Neubau-Projekt von UNISPORT Jena unbedingt nötig

Das Universitätssportzentrum inmitten der Oberaue, direkt an der Saale, ist eines der Herzstücke des UNISPORTs. Auch wenn der Charme der 70-er Jahren sicher etwas für sich hat, entspricht das Universitätssportgebäude allerdings weder in der Qualität noch in der Raumgestaltung dem Anspruch an eine moderne Sportstätte.

Eine neue Perspektive für das Hauptgebäude ist für die Weiterentwicklung des Sportangebots im USV sowie im Hochschulsport unerlässlich. Als einer der größten Sportanbieter in Thüringen möchte der UNISPORT zudem zur nachhaltigen Entwicklung von Stadt und Region einen Beitrag leisten. Daher hat der UNISPORT das Projekt UNISPORT Zentrum 2030 ins Leben gerufen, um das aktuelle Hauptgebäude durch ein neues, modernes Universitätssportzentrum zu ersetzen.

Denn um sich langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen, ein Qualitätsversprechen gewährleisten zu können und gleichzeitig der großen Nachfrage nach Hochschulsportkursen und der steigenden Anzahl an Mitgliedern im USV Jena gerecht zu werden, ist eine

Umgestaltung und Erweiterung der bestehenden Sporträumlichkeiten-und Anlagen erforderlich.

“Schon seit vielen Jahren kann der Hochschulsport der steigenden Nachfrage vor allem nach gesundheitsorientierten Kursen aber auch nach Angeboten in den Bereichen Groupfitness und Fitness nicht mehr gerecht werden. Somit müssen wir leider jedes Semester aufs Neue mehrere hundert Interessierte enttäuschen. Dies ist umso gravierender, wenn man die Ergebnisse des aktuellen Gesundheitsreports einer großen Krankenkasse kennt. Die psychischen Belastungen unter den Studierenden haben erheblich zugenommen und Sport kann hier einen wertvollen Ausgleich schaffen”, so die Leiterin des Hochschulsports, Dr. Andrea Altmann.

Aber nicht nur die Nachfrage unter den Universitätsangehörigen ist groß, auch die Mitgliederentwicklung im USV Jena ist bemerkenswert. So wurde beispielsweise Anfang 2023 eine Gesamtanzahl an 3.467 Mitgliedern an den Landessportbund gemeldet. Im Durchschnitt wird im Jahr ein Wachstum von knapp 10% verzeichnet. Die größte Abteilung ist aktuell Tennis mit etwa 500 Mitgliedern, dann folgt Basketball mit 300 Mitgliedern. Die Abteilung mit dem aktuell größten Zuwachs ist Boxen und Kickboxen (aktuell 218 Mitglieder). Das große Interesse an einer Vereinsmitgliedschaft im USV Jena führt jedoch gleichzeitig auch zu Herausforderungen. Aufgrund des Mangels an Sportstätten können einige Abteilungen wie z. B. Basketball, Tischtennis, Rhythmische Sportgymnastik, Boxen und Kickboxen und Tennis, nicht alle interessierten Menschen als Mitglieder aufnehmen. Auch der Hochschulsport, dessen primäre Zielgruppen Studierende und Beschäftigte der Universität Jena sind, verzeichnet eine erhöhte Nutzung der Sportstätten sowie eine Diversifizierung der Sportkurse und stößt somit auch an seine Kapazitätsgrenzen. Darüber hinaus wird das Universitätssportzentrum nicht nur fürs Sporttreiben genutzt, sondern auch als sozialer Treffpunkt von vielen der Teilnehmenden wahrgenommen. Deshalb wird im Zuge der Baumaßnahmen auch eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität angestrebt.

„Das Universitätssportzentrum hat seit Jahrzehnten das Sportleben in Jena geprägt und stellt immer noch einen zentralen Anlaufpunkt für Jung und Alt dar, um individuell oder in der Gruppe Sport zu treiben. Dennoch entspricht das Hauptgebäude nicht mehr dem modernen Stadtbild. Vor allem, wenn man die neuesten Entwicklungen in der Umgebung betrachtet, wie zum Beispiel die Modernisierung des Ernst-Abbe-Sportfeldes durch den Neubau des Stadions, ist das Bauvorhaben vom UNISPORT ein wichtiger Meilenstein in der Sportentwicklungsplanung der Stadt Jena “, erklärt Prof. Dr. Christoph Englert, Präsident des USV Jena.

Nicht nur für das Erscheinungsbild ist eine Modernisierung des Universitätssportzentrums dringend nötig, sondern auch aus ressourcenorientierter Sicht. Das Hauptgebäude ist eigentlich schon viele Jahre nicht mehr für die optimale Nutzung geeignet. Kleine Verbesserungen wie neue Fenster oder die Sanierung von Sport- und Umkleideräumen sind mehr kosmetischer Natur, beheben aber das grundlegende Problem nicht. Und das lautet: Sowohl qualitativ als auch quantitativ ist das Gebäude nicht mehr zeitgemäß und auch nicht sanierungsfähig.

„Aktuell befinden wir uns in intensiven Gesprächen mit der Stadt Jena und den politischen Vertretungen, um die Möglichkeiten der Baumaßnahmen am Standort Oberaue zu erörtern“, berichtet Thomas Fritsche, Geschäftsführer des USV Jena. „Insbesondere im Zuge der Ausarbeitung der Sportentwicklungsplanung für die kommenden zehn Jahre sehen wir das Potenzial, unser Bauvorhaben als Teil der strategischen Ausrichtung des Sports in Jena zu integrieren.”

Die Situation rund um die Sportstätten des Vereins wird auch ein Kernthema bei der jährlichen Mitgliederversammlung des USV Jena am kommenden Freitag, 24. November, sein.

„Die Neugestaltung des Universitätsportzentrums, aber auch andere Projekte wie eine potentielle Erweiterung der USV Sporthalle oder die Anmietung von weiteren Flächen außerhalb der eigenen Sportanlagen beschäftigen die Delegierten der 28 Abteilungen des USV Jena und werden bei der Vollversammlung diskutiert“, so Prof. Dr. Englert.

Grabowsee: Vom Tuberkulose-Sanatorium zum sowjetischen Militärlazarett

Die Heilstätte Grabowsee als Spiegel der Systembrüche des 20. Jahrhunderts HOOK: Über 47 Jahre lang war die Heilstätte Grabowsee ein hermetisch abgeriegeltes Areal. Die Geschichte des Ortes erzählt exemplarisch von der Transformation medizinischer Einrichtungen durch politische Systeme und dem schwierigen Erbe der Besatzungszeit. BLOG-TEXT: Die architektonische Anlage am Grabowsee bei Oranienburg gilt als ein bedeutendes Zeugnis der Medizingeschichte. Gegründet 1896 vom Deutschen Roten Kreuz, war sie eine Antwort auf die Tuberkulose-Epidemie der Industrialisierung. Die Pavillonbauweise ermöglichte eine strikte Trennung der Patienten und maximale Frischluftzufuhr. Doch die ursprüngliche humanitäre Ausrichtung der Volksheilstätte wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach überschrieben. Nach der Nutzung als Wehrmachtslazarett übernahmen 1945 die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Diese Zäsur prägte den Ort nachhaltiger als jede vorangegangene Epoche. Bis zum Truppenabzug 1992 blieb Grabowsee eine sowjetische Insel inmitten der DDR. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen und die absolute Isolation schufen eine Distanz zwischen den Besatzern und der lokalen Bevölkerung, die symptomatisch für viele sowjetische Liegenschaften in Ostdeutschland war. Während im Inneren ein russischsprachiger Alltag mit eigener Versorgung und Kultur stattfand, blieben die Vorgänge für Außenstehende undurchsichtig. Deutsche Angestellte, die als Hilfskräfte tätig waren, berichteten von einer strengen Hierarchie und einem strikten Redeverbot über interne Abläufe. Nach 1992 hinterließen die abziehenden Truppen nicht nur leerstehende Gebäude, sondern auch kulturelle Spuren wie Wandmalereien und Propaganda, die sich heute mit dem verfallenden Jugendstil mischen. Dieser Palimpsest der Geschichte macht den besonderen Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Ortes aus. Der heutige Zustand ist geprägt von Vandalismus und natürlichem Verfall. Die Debatte um die Zukunft von Grabowsee verdeutlicht das generelle Problem im Umgang mit solchen Konversionsflächen: Die immensen Sanierungskosten stehen oft in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit in ländlichen Regionen. So bleibt Grabowsee vorerst ein Ort, an dem die Geschichte des 20. Jahrhunderts in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit physisch greifbar bleibt – vom sozialen Aufbruch der Kaiserzeit über die Kriege bis hin zur langen Phase der sowjetischen Präsenz in Ostdeutschland. https://www.facebook.com/arnepetrich/posts/pfbid037du4beewjMdW4L62hZrBqs6yaYpDizyGAdkr6dm9yY9bfKV8hvq7YAhUWK5dL4DQl