Das Projekt „Drinnen und Draußen – Kunst im Norden der DDR“

Das Projekt „Drinnen und Draußen – Kunst im Norden der DDR“ des Landesdenkmalpflegeamtes Mecklenburg-Vorpommern (MV) ist ein bedeutendes Vorhaben zur Erfassung und Dokumentation von DDR-Kunst im öffentlichen Raum. In Zusammenarbeit mit der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg wurden zahlreiche Kunstwerke aus der Zeit zwischen 1949 und 1989 identifiziert und katalogisiert. Neubrandenburg, bekannt als eine ehemals geplante sozialistische Modellstadt, beherbergt noch zahlreiche Kunstwerke aus dieser Epoche, die sowohl im Innenbereich öffentlicher Gebäude als auch im Außenbereich der Stadt verteilt sind.

Das Projekt, das von der Kultusministerium MV, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkassenstiftung Neubrandenburg unterstützt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, diese Kunstwerke zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Katalogisierung umfasst verschiedene Kunstformen, darunter Wandgemälde, Skulpturen und Reliefs, die einst Teil der sozialistischen Kunstförderung in der DDR waren. Diese Werke sind nicht nur ästhetische Zeugnisse ihrer Zeit, sondern auch kulturelle Relikte, die Einblicke in die Ideologie und das gesellschaftliche Leben der DDR bieten.

Durch die detaillierte Erfassung dieser Kunstwerke soll ein umfassendes Bild der kunsthistorischen Landschaft Neubrandenburgs während der DDR-Zeit entstehen. Das Projekt hebt die Bedeutung der Kunst im öffentlichen Raum hervor und ermöglicht eine tiefere Auseinandersetzung mit der Geschichte und der kulturellen Identität der Stadt.

Insgesamt trägt „Drinnen und Draußen“ dazu bei, das Erbe der DDR-Kunst zu bewahren und in die historische Betrachtung einzubeziehen. Die Unterstützung durch verschiedene Institutionen unterstreicht das Interesse und die Wertschätzung für diese Kunstwerke, die einen wichtigen Bestandteil der regionalen und nationalen Geschichte darstellen.

Henry Hübchen über die DDR und die Arroganz des Überlebens

FACEBOOK-TEASER A) PROFIL Hook: Wenn Henry Hübchen über die DDR spricht, vergleicht er das Land mit Atlantis – einem versunkenen Kontinent, dessen Konturen im Nebel der Geschichte langsam unscharf werden. Teaser: In der Rückschau auf sein Leben, das er zu gleichen Teilen in zwei verschiedenen Systemen verbracht hat, verweigert sich der Schauspieler den einfachen Kategorien von Täter und Opfer. Vielmehr beschreibt er eine Haltung der „Renitenz“, die sich nicht in politischem Widerstand, sondern in einer spezifischen Arbeitshaltung ausdrückte. Besonders eindrücklich ist seine soziologische Beobachtung der Machtverhältnisse: Während er den Westdeutschen als Souverän in der Freizeit, aber als angepasst im Berufsleben wahrnahm, war es im Osten genau umgekehrt. Der Mangel zwang im Privaten zur Unterordnung, doch im Betrieb herrschte oft eine anarchische Gleichheit, in der der Arbeiter dem Meister die Stirn bot. Diese Erfahrung eines Zusammenbruchs und Neuanfangs hat bei Hübchen keine Unsicherheit hinterlassen, sondern eine „große Arroganz“ des Überlebenden. Wer das Scheitern eines Staates erlebt hat, blickt mit anderen Augen auf die Krisen der Gegenwart. Seine Skepsis gegenüber aktuellen politischen Narrativen ist keine bloße Laune des Alters, sondern das Resultat einer Biografie, die gelernt hat, hinter die Kulissen der Macht zu schauen. Es ist der Blick eines Mannes, der weiß, dass keine Ordnung für die Ewigkeit gebaut ist. B) SEITE 1 (Kontext) Hook: Der Systemwechsel 1989 war für viele Ostdeutsche ein Schock, für Henry Hübchen jedoch eher die Bestätigung eines Erfahrungsvorsprungs. Teaser: Der Schauspieler spricht von einer inneren Unabhängigkeit, die weit vor dem Mauerfall begann. Interessant ist dabei seine Analyse der Anpassungsleistungen nach der Wende: Während man sich ökonomisch und beruflich in die Bundesrepublik integrierte, blieb eine kulturelle und mentale Differenz bestehen. Hübchen identifiziert dies nicht als Defizit, sondern als Ressource. Die Erfahrung, dass gesellschaftliche Verhältnisse fragil sind und Ideologien wechseln können, schützt vor einer allzu naiven Haltung gegenüber der Gegenwart. Diese ostdeutsche Skepsis, die sich heute oft in politischen Dissonanzen zeigt, wurzelt tief in der Erkenntnis, dass Wahrheit oft eine Frage der Perspektive und des Zeitgeistes ist. Die Geschichte lehrt hier nicht Eindeutigkeit, sondern Vorsicht. C) SEITE 2 (pointiert, ruhig) Hook: Im Osten war der Arbeiter im Betrieb oft der König, während er in der Mangelwirtschaft der Freizeit zum Bittsteller wurde – eine Umkehrung der westlichen Verhältnisse. Teaser: Henry Hübchen analysiert präzise, wie diese spezifische Sozialisation bis heute nachwirkt. Die im Arbeitsleben der DDR erlernte Respektlosigkeit gegenüber Hierarchien und die Fähigkeit, Autoritäten infrage zu stellen, sind geblieben. Es ist eine Form der Renitenz, die sich schwer in gesamtdeutsche Strukturen einfügen lässt, weil sie aus einer völlig anderen Logik von Abhängigkeit und Freiheit entstanden ist. Das Verständnis für diese feinen Unterschiede schwindet, je weiter das Land in der Vergangenheit versinkt. https://www.ardmediathek.de/video/suite-der-kulturtalk-mit-serdar-somuncu/muessen-wir-uns-an-die-ddr-erinnern-henry-huebchen/rbb/Y3JpZDovL3JiYl83YzUyNmMwYy00MzZmLTQyNzItOWYzMi04NDMyNjE0ODFiN2NfcHVibGljYXRpb24