Regiment Robert Urich: Ein Erbe voller Tradition, Leistung und Engagement für den Frieden

zum Video einfach auf das Bild klickenBad Frankenhausen – Das Robert-Urich-Regiment der Nationalen Volksarmee (NVA) feiert dieser Tage sein 30-jähriges Bestehen und blickt dabei auf eine bewegte Geschichte und eine beeindruckende Entwicklung zurück. Nur wenige Monate jünger als die NVA selbst, hat sich der Truppenteil, der heute unter dem Kommando von Oberst Jürgen Hartmann steht, einen Ruf für herausragende Erfolge und eine vorbildliche Traditionspflege erarbeitet.

Von den Anfängen bis zur modernen Kampfstärke
Das Regiment, das mit seinem aktuellen Kommandeur Jürgen Hartmann, der selbst nur wenig älter ist, eine tiefe Verbindung pflegt, wurde vor drei Jahrzehnten aufgestellt und gegründet. Ursprünglich als „kadrierter“ Truppenteil konzipiert, wurde es zu einem Linienregiment aufgebaut und der Offiziersbestand qualifiziert. In den frühen Jahren war die technische Ausstattung noch bescheiden, mit LKWs H3A und SFL 74mm. Die erste große Truppenübung im Rahmen des Warschauer Vertrages, „Quartett“, fand bereits 1963 in der DDR statt, an der das Regiment, damals unter der Führung von Genossen Wöllner (heute Generalmajor der Grenztruppen), zusammen mit der polnischen und tschechoslowakischen Volksarmee teilnahm.

Zwischen 1967 und 1971 führte Genosse Grumpelt, heute Oberst a.D., das Regiment. Eine bedeutende Verlegung erlebte der Truppenteil, als er von Leipzig innerhalb von nur 48 Stunden in einem kombinierten Landmarsch nach Bad Frankenhausen verlegt wurde. Die Region zwischen Harz und Kyffhäuser ist nach 15 Jahren längst zur neuen Heimat geworden, und das Regiment identifiziert sich als das „Frankenhausener Regiment“.

Der Name Robert Urich: Verpflichtung und Erinnerung
Eine besondere Ehre wurde dem Regiment zuteil, als es den Namen „Robert Urich“ erhielt. Robert Urich war ein kommunistischer Widerstandskämpfer, der von den Faschisten ermordet wurde. Diese Namensverleihung, die als gute Tradition der Arbeiterklasse und ihrer bewaffneten Organe gilt, erfüllte die Angehörigen des Regiments mit Stolz und Verpflichtung. Charlotte Urich, die Witwe des Widerstandskämpfers, pflegt enge Beziehungen zum Regiment und nimmt an vielen Veranstaltungen persönlich teil.

Erfolgsrezept: Mischung aus Erfahrung und Jugend, harte Ausbildung
Das Regiment Robert Urich ist bekannt für seine Mischung aus erfahrenen und jungen Berufskadern. Die Kommandeure legen Wert auf das unbedingte Bestreben, Aufgaben zu erfüllen, und bilden ihre Soldaten so aus, dass sie diese auch bewältigen können. Zahlreiche Kommandeursgenerationen haben an diesem Erfolg mitgewirkt. Die Basis für die heutigen Leistungen wurde von Vorgängern gelegt, auf die aufgebaut und die weiterentwickelt wurde. Der Grundsatz lautet: „Die Nachfolger müssen besser werden, weil die Anforderungen höher werden“.
Die harte und gute Ausbildung durch vorbildliche Offiziere ist ein Eckpfeiler des Regimentserfolgs. Junge Offiziere werden von Anfang an von älteren Kameraden unterstützt und sind bestrebt, die Erfolge fortzusetzen und zu übertreffen.

Die Truppenfahne: Symbol und Zeuge der Geschichte
Ein wichtiger Höhepunkt in der Geschichte des Regiments war die Verleihung der Truppenfahne, dem Symbol der sozialistischen Staatsmacht. Diese Fahne, die das Regiment zu vielen gesellschaftlichen Höhepunkten begleitete, darunter der 30. Jahrestag der NVA in Berlin und der 11. Parteitag, ist mit zahlreichen „Fahnenschleifen“ geschmückt. Diese Schleifen zeugen von herausragenden Leistungen, wie der Auszeichnung zum „Besten Regiment“ und „Vorbildlichen Regiment“ durch das Komitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR sowie der Verleihung des „Kampfordens für Verdienste um Volk und Vaterland in Gold“.

Heute verfügt das Regiment über die modernste Kampftechnik und gilt als eines der kampfstärksten Regimenter der Landstreitkräfte der NVA. Dies wurde kürzlich bei einer Inspektion des Vereinten Oberkommandos der Staaten des Warschauer Vertrages unter Beweis gestellt.

Partnerschaften und Friedensverpflichtung
Das Regiment pflegt umfangreiche Beziehungen zum Territorium in Bad Frankenhausen. Es bestehen partnerschaftliche Verbindungen zu 30 Schulen und 25 Betrieben. Eine besondere Beziehung besteht zur Gedenkstätte der frühbürgerlichen Revolution in Deutschland, wo Frankenhausener Soldaten auch bei der Installation des Monumentalgemäldes von Professor Tüpke halfen. Die enge Zusammenarbeit mit den Partei- und Staatsorganen im Kreis ist vorbildlich.

Trotz aller militärischen Stärke und Leistungsbereitschaft betont das Regiment seine tiefe Verpflichtung zum Frieden. Es ist der Überzeugung, dass es dafür da ist, dass die Kinder des Landes immer jünger sein müssen als der Frieden und dass auch die Kunstwerke der Gegenwart jünger sein müssen als der Frieden im Land. Das Motto „In Arbeiterhand bleibt das freie Land“ und die Bereitschaft, jederzeit kampfbereit zu sein, um den Frieden zu erhalten, spiegeln diese Haltung wider.

Der Kommandeurwechsel, bei dem Oberstleutnant Becker kürzlich das Regimentssymbol aus den Händen zweier Vorgänger erhielt, ist ein „normaler, wenn auch nicht alltäglicher Vorgang“, der die Kontinuität und das Fortbestehen der Geschichte dieses traditionsreichen Regiments symbolisiert.

Grabowsee: Vom Tuberkulose-Sanatorium zum sowjetischen Militärlazarett

Die Heilstätte Grabowsee als Spiegel der Systembrüche des 20. Jahrhunderts HOOK: Über 47 Jahre lang war die Heilstätte Grabowsee ein hermetisch abgeriegeltes Areal. Die Geschichte des Ortes erzählt exemplarisch von der Transformation medizinischer Einrichtungen durch politische Systeme und dem schwierigen Erbe der Besatzungszeit. BLOG-TEXT: Die architektonische Anlage am Grabowsee bei Oranienburg gilt als ein bedeutendes Zeugnis der Medizingeschichte. Gegründet 1896 vom Deutschen Roten Kreuz, war sie eine Antwort auf die Tuberkulose-Epidemie der Industrialisierung. Die Pavillonbauweise ermöglichte eine strikte Trennung der Patienten und maximale Frischluftzufuhr. Doch die ursprüngliche humanitäre Ausrichtung der Volksheilstätte wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach überschrieben. Nach der Nutzung als Wehrmachtslazarett übernahmen 1945 die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Diese Zäsur prägte den Ort nachhaltiger als jede vorangegangene Epoche. Bis zum Truppenabzug 1992 blieb Grabowsee eine sowjetische Insel inmitten der DDR. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen und die absolute Isolation schufen eine Distanz zwischen den Besatzern und der lokalen Bevölkerung, die symptomatisch für viele sowjetische Liegenschaften in Ostdeutschland war. Während im Inneren ein russischsprachiger Alltag mit eigener Versorgung und Kultur stattfand, blieben die Vorgänge für Außenstehende undurchsichtig. Deutsche Angestellte, die als Hilfskräfte tätig waren, berichteten von einer strengen Hierarchie und einem strikten Redeverbot über interne Abläufe. Nach 1992 hinterließen die abziehenden Truppen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch kulturelle Spuren wie Wandmalereien und Propaganda, die sich heute mit dem verfallenden Jugendstil mischen. Dieser Palimpsest der Geschichte macht den besonderen Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Ortes aus. Der heutige Zustand ist geprägt von Vandalismus und natürlichem Verfall. Die Debatte um die Zukunft von Grabowsee verdeutlicht das generelle Problem im Umgang mit solchen Konversionsflächen: Die immensen Sanierungskosten stehen oft in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit in ländlichen Regionen. So bleibt Grabowsee vorerst ein Ort, an dem die Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit physisch greifbar bleibt – vom sozialen Aufbruch der Kaiserzeit über die Kriege bis hin zur langen Phase der sowjetischen Präsenz in Ostdeutschland. https://www.facebook.com/arnepetrich/posts/pfbid037du4beewjMdW4L62hZrBqs6yaYpDizyGAdkr6dm9yY9bfKV8hvq7YAhUWK5dL4DQl

Privatisierung am Fichtelberg: Ein Neuanfang zwischen DDR-Erbe und Marktwirtschaft

A) PROFIL AP: Hook: Wenn Biografien und Geografie untrennbar verwachsen sind, erzählt ein Berg mehr als nur seine eigene Geschichte. Teaser: Am Fichtelberg verdichten sich die ostdeutschen Transformationserfahrungen wie unter einem Brennglas. Hier treffen die Lebenslinien von Menschen aufeinander, die den Systemwechsel nicht nur überstanden, sondern aktiv gestaltet haben. Da ist der ehemalige DHfK-Absolvent, der mit visionären Ideen an der Bürokratie der Nachwendezeit zerbrach und sich dennoch neu erfand. Da ist der Olympiasieger, der den Sprung vom Podest in die Niederungen der Kommunalpolitik wagte und heute als pragmatischer Hotelier auf Realismus setzt. Und da ist der IT-Millionär, der mit einer Mischung aus Heimatverbundenheit und ökonomischer Irrationalität das Erbe des Berges retten will. Der Verkauf der Liftanlagen und des Fichtelberghauses ist dabei mehr als eine bloße Transaktion von Immobilien und Stahl. Er ist der vorläufige Höhepunkt einer jahrzehntelangen Entwicklung, die von Stagnation, Investitionsstau und dem Ringen um eine neue Identität geprägt war. Während in den Alpen oder im benachbarten Tschechien modernisiert wurde, drehte sich Oberwiesenthal lange um sich selbst. Die nun erfolgten Investitionen brechen diese Starre auf, werfen aber gleichzeitig Fragen nach der Hoheit über den öffentlichen Raum auf. Der Fichtelberg steht exemplarisch für die Herausforderung vieler ostdeutscher Regionen, Tradition und Moderne zu versöhnen, ohne die eigene DNA aufzugeben. Die Protagonisten am Berg handeln dabei nicht im luftleeren Raum, sondern vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Klimarealität, die den klassischen Wintersport zunehmend in Frage stellt. Die Zukunft des höchsten Gipfels Ostdeutschlands hängt nun davon ab, ob privates Engagement leisten kann, woran öffentliche Strukturen scheiterten. B) SEITE AP: Hook: Die Privatisierung kommunaler Wahrzeichen ist im Osten selten eine reine Verwaltungsentscheidung, sondern meist eine Frage der wirtschaftlichen Notwendigkeit. Teaser: Der Verkauf der touristischen Kerninfrastruktur am Fichtelberg an einen privaten Investor beendet eine lange Phase der Unsicherheit in Oberwiesenthal. Über Jahre hinweg litt das einstige Vorzeige-Skigebiet der DDR unter einem massiven Investitionsstau, der im Wettbewerb mit dem benachbarten Keilberg oder dem thüringischen Oberhof immer deutlicher zutage trat. Die Kommune, finanziell nicht in der Lage, die notwendigen Modernisierungen zu stemmen, gibt nun das Zepter an den IT-Unternehmer Rainer Gläß ab. Dieser Vorgang illustriert die strukturellen Defizite im ländlichen Raum Ostdeutschlands. Wo öffentliche Haushalte an ihre Grenzen stoßen, wird privates Kapital zur Voraussetzung für Entwicklung. Die Pläne des neuen Eigentümers zielen auf eine umfassende Modernisierung und eine Ausrichtung auf den Ganzjahrestourismus ab, eine Strategie, die angesichts des Klimawandels alternativlos erscheint. Der Fichtelberg wandelt sich damit von einem staatlich geprägten Symbol zu einem privatwirtschaftlich geführten Destination. Die Entwicklung wird zeigen, inwieweit regionale Interessen und unternehmerische Logik hierbei in Einklang zu bringen sind. C) SEITE JP: Hook: Investitionsstau und kommunale Finanznot haben am Fichtelberg Fakten geschaffen, die die Eigentumsverhältnisse grundlegend neu ordnen. Teaser: Mit der Übernahme der Schwebebahn, der Lifte und des Fichtelberghauses durch einen sächsischen IT-Unternehmer beginnt in Oberwiesenthal eine neue Zeitrechnung. Der Schritt war notwendig geworden, da die öffentliche Hand den Erhalt und die Modernisierung der Anlagen nicht mehr gewährleisten konnte. Der Fichtelberg, lange Zeit durch politische Grabenkämpfe und Stillstand geprägt, soll durch das private Engagement wieder konkurrenzfähig werden. Die Herausforderungen liegen dabei nicht nur in der Sanierung der Technik, sondern vor allem in der strategischen Neuausrichtung. Der klassische Wintertourismus verliert an Planungssicherheit, was Investitionen in Sommerangebote und Mountainbike-Infrastruktur unumgänglich macht. Die Privatisierung ist somit auch eine Wette auf die Anpassungsfähigkeit einer ganzen Region an veränderte klimatische und ökonomische Rahmenbedingungen.

Grabowsee: Vom Tuberkulose-Sanatorium zum sowjetischen Militärlazarett

Die Heilstätte Grabowsee als Spiegel der Systembrüche des 20. Jahrhunderts HOOK: Über 47 Jahre lang war die Heilstätte Grabowsee ein hermetisch abgeriegeltes Areal. Die Geschichte des Ortes erzählt exemplarisch von der Transformation medizinischer Einrichtungen durch politische Systeme und dem schwierigen Erbe der Besatzungszeit. BLOG-TEXT: Die architektonische Anlage am Grabowsee bei Oranienburg gilt als ein bedeutendes Zeugnis der Medizingeschichte. Gegründet 1896 vom Deutschen Roten Kreuz, war sie eine Antwort auf die Tuberkulose-Epidemie der Industrialisierung. Die Pavillonbauweise ermöglichte eine strikte Trennung der Patienten und maximale Frischluftzufuhr. Doch die ursprüngliche humanitäre Ausrichtung der Volksheilstätte wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach überschrieben. Nach der Nutzung als Wehrmachtslazarett übernahmen 1945 die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Diese Zäsur prägte den Ort nachhaltiger als jede vorangegangene Epoche. Bis zum Truppenabzug 1992 blieb Grabowsee eine sowjetische Insel inmitten der DDR. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen und die absolute Isolation schufen eine Distanz zwischen den Besatzern und der lokalen Bevölkerung, die symptomatisch für viele sowjetische Liegenschaften in Ostdeutschland war. Während im Inneren ein russischsprachiger Alltag mit eigener Versorgung und Kultur stattfand, blieben die Vorgänge für Außenstehende undurchsichtig. Deutsche Angestellte, die als Hilfskräfte tätig waren, berichteten von einer strengen Hierarchie und einem strikten Redeverbot über interne Abläufe. Nach 1992 hinterließen die abziehenden Truppen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch kulturelle Spuren wie Wandmalereien und Propaganda, die sich heute mit dem verfallenden Jugendstil mischen. Dieser Palimpsest der Geschichte macht den besonderen Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Ortes aus. Der heutige Zustand ist geprägt von Vandalismus und natürlichem Verfall. Die Debatte um die Zukunft von Grabowsee verdeutlicht das generelle Problem im Umgang mit solchen Konversionsflächen: Die immensen Sanierungskosten stehen oft in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit in ländlichen Regionen. So bleibt Grabowsee vorerst ein Ort, an dem die Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit physisch greifbar bleibt – vom sozialen Aufbruch der Kaiserzeit über die Kriege bis hin zur langen Phase der sowjetischen Präsenz in Ostdeutschland. https://www.facebook.com/arnepetrich/posts/pfbid037du4beewjMdW4L62hZrBqs6yaYpDizyGAdkr6dm9yY9bfKV8hvq7YAhUWK5dL4DQl