenplan aus dem Jahr 2021 und verfolgt das Ziel, die KTV als modernen, lebenswerten Stadtteil zu gestalten, der eine hohe Lebensqualität mit einer funktionalen und umweltbewussten Mobilität vereint. Die wesentlichen Ziele des Projekts sind:

Eines der Hauptziele ist die Klimawandelanpassung. Angesichts der steigenden Temperaturen in dicht bebauten Gebieten ist es notwendig, Strategien zu entwickeln, die den urbanen Raum auf diese Veränderungen vorbereiten. Dies betrifft nicht nur die Verbesserung des Mikroklimas durch geeignete Begrünungsmaßnahmen, sondern auch die Sicherung und Pflege der Grünflächen, die für die Lebensqualität im Stadtteil entscheidend sind.

Ein weiteres zentrales Anliegen des Projekts ist die Mobilitätswende. Der Verkehrsraum in der KTV soll so gestaltet werden, dass er allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird, ohne den begrenzten Raum der Stadt unnötig zu beanspruchen. Dies umfasst eine Balance zwischen Fußgängern, Radfahrern, Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei sollen vor allem auch alternative Mobilitätsformen wie Carsharing und Bikesharing stärker in den Fokus rücken, um den Individualverkehr zu reduzieren.

Die Nutzungsvielfalt auf den Straßen und Plätzen der KTV spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ziel ist es, verschiedene Nutzungen wie Wohnen, Arbeiten und Freizeitmöglichkeiten miteinander zu verbinden. So sollen öffentliche und private Räume besser miteinander integriert werden, um den Stadtteil für alle Altersgruppen und Interessensgemeinschaften attraktiv zu machen.

Ein weiteres wichtiges Ziel des Projekts ist die Schaffung einer Stadt der kurzen Wege. Dies bedeutet, dass wichtige Orte wie Einkaufsmöglichkeiten, öffentliche Einrichtungen und Freizeitangebote für die Bewohner der KTV innerhalb von 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein sollen. Diese Maßnahme trägt dazu bei, den Verkehrsaufwand zu minimieren und die Lebensqualität zu erhöhen.

Zu guter Letzt ist der Grünerhalt in der KTV von besonderer Bedeutung. Der Schutz und die Sicherung von Grünflächen, insbesondere in einem Stadtteil wie der KTV, sind unerlässlich, um den urbanen Raum lebenswerter und umweltfreundlicher zu gestalten. Diese Flächen tragen nicht nur zur Verbesserung des Mikroklimas bei, sondern bieten auch Rückzugsorte für die Bewohner und wertvolle ökologische Lebensräume.

Der Fokus des Projekts liegt besonders auf der Mobilität, da hier die größten Konflikte und Diskussionsbedarfe bestehen. Das Ziel des Projekts ist es, Lösungen zu finden, die die verschiedenen Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen berücksichtigen und langfristig umsetzbar sind.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der aktive Beteiligungsprozess. Die Stadtplanung soll nicht nur von Fachleuten und Behörden, sondern auch von den Anwohnern und weiteren relevanten Akteuren mitgestaltet werden. Hierfür sind verschiedene Beteiligungsformate vorgesehen. Dazu gehören öffentliche Veranstaltungen, bei denen der aktuelle Stand des Projekts präsentiert und der Dialog mit den Bürgern gefördert wird. Akteursworkshops ermöglichen es, Vertreter verschiedener Interessengruppen zusammenzubringen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. In Fokusgruppen werden gezielt bestimmte Themen und Aspekte vertieft, um tiefergehende Erkenntnisse zu gewinnen und maßgeschneiderte Lösungen zu erarbeiten. Bei Begehungen können die Anwohner ihre Perspektiven vor Ort einbringen, und in Stadtteilwerkstätten arbeiten alle Beteiligten intensiv an konkreten Szenarien und Ideen für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils.

Für diejenigen, die nicht persönlich an den Veranstaltungen teilnehmen können, wird auch eine Online-Beteiligung angeboten. Diese ermöglicht es, Kommentare, Vorschläge und Ideen bequem von zu Hause aus einzubringen. Ein Mobilitätsrat, bestehend aus 12 ausgewählten Personen, die die Stadtgesellschaft repräsentieren, nimmt aktiv an den verschiedenen Beteiligungsformaten teil und trägt maßgeblich zur Entwicklung von Szenarien und Maßnahmen bei. Darüber hinaus können Bürger ihre Anmerkungen auch in schriftlicher Form einbringen.

Das Projekt wird von einer Vielzahl von Beteiligten unterstützt, darunter die Stadtverwaltung Rostock mit verschiedenen Ämtern wie dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität, dem Tiefbauamt und dem Grünamt. Darüber hinaus sind externe Planungsbüros wie Ramboll (für die Verkehrsplanung) und die Raumplaner (für den Beteiligungsprozess) aktiv beteiligt. DCX Innovations führt Parkraumerhebungen durch, um den aktuellen Stand des Parkraums im Stadtteil zu erfassen. Auch lokale Institutionen, Sportvereine, Initiativen und Bürgergruppen werden in den Prozess integriert, um die Bedürfnisse der gesamten Stadtgemeinschaft zu berücksichtigen. Gewerbetreibende, vertreten durch die IHK, sowie politische Entscheidungsträger werden frühzeitig in den Planungsprozess einbezogen, um sicherzustellen, dass auch wirtschaftliche und politische Perspektiven berücksichtigt werden. Besondere Zielgruppen wie Kinder, Jugendliche und Menschen mit Beeinträchtigungen werden ebenfalls gezielt in den Prozess eingebunden, um ihre Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen. Vermieter und Stadtwerke sind ebenfalls relevante Akteure, die in den Prozess einbezogen werden, da sie für die Infrastruktur des Stadtteils von zentraler Bedeutung sind.

Das Konzept „KTV auf dem Weg“ ist in mehrere Arbeitsschritte gegliedert, die nacheinander umgesetzt werden. Zu Beginn wird eine Grundlagenermittlung und Bestandsanalyse durchgeführt. Diese umfasst die Auswertung des Rahmenplans von 2021 sowie die Erhebung von Parkraumdaten, die als Grundlage für die Planung dienen. In der nächsten Phase werden Szenarien und Maßnahmen entwickelt, die auf die spezifischen Herausforderungen der KTV eingehen. Dabei wird besonderer Wert auf die Priorisierung von Maßnahmen gelegt, um die wichtigsten Ziele zügig und effektiv umzusetzen. Ein finales Konsens-Szenario wird ausgewählt, das die verschiedenen Ziele miteinander vereint und praktisch umsetzbar ist. Schließlich wird der gesamte Prozess organisiert und die Beteiligungsformate koordiniert, um einen transparenten und offenen Planungsprozess sicherzustellen.

Einige der wichtigsten Ergebnisse der Bestandsanalyse umfassen Erkenntnisse zum Radverkehr, Fußverkehr, ÖPNV und ruhendem Verkehr. Es wurde festgestellt, dass es im Gebiet an ausreichenden Radwegen fehlt, obwohl das Gebiet gut an Hauptstraßen angebunden ist. Der Fußverkehr leidet unter unebenen Gehwegen und durch parkende Fahrzeuge blockierten Flächen, während der ÖPNV durch Straßenbahnen und S-Bahnen gut angebunden ist, aber noch Potenzial zur Verbesserung bietet. Der ruhende Verkehr stellt eine große Herausforderung dar, da der Parkraummangel und die Dominanz parkender Fahrzeuge die Straßenräume belasten.

Wichtige Diskussionspunkte umfassen die Einbeziehung der Ergebnisse des Verkehrsversuchs Sommerstraße, die Berücksichtigung sozialpsychologischer Aspekte und die Prüfung von möglichen Quartiersgaragen, etwa am Ulmenmarkt. Darüber hinaus wird die Nutzung des Gehwegs durch Radfahrer sowie die Prüfung von alternativen Flächennutzungen wie Garagenhöfen diskutiert. Eine weitere zentrale Fragestellung ist, wie die Online-Beteiligung effektiv genutzt werden kann, um die Kommentare und Vorschläge der Bürger in die Planung zu integrieren.

Das Konzept „KTV auf dem Weg“ soll bis Ende 2025 fertiggestellt werden. Bereits während des gesamten Prozesses sollen jedoch Sofortmaßnahmen identifiziert und umgesetzt werden. Die Ergebnisse des Projekts fließen in das übergeordnete Stadtentwicklungskonzept für Rostock ein und werden langfristig zur Verbesserung der Lebensqualität in der KTV und anderen Stadtteilen beitragen.

Dieses umfassende Konzept bietet eine fundierte Grundlage, um die Mobilität und den Verkehr in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt nachhaltig zu verbessern. Die aktive Einbindung der Bürger sowie die Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven garantieren einen transparenten und offenen Planungsprozess, der die Grundlage für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadtentwicklung in Rostock bildet.

Ärztegewinnung in Sachsen-Anhalt: Eine zentrale Herausforderung

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Die Landespressekonferenz vom 21.01.2025, die sich mit den Themen Ärztegewinnung und Krankenhausplanung befasst, bietet einen umfassenden Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze in Sachsen-Anhalt. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte der Konferenz, unterteilt nach Themenbereichen, detailliert dargestellt.

Die Ärztegewinnung steht dabei im Mittelpunkt der Diskussion, da der demografische Wandel die medizinische Versorgung zunehmend unter Druck setzt. Ministerpräsident Dr. Rainer Haseloff betont, dass die langfristige Entwicklung im Bereich der Ärzte- und Zahnärzteversorgung durch die Halbierung der Geburtenrate von 32.000 auf 16.000-17.000 seit der Wende stark beeinflusst wird. Diese stagnierende Geburtenrate führt zu einem Ungleichgewicht: Während zwei Ärzte in den Ruhestand gehen, rückt lediglich ein neuer Absolvent nach. Besonders in den ländlichen Regionen des Landes ist die Lage angespannt, da es dort generell schwieriger ist, ausreichend medizinisches Personal zu gewinnen.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, plant die Landesregierung mehrere Maßnahmen zur Ärztegewinnung. Dazu zählen unter anderem die Erhöhung der Studienplatzkapazitäten in der Zahnmedizin um 50 Prozent. Dies soll durch eine Kombination aus direkten Studienplätzen an der Martin-Luther-Universität Halle und Stipendienprogrammen für ein Studium im Ausland erreicht werden. Auch Quotenregelungen werden diskutiert, um vorhandene Kapazitäten besser auszuschöpfen. Beispielsweise sollen ungenutzte Studienplätze für ausländische Studierende oder Härtefälle der sogenannten Landarztquote zugutekommen. Die bereits existierende Landarztquote soll zudem um eine Landzahnarztquote ergänzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einführung von Stipendienprogrammen. Hier plant das Land, sich an der Finanzierung von Studienplätzen im Ausland zu beteiligen, wobei sich die Studierenden verpflichten, nach ihrem Abschluss in Sachsen-Anhalt tätig zu werden. Diese Stipendien sollen über das Gesundheitsministerium abgewickelt werden und sich auf EU-Länder mit anerkannten Abschlüssen konzentrieren. Ergänzend dazu gibt es auch Stipendien von Städten und Landkreisen, die speziell darauf abzielen, Ärzte und Zahnärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen. So sind beispielsweise zehn Stipendien für Studierende geplant, die sich verpflichten, nach dem Studium in Sachsen-Anhalt zu arbeiten.

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Bindung von Absolventen an Sachsen-Anhalt. Statistiken zeigen, dass Studierende, die in Sachsen-Anhalt ausgebildet wurden, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, auch dort zu arbeiten. Aus diesem Grund ist es entscheidend, diese Zielgruppe stärker an das Land zu binden. Dies soll unter anderem durch die gezielte Auswahl der Stipendiaten und eine gerechte Verteilung im Land erreicht werden. Darüber hinaus wird die Martin-Luther-Universität Halle Kapazitäten in der Zahnmedizin erhöhen, indem vorhandene Ressourcen effizienter genutzt werden.

Trotz aller Bemühungen wird betont, dass die Maßnahmen zur Ärztegewinnung erst langfristig Wirkung zeigen. Ein Medizinstudium in Deutschland dauert in der Regel 10 bis 12 Jahre, im Ausland oft etwas weniger. Daher müssen auch kurzfristige Lösungen gefunden werden, um die bereits bestehenden Ärzte zu halten und Absolventen zu motivieren, in Sachsen-Anhalt zu bleiben. Insgesamt wurden fast 100 Maßnahmen erarbeitet, um diese Ziele zu erreichen. Diskutiert wird auch über eine mögliche Verkürzung der Studiendauer, um schneller für Entlastung zu sorgen.

Parallel zur Ärztegewinnung steht die Krankenhausplanung im Fokus. Viele Kliniken in Sachsen-Anhalt stehen vor finanziellen Herausforderungen. Beispielhaft wird das kommunale Klinikum Dessau genannt, das mit Defiziten in Millionenhöhe zu kämpfen hat. Andere Kliniken wie die Pfeiffer’schen Stiftungen mussten bereits Insolvenz anmelden. Die Bundesländer forderten zwar ein Nothilfeprogramm von 5 Milliarden Euro für insolvenzgefährdete Kliniken, doch konnte dies politisch nicht durchgesetzt werden. Kommunale Krankenhäuser werden daher weiterhin von ihren Gewährsträgern unterstützt, um eine Insolvenz abzuwenden.

Ein zentrales Thema der Diskussion ist die Krankenhausreform des Bundes. Obwohl das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz in Kraft getreten ist, fehlen noch wichtige Verordnungen zu Leistungsgruppen, Mindestmengen und dem Transformationsfonds. Diese sind jedoch essenziell für die Umsetzung der Krankenhausplanung. Sachsen-Anhalt orientiert sich bereits an den Leistungsgruppen, die in Nordrhein-Westfalen verwendet werden, und hat eine Software entwickelt, die eigene Planungen erleichtert. Dennoch fordert die Landesregierung Korrekturen am bestehenden Bundesgesetz, um eine qualitatsgerechte stationäre Versorgung sicherzustellen. Kooperationen und Ausnahmen sind notwendig, um die Versorgung in allen Regionen zu gewährleisten.

Die Krankenhausplanung soll bis zum Frühjahr 2026 abgeschlossen sein. Der Planungsprozess umfasst die Strukturprüfung der Krankenhäuser durch den medizinischen Dienst, was jedoch viel Zeit in Anspruch nimmt. Um den Prozess zu beschleunigen, wird versucht, die Planung um bis zu drei Vierteljahre vorzuziehen. Es ist jedoch entscheidend, auf die Entscheidungen des Bundes zu warten, um ständige Novellen zu vermeiden. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf der Rechtssicherheit der Planungen, da Klagen von Krankenhäusern drohen könnten.

Ein kontroverses Thema ist die Diskussion um Standortschließungen. Während die FDP vorschlägt, bestimmte Krankenhäuser zu schließen, betont die Landesregierung die Notwendigkeit, zwei Maximalversorger in Magdeburg zu erhalten. Die Kassen unterstützen die Erhaltung der Standorte, legen jedoch besonderen Wert auf die angebotenen Leistungen. Um die Versorgung sicherzustellen, wird eine gestufte Versorgung angestrebt, bei der sich Krankenhäuser entweder spezialisieren oder die Grundversorgung übernehmen. Ein Beispiel für Spezialisierung ist das Harz-Klinikum, das plant, aus drei Standorten ein Zentralklinikum zu schaffen. Die Landesregierung hat jedoch Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und der Auswirkungen auf das knappe Personal.

Abschließend betont die Landesregierung ihre Bemühungen, durch Zusammenarbeit mit Verbänden und Akteuren im Gesundheitswesen eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen. Dabei wird auch Wert auf die Information der Bürgerinnen und Bürger gelegt, um das Verständnis für steigende Krankenkassenbeiträge zu fördern. Die Landespressekonferenz gibt einen umfassenden Einblick in die Herausforderungen und geplanten Lösungen im Gesundheitswesen Sachsen-Anhalts und zeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten für die Zukunft des Gesundheitssektors ist.

Das 100-Tage-Programm der Thüringer Landesregierung

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Die Thüringer Landesregierung hat mit ihrem 100-Tage-Programm ein ambitioniertes Vorhaben vorgestellt, das unter der Leitung von Ministerpräsident Mario Voigt die zentralen Herausforderungen des Landes adressieren soll. Dieses Programm, das von der Finanzministerin Katja Wolf und dem Innenminister Georg Mayer in einer Regierungsmedienkonferenz am 21. Januar 2025 detailliert vorgestellt wurde, zielt darauf ab, in kurzer Zeit spürbare Verbesserungen in den Lebensbereichen der Thüringer Bürger zu erzielen. Der Fokus liegt auf einer Vielzahl von Themen, die von Bildung und Wirtschaft über Gesundheit und Migration bis hin zur Digitalisierung und regionalen Entwicklung reichen. Das Programm sieht die Umsetzung von 50 konkreten Maßnahmen innerhalb von 100 Tagen vor, sodass rechnerisch jeden zweiten Tag ein Fortschritt erzielt werden soll. Die Landesregierung betont dabei, dass sie die Alltagssorgen der Menschen in den Mittelpunkt stellt und durch Teamarbeit sowie entschlossenes Handeln Vertrauen zurückgewinnen möchte.

Eines der zentralen Themen ist die Bildung, die als Schlüssel für die Zukunft des Landes angesehen wird. Die Landesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den Unterrichtsausfall in Thüringen auf unter zehn Prozent zu reduzieren, ein ambitioniertes Vorhaben, das durch eine Reihe von Maßnahmen unterstützt werden soll. Dazu gehört eine Einstellungsoffensive für Lehrkräfte, die darauf abzielt, einen nahtlosen Übergang vom Studium in den Schuldienst zu gewährleisten. Diese Initiative soll sicherstellen, dass Lehramtsanwärter frühzeitig Stellenangebote in Thüringen erhalten und nicht in andere Bundesländer abwandern. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Überprüfung der Lehrerwochenstunden, bei der Bürokratie abgebaut und die freigewordene Zeit in den Unterricht zurückgeführt werden soll. Zudem sollen Zulassungsbeschränkungen, insbesondere in den MINT-Fächern, gemeinsam mit den Hochschulen diskutiert werden, um mehr junge Menschen für diese Studiengänge zu gewinnen. Ergänzend wird die Einführung verpflichtender Sprachtests angestrebt, um die sprachlichen Grundlagen der Schüler zu stärken. Ab dem Schuljahr 2025/26 soll außerdem ein systematisches Leseförderprogramm, das sogenannte Leseband, an allen Schulen eingeführt werden, um die Lesekompetenz der Schüler zu fördern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der wirtschaftlichen Entwicklung Thüringens. Die Landesregierung will Wachstumsimpulse setzen, Bürokratie abbauen und die Digitalisierung vorantreiben. Dazu gehört eine Neuauflage der Fachkräftestrategie, die durch ein Gesprächsformat namens „Pakt für Wachstum und Beschäftigung“ unterstützt werden soll. Die finanzielle Absicherung von Meisterboni und Meisterprämien ist ein weiterer wichtiger Punkt, der die Attraktivität der handwerklichen Berufe steigern soll. Gleichzeitig wird der Abbau von Bürokratie durch zehn konkrete Maßnahmen vorangetrieben, darunter die Abschaffung der verpflichtenden Umsetzung des Flächenregisters für Thüringer Landwirte. Die Digitalisierung wird ebenfalls intensiv vorangetrieben, etwa durch die Einführung digitaler Bauanträge, die das Leben der Bürger und Unternehmen vereinfachen sollen. Darüber hinaus sollen Unternehmen bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung entlastet und die Regelungen für die Auftragsvergabe erleichtert werden.

Die Gesundheitsversorgung ist ein weiterer zentraler Aspekt des 100-Tage-Programms. Die Landesregierung plant die Einrichtung eines Krankenhaussicherungsfonds, der die finanzielle Stabilität der Krankenhäuser sicherstellen und Schließungen verhindern soll. Dieser Fonds soll voraussichtlich einen Umfang im zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Millionenbereich haben. Um die Versorgung aufrechtzuerhalten, sollen Digitalisierung und künstliche Intelligenz stärker im Gesundheitsbereich eingesetzt werden. Ein kurzfristig geplanter Gesundheitsgipfel soll dazu beitragen, Lösungen für die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitssektor zu entwickeln. Eine weitere Maßnahme ist die Einführung einer Familien-App, die als zentrale Plattform für Angebote und Leistungen dienen soll.

Auch die Migration und deren Verwaltung nehmen eine wichtige Rolle im Programm ein. Die Landesregierung plant die Einführung einer zentralen Verwaltung für die Rückführung und Aufnahme von Flüchtlingen. Zudem soll eine einheitliche Bezahlkarte für Flüchtlinge eingeführt werden, die den Verwaltungsaufwand reduziert und Transparenz schafft. Die Umsetzung von Abschiebehaftplätzen wird ebenfalls angegangen, um die gesetzlichen Regelungen in diesem Bereich zu stärken.

Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist die Modernisierung des Staates. Die Digitalisierung der Verwaltung soll vorangetrieben und bestehende Vorschriften sollen grundlegend überarbeitet werden, um praxistauglichere digitale Regelungen zu finden. Ziel ist es, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen und bürgerfreundlicher zu gestalten.

Darüber hinaus möchte die Landesregierung die Heimat stärken und das grüne Herz Deutschlands fördern. Im Fokus stehen Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Raums und zur Förderung des Umweltbewusstseins. Der Kommunale Finanzausgleich (KFA) soll überprüft und angepasst werden, um die finanzielle Ausstattung der Kommunen zu verbessern. Langfristig plant die Regierung auch den Aufbau von Bürgerräten, die zu wichtigen Themen wie Frieden beitragen sollen.

Die Sicherheit ist ein weiterer Schwerpunkt des Programms. Das Polizeiaufgabengesetz soll kurzfristig angepasst werden, um aktuelle Herausforderungen zu adressieren. Zudem sollen in den nächsten fünf Jahren 1.800 neue Polizisten eingestellt werden, wobei ein besonderer Fokus auf den Bereich Cybercrime gelegt wird. Eine Kommission „Sicherheit im Alter“ soll gegründet werden, um ältere Menschen besser vor Betrugsmaschen zu schützen. Im Innenministerium wird eine eigene Abteilung für Bevölkerungsschutz geschaffen, die für den Umgang mit größeren Schadensereignissen zuständig sein soll.

Trotz der ambitionierten Ziele steht die Landesregierung vor erheblichen Herausforderungen. Die Finanzministerin Katja Wolf wies auf die angespannte Haushaltssituation hin, die durch sinkende Steuereinnahmen und hohe konsumtive Ausgaben belastet ist. Ein Krankenhaussicherungsfonds, Bürgerräte und die Finanzierung von zusätzlichem Personal sind nur einige der Bereiche, in denen finanzielle Lösungen gefunden werden müssen. Die Regierung kritisierte die vorherige Landesregierung für die Hinterlassenschaft einer „leeren Sparbüchse“, betonte jedoch gleichzeitig, dass sie entschlossen sei, kreative Ansätze zur Lösung dieser Probleme zu finden.

Abschließend lässt sich feststellen, dass das 100-Tage-Programm der Thüringer Landesregierung ein umfassendes und ambitioniertes Vorhaben ist, das darauf abzielt, in kurzer Zeit spürbare Veränderungen herbeizuführen. Es umfasst eine Vielzahl konkreter Maßnahmen in zentralen Lebensbereichen und betont die Zusammenarbeit zwischen den Ministerien sowie die Einbeziehung der Bürger. Obwohl die Umsetzung der Maßnahmen von Herausforderungen wie der angespannten Haushaltssituation und der Notwendigkeit langfristiger Planung begleitet wird, zeigt das Programm den Willen der Regierung, entschlossen zu handeln und Thüringen auf einen zukunftsfähigen Kurs zu bringen. Die Bevölkerung ist eingeladen, die Fortschritte kritisch zu begleiten und die Landesregierung an ihren Taten zu messen.

Die Sparkassenwälder in Ostdeutschland

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Die Sparkassenwälder in Ostdeutschland sind ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie nachhaltige Projekte durch innovative Ansätze und breite gesellschaftliche Unterstützung umgesetzt werden können. Seit 2021 engagieren sich die Sparkassen aktiv in der Wiederaufforstung heimischer Wälder, ein Vorhaben, das nicht nur ökologischen Mehrwert bietet, sondern auch das Bewusstsein für den Umweltschutz stärkt.

Hintergrund der Sparkassenwälder
Die Idee, Sparkassenwälder zu pflanzen, wurde im Zuge der zunehmenden gesellschaftlichen Diskussion über Nachhaltigkeit und Klimaschutz geboren. Ein wesentlicher Impuls war dabei die Erkenntnis, dass der Wald eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielt. Wälder sind nicht nur Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten, sondern auch unverzichtbare Kohlenstoffspeicher, die zur Senkung des CO₂-Ausstoßes beitragen.

Im Rahmen dieses Projekts wurden seit Beginn der Initiative bis Ende 2024 bereits über 80.000 Bäume in verschiedenen Regionen Ostdeutschlands gepflanzt. Das Projekt wird dabei in enger Zusammenarbeit mit lokalen Forstbetrieben, Naturschutzorganisationen und freiwilligen Helferinnen und Helfern durchgeführt. Die Pflanzungen konzentrieren sich auf Gebiete, die von Sturmschäden, Trockenheit oder Schädlingsbefall wie dem Borkenkäfer stark betroffen sind.

Finanzierung durch die PS-Lotterie
Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal der Sparkassenwälder ist die Finanzierung. Das Projekt wird maßgeblich durch die Erlöse der PS-Lotterie unterstützt. Die PS-Lotterie („Sparen und Gewinnen“) kombiniert die Idee des Sparens mit der Möglichkeit, Gewinne zu erzielen und gleichzeitig Gutes zu tun. Ein Teil jedes Loses fließt in regionale gemeinnützige Projekte, darunter die Wiederaufforstung. Dieses Modell hat es ermöglicht, die Kosten für Setzlinge, Pflege und langfristige Betreuung der Wälder zu decken, ohne auf externe Fördermittel angewiesen zu sein.

Engagement und Herausforderungen
Die praktische Umsetzung des Projekts erfordert nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch den Einsatz zahlreicher Beteiligter. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkassen, Kundinnen und Kunden sowie externe Unterstützer engagieren sich regelmäßig bei Pflanzaktionen. Diese Einsätze sind nicht nur arbeitsintensiv, sondern auch symbolisch: Sie verdeutlichen die Bedeutung gemeinschaftlichen Handelns und fördern den direkten Kontakt zur Natur.

Doch das Projekt steht auch vor Herausforderungen. Der Klimawandel selbst erschwert die Aufforstung, da extreme Wetterbedingungen und zunehmende Trockenperioden das Wachstum der jungen Bäume beeinträchtigen können. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, werden robuste, klimaresistente Baumarten gepflanzt, die besser mit den veränderten Bedingungen zurechtkommen.

Nachhaltigkeit als langfristiges Ziel
Das Engagement der Sparkassenwälder geht über die reine Pflanzung von Bäumen hinaus. Ziel ist es, nachhaltige Waldökosysteme zu schaffen, die langfristig bestehen und vielfältige Funktionen erfüllen. Dazu gehört die Förderung der Biodiversität, die Verbesserung der Luftqualität und der Schutz vor Bodenerosion. Langfristige Monitoring-Programme sollen sicherstellen, dass die gepflanzten Bäume auch tatsächlich gedeihen.

Bedeutung für die Region
Neben den ökologischen Vorteilen hat das Projekt auch einen positiven sozialen und wirtschaftlichen Einfluss. Es stärkt das Gemeinschaftsgefühl in den beteiligten Regionen, bietet Bildungsmöglichkeiten zu Umweltthemen und schafft Arbeitsplätze, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Die Sparkassenwälder sind ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie unternehmerische Verantwortung und gesellschaftliches Engagement Hand in Hand gehen können. Bis 2030 planen die Sparkassen, die Zahl der gepflanzten Bäume auf 200.000 zu erhöhen. Dies wäre ein weiterer Schritt hin zu einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft für kommende Generationen.

Das Engagement aller Beteiligten – von den Sparkassen selbst über die Mitarbeitenden bis hin zu den Kunden – zeigt, dass auch kleine Beiträge Großes bewirken können. Die Sparkassenwälder sind ein Symbol für den Wandel, der durch kollektives Handeln möglich ist.

Stadtpromenade Cottbus: Vom Schandfleck zum lebendigen Zukunftsort

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Die Brachfläche an der Stadtpromenade in Cottbus, die lange Zeit als Schandfleck im Herzen der Stadt galt, erfährt eine Transformation hin zu einem lebendigen Zukunftsort. Erste Schritte sind bereits umgesetzt worden, und Bürgerinnen und Bürger können ihre Ideen aktiv einbringen. Am 30. Januar 2025 findet dazu ein Winterdialog im Stadthaus statt, bei dem Vorschläge für die weitere Entwicklung gesammelt werden.

Erste Fortschritte und Visionen
Die Umgestaltung begann mit einem modernen Spielplatz, der am 28. November 2023 von Oberbürgermeister Tobias Schicke eröffnet wurde. Der Spielplatz bietet Kindern und Familien einen neuen Treffpunkt und wurde durch Sitzmöglichkeiten ergänzt, die zum Verweilen einladen. Diese ersten sichtbaren Fortschritte zeigen das Potenzial des Areals und geben Hoffnung auf eine gelungene Neugestaltung.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt wurden bereits nach ihren Ideen befragt. Die Antworten reichen von der Wiederbelebung historischer Elemente wie der Mockermilch-Eisbar und des Sternchens aus DDR-Zeiten bis hin zu Vorschlägen für neue Grünflächen, Geschäfte und gastronomische Angebote. Auch innovative Konzepte wie Spreewaldkähne als Verweilmöglichkeiten wurden diskutiert. Besonders ältere Bewohner erinnern sich gerne an die lebendige Vergangenheit des Ortes und wünschen sich eine Rückkehr zu einem belebten Zentrum.

Winterdialog als Mitgestaltungsmöglichkeit
Der Kommunale Entwicklungsbeirat (KEB) lädt am 30. Januar 2025 um 17 Uhr ins Stadthaus ein, um über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. Die Veranstaltung bietet den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, Rückfragen zu stellen und eigene Ideen einzubringen. Der Winterdialog dient zudem als Vorbereitung auf die entscheidende Sitzung des KEB am 15. Februar 2025, deren Ergebnisse in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden.

„Die Gestaltung der Stadtpromenade ist ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem wir die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an einbeziehen möchten. Es ist uns wichtig, eine breite Akzeptanz zu schaffen und den Ort so zu gestalten, dass er den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird“, erklärte ein Sprecher des KEB.

Zukunftsperspektiven
Die Stadtpromenade in Cottbus soll von einem öden Freiraum zu einem lebendigen Zentrum transformiert werden. Die Vision umfasst grüne Erholungsflächen, soziale Treffpunkte und attraktive Angebote für alle Altersgruppen. Dabei werden auch die Ergebnisse einer Untersuchung des Kellerbereichs berücksichtigt, die das Potenzial für weitere Nutzungen verdeutlicht hat.

Der Winterdialog zeigt, dass die Umgestaltung der Stadtpromenade nicht nur durch städtische Gremien, sondern vor allem durch die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger getragen wird. Die Entwicklung hin zu einem Zukunftsort ist ein Symbol für Wandel und neue Chancen in der Stadt Cottbus.

Bodo Ramelow zu Geheimnissen als Ministerpräsident und die Corona-Pandemie

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Bodo Ramelow, der langjährige Ministerpräsident von Thüringen, hat in seiner Zeit an der Spitze des Bundeslandes einen prägnanten Einfluss auf die politische Landschaft in Thüringen und darüber hinaus genommen. In diesem Gespräch zieht er eine tiefgehende und ehrliche Bilanz seiner Amtszeit und gewährt den Zuhörern spannende Einblicke in seine persönliche und politische Haltung. Der Vortrag behandelt eine Vielzahl von Themen, die nicht nur die politische Arbeit, sondern auch die Herausforderungen und Erlebnisse widerspiegeln, die Ramelow während seiner Amtsführung begleiteten. Von persönlichen Erfahrungen über politische Niederlagen bis hin zu Zukunftsplänen bietet der Vortrag einen aufschlussreichen Blick auf seine Zeit als Ministerpräsident und darüber hinaus.

Übergabe des Ministerpräsidentenamtes und Umgang mit dem Nachfolger
Ein zentraler Punkt in Ramelows Rückblick ist die Übergabe des Ministerpräsidentenamtes an seinen Nachfolger Mario Vogt. Er betont, dass dieser Übergabeprozess von größter Bedeutung war und im Vorfeld eingehend mit Vogt besprochen wurde. Dabei hebt er hervor, dass es für ihn selbstverständlich war, eine demokratische und würdige Übergabe zu gestalten. Ramelow zeigt sich überzeugt, dass die demokratischen Werte in Thüringen auch in schwierigen Zeiten aufrechterhalten werden müssen. Besonders nach den „gruseligen Umständen“ bei der Eröffnung des Parlaments, als der AfD eine formale Funktion übertragen wurde, sei es umso wichtiger gewesen, dass die demokratischen Parteien zusammenstehen. Für ihn war es essentiell, Vogt als Nachfolger zu respektieren und ihn nicht zu übergehen. Ramelow vergleicht seine Rolle nach der Amtsübergabe mit der eines „Altbauern“, der sich nicht mehr aktiv in den Betrieb einmischen sollte, sondern vielmehr in der Rolle des Ratgebers verbleiben sollte. Er hat es daher vermieden, direkt in die Tagesgeschäfte der Regierung einzugreifen, sondern sich darauf konzentriert, seine Erfahrungen und Einschätzungen an die neue Regierung weiterzugeben, wenn dies nötig war.

Stolz und Bedauern während der Amtszeit
Ramelow blickt mit Stolz auf einige der Errungenschaften seiner Amtszeit zurück, darunter die Entwicklung von Oberhof zu einem leistungsstarken Zentrum für Wintersport. Unter seiner Führung gelang es, dort zwei Weltmeisterschaften auszurichten und das Skisportzentrum zu einer internationalen Adresse für Wintersportler zu machen. Dies bezeichnet er als einen seiner größten politischen Erfolge. Doch nicht alle Projekte verliefen nach seinen Vorstellungen. Besonders bedauerte er die stagnierende Entwicklung der Region um das Skisportzentrum in Suhl. Die ambitionierten Pläne für die Entwicklung dieser Region hätten nicht die erhoffte Wendung genommen. Auch die Schaffung eines Oberzentrums, bei dem mehrere Städte zusammengelegt wurden, betrachtet er als misslungen, da Oberhof für ihn durchaus das Potenzial besaß, das Oberzentrum zu werden. Dieser Rückblick auf verpasste Chancen und nicht erfüllte Erwartungen ist von einer gewissen Wehmut geprägt, aber Ramelow spricht offen über diese Enttäuschungen und zieht Lehren daraus.

Ein weiteres Thema, das ihm persönlich am Herzen liegt, ist die Situation der Krankenhäuser in Thüringen. Besonders die Schließung von Neuhaus in Hildburghausen und Sonneberg trifft ihn nach wie vor. Vor sechs Jahren hatte er noch Zusagen erhalten, das Krankenhaus Neuhaus zu einer Notfallklinik umzuwandeln, doch diese Pläne wurden nie umgesetzt. Die jetzige Situation sei das Resultat von Versäumnissen, die zu einer „krachenden Situation“ geführt haben. Neuhaus, so Ramelow, fühle sich heute als Verlierer dieser Entwicklungen. Dieser Bereich der Gesundheitsversorgung ist für ihn nach wie vor ein Schmerzpunkt und ein ungelöstes politisches Problem.

Umgang mit dem ersten AfD-Landrat
Ein weiteres schwieriges Thema, das Ramelow während seiner Amtszeit beschäftigte, war die Situation mit dem ersten AfD-Landrat in Thüringen. Auf der lokalen Ebene stellte sich diese Herausforderung als besonders schwierig heraus, vor allem im Hinblick auf die Zusammenarbeit bei der Arbeit mit Geflüchteten. Ramelow betont jedoch, dass er diesen Landrat stets als Amtsperson respektierte und versuchte, professionell mit ihm zusammenzuarbeiten. Trotz politischer Differenzen und einer vollkommen anderen weltanschaulichen Ausrichtung suchte er nach pragmatischen Lösungen. Besonders in Krisenzeiten wie dem Konkurs der RegioMed-Kliniken musste er schwierige Entscheidungen treffen. Ramelow schildert eine besonders brenzlige Situation, in der er dem Landrat keine direkten finanziellen Zusagen machen konnte, da diese Gelder sofort in die Konkursmasse des Klinikums geflossen wären. Stattdessen forderte er den Landrat auf, eine offizielle Geldforderung zu stellen, die er dann ablehnen würde, um so die Aufmerksamkeit des Konkursverwalters zu erlangen und eine Übernahme des Krankenhauses zu ermöglichen. Diese Vorgehensweise zeigte sich am Ende als erfolgreich, und der Landrat bedankte sich öffentlich bei Ramelow.

Skepsis und Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg
Ein immer wiederkehrendes Thema in Ramelows politischem Leben war die anfängliche Skepsis ihm gegenüber. Besonders in seiner Heimat, seiner Kirchgemeinde, als er erstmals für die PDS kandidierte, stieß er auf heftigen Widerstand. In vielen Teilen der Gesellschaft wurde er aufgrund seiner politischen Herkunft und der Zugehörigkeit zur PDS skeptisch betrachtet. Doch Ramelow hebt hervor, dass er diese Skepsis nie als unüberwindbar ansah. Er suchte stets den Dialog mit Menschen aus allen politischen Lagern. Die Zusammenarbeit mit Bürgermeistern und Landräten unterschiedlicher Parteien funktionierte gut, solange man bereit war, offen über Probleme und Sorgen zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu finden. Ein Beispiel für solche Bemühungen war die Lösung des Konflikts um die Sula-Philharmonie. Ramelow spielte eine zentrale Rolle bei der Vermittlung zwischen verschiedenen Parteien und Akteuren und half, zu einer Einigung zu kommen. Auch bei der Entwicklung des Industriegebiets Wolfsgrube in Sul war er aktiv und zeigte, dass Zusammenarbeit oft weit mehr bringt als politische Spaltung.

Umgang mit Katja Wolf und BSW
Ein weiteres schwieriges Kapitel seiner politischen Laufbahn war der überraschende Wechsel seiner Parteikollegin Katja Wolf, die von der Linken zum BSW (Bund der Sozialdemokraten in der Linken) wechselte. Ramelow äußert sich irritiert über diesen Schritt, insbesondere da Katja Wolf zuvor öffentlich abfällig über Sarah Wagenknecht gesprochen hatte. Es kam zu einer persönlichen Enttäuschung, als Wolf ihre Entscheidung damit begründete, der AfD Stimmen wegnehmen zu wollen. Ramelow hat ihr in einem persönlichen Gespräch seine Enttäuschung über diesen Schritt mitgeteilt, da er die politische Situation und die Gründe hinter dieser Entscheidung nicht nachvollziehen konnte.

Die Kemmerich-Wahl und die Rolle der AfD
Die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen im Februar 2020 war ein weiteres Ereignis, das Ramelow tief bewegte. Diese Wahl, die unter der Mithilfe der AfD zustande kam, stürzte Thüringen in eine politische Krise. Ramelow selbst befürwortete Neuwahlen und versuchte, eine Lösung zu finden, bei der alle demokratischen Kräfte zusammenarbeiteten, um eine Neuwahl zu ermöglichen. Besonders die anschließenden Proteste und der Druck auf die Politik wurden von Ramelow als eine der schwierigsten Zeiten seiner politischen Laufbahn wahrgenommen. Er erinnert sich an seine Idee, Christine Lieberknecht als gemeinsame Kandidatin zu wählen, um so den Weg für eine Neuwahl zu ebnen. Doch diese Idee wurde durch den Corona-Lockdown erschwert, was die politische Lage noch weiter verkomplizierte.

Das Blaue Schaf und der Rote Zwerg
Ramelow geht in seinem Vortrag auch auf ein humorvolles und symbolisches Element seines politischen Lebens ein. Das „Blaue Schaf“, das er auf der Bundesgartenschau kennengelernt hatte, steht für seinen persönlichen Einsatz im Kampf gegen Rassismus. Das „Rote Zwerg“, ein weiteres kurioses Element, hat für Ramelow eine humorvolle Bedeutung. Er hatte eine Geldstrafe für das Zurschaustellen des „Roten Zwergs“ erhalten, die er gerne bezahlte, da sie einer Institution zugutekam, die sich um Obdachlose kümmerte.

Geheimnisse und die Rolle des Ministerpräsidenten
Zum Thema „Geheimnisse“ äußert sich Ramelow ebenfalls. Er betont, dass es im Amt des Ministerpräsidenten keine wirklich geheimen Informationen gibt, mit Ausnahme von „Ordnungsangelegenheiten“, die jedoch keine besondere Bedeutung hätten. Selbst vertrauliche Akten zu Kabinettssitzungen seien oft schon vor der Sitzung öffentlich gewesen. Die einzigen wirklichen Geheimnisse seien Akten über Personen, die das Bundesverdienstkreuz erhalten haben, die überraschende Details zu diesen Personen enthielten. Ramelow verneint, jemals etwas über geheime Atomvorkommen oder andere hochbrisante Themen erfahren zu haben.

Corona-Pandemie und Krisenmanagement
Die Corona-Pandemie und das Krisenmanagement sind ebenfalls ein wichtiger Punkt in Ramelows Rückblick. Er gibt zu, dass das Krisenmanagement in der Pandemie nicht optimal war. Besonders zu Beginn der Pandemie, als wichtige Entscheidungen getroffen wurden, seien diese notwendig gewesen. Aber er kritisiert das Vorgehen später, als die Umsetzung von Maßnahmen nicht mit der nötigen Konsequenz verfolgt wurde. Ein besonders kurioses Beispiel ist die Öffnung von Baumärkten mit Gartenabteilungen, während ehrenamtlicher Sport in Vereinen verboten war. Ramelow fordert eine systematische Aufarbeitung der Corona-Phase, um bei zukünftigen Krisen besser gerüstet zu sein.

Landtagswahl und die AfD
Ramelow spricht auch über die schwierige Stimmung während der letzten Landtagswahl und die Rolle, die die AfD in dieser Zeit spielte. Er betont, dass die Partei geschickt die sozialen Ängste und Unsicherheiten der Menschen aufgriff und für sich nutzte. Die Corona-Pandemie habe die gesellschaftliche Spaltung weiter verschärft, und Ramelow erkennt, dass die politische Landschaft künftig stärker von diesen Spannungen geprägt sein wird. Trotz allem bleibt er optimistisch und entschlossen, bis zum Schluss für die Interessen der Bürger zu kämpfen.

„Aktion Silberlocke“ und der Bundestagswahlkampf
Am Ende des Gesprächs geht Ramelow auf seine Entscheidung ein, in den Bundestagswahlkampf einzutreten. Obwohl er dies vor einem halben Jahr noch ausgeschlossen hatte, sah er die Bundestagswahl als entscheidend für die Zukunft Deutschlands. Er betont, dass es notwendig ist, sich gegen die Macht der Reichen und die Privatisierung der Politik zu stellen. Ramelow möchte mit seiner Teilnahme an der Bundestagswahl eine faire Verteilung von Vermögenswerten und ein stärkeres Miteinander in der Gesellschaft fördern.

Bodo Ramelow zieht eine ehrliche Bilanz seiner Amtszeit als Ministerpräsident und zeigt sich als pragmatischer, aber auch selbstkritischer Politiker. Er räumt Fehler ein, ist jedoch stolz auf viele seiner Erfolge. Ramelows Entscheidung, sich weiterhin politisch zu engagieren, zeigt seine Besorgnis über die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, wie sich seine politischen Visionen im Bundestag umsetzen lassen, doch eines ist sicher: Ramelow wird weiterhin eine wichtige Stimme in der politischen Landschaft sein.

Hoyerswerda – Kindheit in der kinderreichsten Stadt der DDR

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Hoyerswerda war in der DDR als die kinderreichste Stadt des Landes bekannt. In den 1970er und 1980er Jahren erlebte die Stadt einen bemerkenswerten Babyboom, der eng mit der industriellen Entwicklung und der damit einhergehenden Ansiedlung vieler junger Familien verbunden war.

Der Alltag der Kinder
Das Leben der Kinder in Hoyerswerda war stark von der sozialistischen Erziehung und dem kollektiven Leben geprägt. Kindergärten und Schulen spielten eine zentrale Rolle und waren oft direkt mit den Betrieben und Wohngebieten verknüpft. Die Betonung lag auf Gemeinschaftsgefühl, Disziplin und der Vorbereitung auf ein Leben als „sozialistischer Mensch“.

Bildungs- und Freizeitangebote
Die Bildungsangebote in Hoyerswerda waren gut entwickelt, um den Anforderungen der steigenden Kinderzahlen gerecht zu werden. Die Schulen waren modern ausgestattet und boten zahlreiche AGs und Freizeitmöglichkeiten. Auch Pionierhäuser, in denen Kinder nach der Schule betreut wurden und an verschiedenen Freizeitaktivitäten teilnehmen konnten, waren ein fester Bestandteil des städtischen Lebens.

Wohn- und Spielumgebung
Die Plattenbausiedlungen in Hoyerswerda, die in dieser Zeit entstanden, waren oft mit großzügigen Grünflächen und Spielplätzen ausgestattet. Diese waren wichtige Treffpunkte für Kinder, wo sie unbeschwert spielen konnten. Die nahegelegenen Wälder und Seen boten ebenfalls viele Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten und Ausflüge.

Soziale Strukturen und Gemeinschaftsgefühl
In Hoyerswerda herrschte ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Die Nachbarschaften waren eng miteinander verbunden, und es war üblich, dass Kinder von mehreren Familien gemeinsam betreut wurden. Das soziale Netz war dicht geknüpft, und die Unterstützung innerhalb der Gemeinschaft war groß.

Herausforderungen und Wandel
Trotz der vielen positiven Aspekte gab es auch Herausforderungen. Der starke Zuzug und das schnelle Wachstum der Stadt führten zu Engpässen in der Infrastruktur und zu sozialen Spannungen. Mit der Wiedervereinigung und den damit verbundenen wirtschaftlichen Umbrüchen veränderte sich das Leben in Hoyerswerda drastisch. Viele Familien zogen weg, die Kinderzahlen sanken, und die Stadt musste sich neu orientieren.

Heute erinnert sich Hoyerswerda an diese Zeit als eine Periode des schnellen Wachstums und des starken Gemeinschaftsgefühls. Die kinderreiche Vergangenheit ist ein wichtiger Teil der Geschichte der Stadt und prägt das kollektive Gedächtnis der Einwohner.

Junge Künstler in Berlin über die Wirkung von Jugend(sozial)arbeit

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Die geplanten Einsparungen im Berliner Nachtragshaushalt von 2025 werfen lange Schatten über zahlreiche Lebensbereiche. Mit einer Reduktion der Mittel um insgesamt 3 Milliarden Euro stehen Projekte der Jugendsozialarbeit und kulturellen Förderung besonders im Fokus. In einer Stadt, die für ihre Diversität und ihren kulturellen Reichtum bekannt ist, bedrohen diese Einschnitte nicht nur einzelne Programme, sondern auch die grundlegenden Strukturen, die vielen jungen Menschen als Anker dienen. Dieser Bericht zeigt anhand von Stimmen und Erfahrungen junger Künstler*innen, wie tiefgreifend die Auswirkungen solcher Entscheidungen sind.

Jugendsozialarbeit im Fokus: Was wird gekürzt?
Die beschlossenen Haushaltskürzungen betreffen zahlreiche Bereiche, darunter Umweltschutz, Verkehr, Kultur und soziale Arbeit. Besonders hart trifft es jedoch Projekte der Jugendsozialarbeit, die essenzielle Unterstützung für junge Menschen bieten. Einrichtungen wie die Kreativetage F16 und das Street College, die jungen Menschen nicht nur künstlerische, sondern auch soziale und berufliche Perspektiven öffnen, stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Für viele Jugendliche bedeuten diese Orte weit mehr als alternative Freizeitgestaltung. Sie bieten sichere Räume, sogenannte „Safe Spaces“, in denen junge Menschen sich entfalten können, fernab von gesellschaftlichem Druck oder Leistungszwängen. Diese Programme schaffen Perspektiven, die über den Rahmen der Kunst hinausgehen, indem sie gezielt auf die individuelle Entwicklung und Stärkung der Teilnehmenden abzielen.

Stimmen aus der Jugendsozialarbeit: Junge Menschen berichten
Die Erfahrungen von jungen Menschen wie Ahmad oder den Teilnehmenden des Street College zeigen, wie tief verwurzelt diese Projekte in ihrem Leben sind. Ahmad, der seit 2018 mit der Organisation Gangway zusammenarbeitet, spricht über die transformative Kraft, die solche Programme entfalten können: „Ich war dieses Jahr in New York. Für mich war das unfassbar. Es zeigt, dass man etwas schaffen kann, selbst wenn alle sagen, es sei unmöglich. Durch Gangway habe ich das erste Mal erlebt, dass ich meine Träume verfolgen darf.“

Ahmads Geschichte illustriert die Chancen, die durch Austauschprojekte und kreative Räume entstehen. Diese Möglichkeiten helfen jungen Menschen nicht nur, ihre Träume zu verwirklichen, sondern auch Selbstvertrauen und Mut zu entwickeln. Ahmad erklärt weiter „Durch diese Projekte habe ich gelernt, dass nichts unmöglich ist. Ich kann jetzt sagen: Ich liebe mich selbst mehr als früher, weil ich mein Hobby leben und lieben gelernt habe.“

Ein weiterer Teilnehmer des Street College hebt hervor, wie wichtig der Zugang zu Ressourcen ist: „Ich habe mit neun Jahren angefangen, Musik zu machen. Aber eine Musikschule war für meine Familie zu teuer. Erst durch das Street College konnte ich meine Leidenschaft ernsthaft verfolgen. Hier kann ich Kameras und Laptops ausleihen und habe erfahrene Leute, die mich unterstützen. Das hat alles in meinem Leben verändert.“

Safe Spaces: Räume für Entwicklung und Gemeinschaft
Ein zentraler Aspekt der Jugendsozialarbeit ist die Schaffung von Orten, an denen junge Menschen sich sicher fühlen können. Diese Safe Spaces sind nicht nur physische Räume, sondern symbolisieren auch Gemeinschaft, Unterstützung und die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten zu entdecken. Viele Teilnehmende betonen, dass diese Einrichtungen ein Umfeld bieten, in dem sie nicht nur kreativ arbeiten, sondern auch wichtige soziale Kompetenzen entwickeln können.

Ein Teilnehmer beschreibt es so:
„Hier kann man ankommen, ohne Druck zu haben. Man kann chillen, wenn man will, oder Musik machen. Es geht nicht darum, etwas liefern zu müssen, sondern darum, dass man sich selbst entwickeln darf. Das macht einen riesigen Unterschied.“

Diese Aussagen verdeutlichen, dass es bei den Projekten nicht nur um individuelle Talente geht, sondern um die Stärkung sozialer Bindungen und die Vermittlung von Lebenskompetenzen. Viele Jugendliche betonen, dass die Sozialarbeitenden eine zentrale Rolle spielen, indem sie zuhören, unterstützen und Orientierung bieten.

Die Bedrohung durch Kürzungen
Die geplanten Einsparungen stellen diese essenziellen Strukturen vor große Herausforderungen. Ohne ausreichende finanzielle Mittel könnten viele der beschriebenen Angebote verschwinden. Ahmad bringt die Konsequenzen auf den Punkt:

„Wenn diese Orte weniger werden, verlieren wir nicht nur Kunst, wir verlieren Menschenleben. Diese Projekte helfen uns, mit schwierigen Erfahrungen klarzukommen. Sie geben uns Hoffnung und Perspektiven.“

Ein anderer Teilnehmer ergänzt:
„Meine Kunst bedeutet Freiheit. Sie gibt mir die Möglichkeit, mich auszuleben und meine individuelle Kreativität zu entfalten. Wenn diese Orte wegfallen, verlieren wir auch diese Freiheit.“

Die Einsparungen treffen nicht nur die Teilnehmenden direkt, sondern auch die Gemeinschaften, die von ihren Beiträgen profitieren. Viele der jungen Menschen, die heute in Programmen wie dem Street College oder Gangway gefördert werden, entwickeln sich zu Multiplikatoren, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben.

Kunst als Weg zur Selbstwirksamkeit
Ein zentrales Thema, das in den Gesprächen immer wieder aufkommt, ist die Bedeutung der Kunst als Mittel zur Selbstfindung und Selbstwirksamkeit. Ob Musik, Fotografie oder Film – die kreativen Ausdrucksformen helfen jungen Menschen, ihre Stimme zu finden und ihre Identität zu stärken. Die Teilnehmenden betonen, dass sie durch diese Arbeit nicht nur künstlerische Fähigkeiten entwickeln, sondern auch lernen, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen.

Ein Teilnehmer erklärt:
„Durch das Street College habe ich gelernt, dass ich meinen Träumen folgen darf. Diese Projekte haben mir gezeigt, dass ich etwas bewirken kann, und sie haben mir geholfen, meine Ziele zu erreichen.“

Diese Geschichten sind ein eindrucksvolles Zeugnis für die transformative Kraft der Kunst und die Bedeutung von Projekten der Jugendsozialarbeit.

Fazit: Eine Investition in die Zukunft
Die geplanten Kürzungen im Bereich der Jugendsozialarbeit werfen die Frage auf, ob Einsparungen an dieser Stelle wirklich im Interesse der Gesellschaft sind. Die Geschichten der jungen Künstler*innen zeigen, dass diese Projekte weit mehr sind als Freizeitangebote. Sie sind Orte der Hoffnung, des Wachstums und der Gemeinschaft.

Wenn Berlin die Zukunft seiner jungen Generation sichern will, muss es in diese Projekte investieren – nicht nur finanziell, sondern auch durch Anerkennung ihrer zentralen Rolle für eine gerechte und kreative Gesellschaft. Es geht nicht nur um die Frage, was wir uns leisten können, sondern um die Frage, welche Zukunft wir uns wünschen. Die Antwort darauf liegt in den Stimmen der jungen Menschen, die diese Räume bereits jetzt mit Leben füllen.

Schaffen die Stadtwerke Jena das mit der Energiewende?

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Die Stadtwerke stehen vor großen Herausforderungen im Zuge der Energie- und Wärmewende. Als Netzbetreiber und zentraler Versorger sind Veränderungen in allen Geschäftsbereichen absehbar. Dazu gehören der Ausbau der Fernwärme, die Verstärkung des Stromnetzes, die teilweise Umrüstung des Erdgasnetzes auf Wasserstoff und die Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung. Diese Veränderungen erfordern erhebliche Investitionen, die voraussichtlich zu steigenden Preisen führen werden. Es wird auch mit zusätzlichen Baustellen und Verkehrseinschränkungen gerechnet, um die Ziele bis 2035 oder 2040 zu erreichen.

Die Stadtwerke orientieren sich bei der Energiewende an zwei Hauptprämissen: Die Klimakrise und die Frage, wie dieses Problem gelöst werden kann. Die Auswirkungen der Klimakrise sind zwar nicht immer direkt spürbar, aber die Stadtwerke sehen sie beispielsweise in der Trockenheit der letzten Jahre und den Auswirkungen auf Baumbestände. Die Energiekrise und die Notwendigkeit, die Energieversorgung für die Region auf sichere Füße zu stellen. Dabei geht es um die Versorgungssicherheit und darum, die Energieversorgung zu vernünftigen Preisen zu gewährleisten. Die Gasmangellage der letzten Jahre hat die Dringlichkeit dieser Prämisse deutlich gemacht.

Die Stadtwerke haben sich konkrete Ziele gesetzt, die sich an den politischen Vorgaben orientieren: 30 Prozent erneuerbare Energien im Bereich der Fernwärme bis 2030 und die vollständige Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung in Thüringen bis 2040. Diese Zahlen sind jedoch nicht die alleinige Leitlinie, sondern dienen als Rahmen für die übergeordneten Prämissen.

Die Stadtwerke stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen in den Bereichen Wärme, Strom und Gas. Im Bereich der Wärmeversorgung ist die Transformation zur Klimaneutralität bis 2040 das zentrale Ziel. Dafür wurde die Wärmestrategie 2040 entwickelt, die eine Grobplanung darstellt. Aktuell wird eine detaillierte Transformationsplanung erarbeitet, die sich mit der konkreten Umsetzung befasst. Dabei wird untersucht, wie die Fernwärme in Jena, wo fast 60 Prozent der Haushalte angeschlossen sind, auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann. Der zukünftige Mix wird nicht mehr nur aus einer einzigen Erzeugungsart, wie Gas, bestehen, sondern aus einem vielfältigen Mix.

Das Stromnetz muss an den steigenden Bedarf durch Wärmepumpen und andere Erzeugungsanlagen angepasst werden. Die Stadtwerke simulieren regelmäßig, wie das zukünftige Zielnetz Strom aussehen muss, um Engpässe zu vermeiden. Zudem wird untersucht, wie die Kapazität des Netzes durch intelligente Steuerung optimiert werden kann.

Es wird untersucht, wie es mit dem Gas weitergeht, da dieses Thema irgendwann endlich ist. Es wird geprüft, ob Teile des Netzes für Wasserstoff genutzt werden können. Allerdings ist noch unklar, ob Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wird.

Die Transformationsplanung für die Fernwärme umfasst die Nutzung von Flussthermie und Wärmepumpen zur Gewinnung von Wärme aus der Saale. Auch im Winter ist in der Saale noch ausreichend Wärmepotenzial vorhanden, das durch Wärmepumpen nutzbar gemacht werden kann. Andere Wärmequellen, wie Abwasser aus der Kläranlage, können für bestimmte Quartierslösungen genutzt werden. Power-to-Heat-Anlagen werden für Spitzenlasten eingesetzt. KWK-Anlagen, die mit Wasserstoff betrieben werden können, spielen eine wichtige Rolle.

In Arealen, wo bereits Leitungen vorhanden sind, soll das Fernwärmenetz verdichtet werden. Der Ausbau des Netzes wird dort vorangetrieben, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, unter Berücksichtigung der Verbraucherstruktur. In Quartieren, wo kein Anschluss an das Kernnetz sinnvoll ist, werden eigene Wärmeerzeugungsanlagen geplant. Wärmepumpen sind als zentrale Technologie dort vorgesehen, wo Fernwärme nicht funktioniert.

Die Senkung der Systemtemperatur im Fernwärmenetz ist ein wichtiger Faktor für die Effizienz von Wärmepumpen und die Einbindung von grünen Erzeugungsquellen. Durch intelligente Steuerung sollen Lastspitzen im Stromnetz vermieden und der Ausbau reduziert werden. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt „Energie Real“ untersucht, wie die Energiewende durch Intelligenz und Sektorenkopplung kostengünstig gelingen kann.

Die Stromnetze müssen für die angestrebte „All Electric Society“ erheblich ausgebaut werden. Die Umsetzung der Energiewende wird mit erheblichen Baumaßnahmen verbunden sein, die sich im Stadtbild zeigen werden. Die Stadtwerke arbeiten mit der Stadt Jena zusammen, um die Prozesse zu koordinieren und die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Die Investitionen für die Energiewende werden sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen. Die Finanzierung wird aus einem Dreiklang bestehen aus Krediten, Eigenkapital, Fördermitteln und Kundenbeteiligung. Die genaue Höhe der Kosten und die Aufteilung auf die verschiedenen Finanzierungsquellen sind noch unklar und werden im Rahmen der Transformationsplanung im nächsten Jahr konkretisiert.

Die Förderkulisse ist noch unsicher und für die Planungssicherheit der Stadtwerke von großer Bedeutung. Es wird erwartet, dass die Preise für Energie steigen werden, aber die genauen Auswirkungen sind noch nicht absehbar. Es ist wichtig, die aktuellen Preise fossiler Energieträger im Vergleich zu den zukünftigen Preisen zu betrachten, die durch CO2-Bepreisung und geopolitische Entwicklungen beeinflusst werden.

Das nächste Jahr wird für die Stadtwerke ein entscheidendes Jahr sein, da die Transformationsplanung abgeschlossen wird und die konkreten Schritte für die Umsetzung der Energiewende festgelegt werden. Die Stadtwerke werden die Ergebnisse der Planungen nutzen, um ein konkretes Preisschild zu ermitteln und die Auswirkungen auf die Kunden zu beurteilen. Es ist klar, dass der Weg zur Energiewende mit großen Veränderungen und Herausforderungen verbunden sein wird, aber die Stadtwerke sind entschlossen, diese zu meistern.