Schauen Sie sich unbedingt oben das Video an, das diesen Beitrag begleitet – es nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise ins Schwarzatal im Jahr 1961!
In diesem Beitrag dokumentiert ein westdeutsches Fernsehteam seine Reise in die DDR, um die Veränderungen im Osten hautnah zu erleben. Die Reporter besuchen das malerische Schwarzatal in Thüringen und das gleichnamige Städtchen, das vor der deutschen Teilung ein beliebtes Touristenziel für Besucher aus ganz Deutschland war. Schon damals beeindruckte das Tal mit seinem romantischen Panorama: Dichte Wälder aus Fichten und Tannen sowie die charmanten Fachwerkhäuser, die sich entlang steiler Gassen reihen.
Aus allen Teilen Deutschlands strömten einst Besucher zum Pfingstfest in die kleinen Ortschaften entlang der Schwarza. Schwarzburg wurde dabei von den Urlaubern als die Perle Thüringens gefeiert. Historisch gewachsene Goldwäschereien hatten die Region einst reich gemacht, bevor der Goldrausch endete und Armut Einzug hielt. Doch der stetige Fremdenverkehr ließ Schwarzburg erneut aufleben.
Die Reportage zeigt auch, wie sich das Bild des Urlaubens gewandelt hat: Während Privatquartiere einst den Charme des Ortes ausmachten, fungiert das traditionsreiche Schwarzburghotel heute als FDGB-Heim – die Urlaubsplätze werden von der SED vergeben. Privatquartiere sind kaum mehr zu finden, und die werktätigen Bürger verbringen ihren zwölftägigen, vom FDGB organisierten Kollektivurlaub in diesem ehemaligen Familienpension-Hotel.
100 Meter über dem Tal thront Schloss Schwarzburg, das Stammschloss des einst mächtigen Schwarzburger Fürstenhauses. Der Legende nach errichtete der Schwarze Ritter Wittekind die Burg, die später als Herrschaftssitz eines Thüringer Gaugrafen unter Karl dem Großen diente. Dieses historische Bauwerk blickt weit über die dichten Wälder Thüringens hinweg.
Flussabwärts führt uns die Fahrt weiter durch das romantische Tal der Schwarza, wo dunkle Fichten und hohe Tannen den Flusslauf säumen. Inmitten dieses grünen Meeres liegt Bad Blankenburg – ein weiterer Ort, der die reiche Geschichte und das kulturelle Erbe der Region widerspiegelt. Aus den kleinen Ortschaften im Talkessel stammt auch das weltberühmte Thüringer Holzspielzeug, dessen Heimarbeiter sich inzwischen zu Produktionsgenossenschaften zusammengeschlossen haben. Die Zonenregierung hebt den Thüringer Wald als ein zentrales Produktionszentrum unserer sozialistischen Wirtschaft hervor.
Ein besonderer Anziehungspunkt für alle Besucher ist die Burgruine Greifenstein. Vor sechs Jahrhunderten rückte die Burg in den Fokus der deutschen Geschichte, als Graf Günther von Schwarzburg hier zum Gegenkönig Karls IV. ernannt wurde – wenngleich seine Herrschaft nur kurzlebig war. Später wurde die Ruine zum jährlichen Treffpunkt der Turnerschaften deutscher Hochschulen, ein Brauch, der nach der deutschen Teilung jedoch nur noch eingeschränkt stattfand.
Heute liegen Schloss Schwarzburg, die Burg Greifenstein und die sanft durch den Thüringer Wald fließende Schwarza in einem anderen politischen System – getrennt durch Stacheldraht und den medialen Krieg der Ideologien. Für 55 Millionen Deutsche bleibt der Thüringer Wald, das grüne Herz des Landes, hinter den Mauern der Teilung verborgen.
Tauchen Sie mit dem Video und diesem Bericht in eine Zeit ein, in der Geschichte, Politik und Romantik untrennbar miteinander verbunden waren.