Dialoglabor am Theater am Rand: Eine Premiere im Zeichen des Austauschs

Zollbrücke. Eine „Weltpremiere“ der besonderen Art fand jüngst am Theater am Rand statt: das erste „Dialoglabor“. Das Format, dessen Name „Dialog und Labor“ verspricht, lädt explizit dazu ein, in den Austausch zu treten. Dabei werden „relevante Themen unserer Zeit“ aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet – von der Kunst über den Journalismus und die Wissenschaft bis hin zur Zivilgesellschaft. Das Publikum war ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen, sei es durch Husten, Niesen, Zwischenrufe oder Nachfragen. Das Ziel: „mit Ihnen und nicht nur für Sie hier auf der Bühne agieren“.

Das Besondere des Formats liegt in seinem experimentellen Charakter: Man „packen paar Sachen zusammen und wir wissen überhaupt nicht was dabei rauskommt“. Diese Offenheit spiegelte sich auch in den angeschnittenen Themen wider, die von provokanten Gedankenspielen bis hin zu grundlegenden Fragen reichten. So wurde etwa die Idee in den Raum gestellt, dass Deutschland schuldenfrei wäre, „wenn man stell sich vor wir verkaufen Bayern“.

Ein wiederkehrendes und zentrales Thema war der Boden. Das Theater am Rand versteht sich als „kleines radikal ökologisches Bodenunternehmen“. Es wurde betont, dass der Boden etwas ganz Besonderes ist, für den „die üblichen ökonomischen Gesetze nicht“ gelten. Im Gegensatz dazu steht die Fokussierung auf „Kapital“. Selbst der Regenwurm fand Erwähnung, dessen Platz in der Bibel an der gleichen Stelle wie Könige und Kaiser sei, und über den es das Forschungsergebnis gibt, dass er gerne gestreichelt werden mag.

Kritische Töne gab es in Bezug auf öffentliche Leistungen und die Politik. Es wurde hervorgehoben, dass Infrastrukturen wie Bahnen, Universitätskrankenhäuser, Hochschulen oder die Umgebung eines Flughafens – am Beispiel von Frankfurt – erst durch öffentliche Leistungen entstehen und die Stadt erst dadurch mehr als nur eine Furt ist. Diese Leistungen werden durch Steuergelder finanziert. Das Problem bestehe darin, dass „einige wenige die vereinnahmen das dann ein“. Auch die Frage der Grundstückseigentümer wurde als Problem benannt.

Die allgemeine Situation wurde mit den Worten beschrieben: „wir haben immer noch zu viele Schulden zu wenig Eigenkapital und vor allem zu wenig Land“. Besonders deutlich wurde die Kritik an der Politik formuliert: „was ich wirklich ändern muss ist die Politik“. Es wurde das Gefühl geäußert, dass die Politik das Theater nicht nur „im Stich“ lasse, sondern ihm sogar „Steine in den Weg“ lege. Dabei bestehe eigentlich das Potenzial, „alles aus dem Boden“ zu nehmen und im Prinzip sogar „die ganzen Steuern“ zu sparen.

Trotz dieser Herausforderungen wurde betont: „meine Entscheidung habe ich nicht bereut“. Das „Dialoglabor“ scheint ein Versuch zu sein, diesen Herausforderungen zu begegnen und einen offenen Raum für dringend notwendige Gespräche über Wirtschaft, Ökologie und die Rolle der Politik zu schaffen.

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