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Rathaus Potsdam legt erste Eckpunkte zur Haushaltsaufstellung und -konsolidierung ab 2025 vor

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Potsdam. Das Gesamtdefizit für das Jahr 2025 soll auf -65 Mio. EUR reduziert werden, um die Handlungsfähigkeit der Landeshauptstadt Potsdam weiterhin sicherzustellen

Nach den Ergebnissen der sondierenden Haushaltsbetrachtung der Fach- und Geschäftsbereiche, wonach derzeit von einem Defizit von -155 Mio. Euro für das Jahr 2025 ausgegangen wird, werden nun erste Eckpunkte zur weiteren Haushaltsaufstellung sowie Konsolidierungsmaßnahmen den Stadtverordneten in einer Mitteilungsvorlage zur nächsten Stadtverordnetenversammlung dargelegt.

In der Mitteilungsvorlage wurden bisher 19 Konsolidierungsmaßnahmen formuliert, etwa die Fixierung der Stellenrahmenzahl für 2025, die Überprüfung von Kostenentwicklungen, die Durchführung von Aufgabenkritik oder die Effizienzsteigerung von Verwaltungsprozessen zum Beispiel durch Digitalisierung bis hin zur Prüfung bzw. „Einfrieren“ von Zuschüssen an freie Träger von sozialen und kulturellen Einrichtungen, um so Strukturen zu erhalten. Diese werden nun in den kommenden Wochen durch die Verwaltung geprüft, weiterentwickelt und ggf. umgesetzt werden.

„Über die in der Mitteilungsvorlage formulierten Leitplanken und Maßnahmen haben wir gemeinsam intensiv unter den Beigeordneten gesprochen und uns zusammen mit dem Oberbürgermeister auf diese Leitlinie verständigt. Es wird von der gesamten Hausleitung unterstützt“, so Burkhard Exner, Bürgermeister und Beigeordneter für Finanzen, Investitionen und Controlling der Landeshauptstadt Potsdam.

Diese Anstrengungen und Bemühungen sind nötig, um die folgenden Ziele zu erreichen:

  • Das Gesamtdefizit für das Jahr 2025 soll auf -65 Mio. EUR reduziert werden, um die Handlungsfähigkeit der Landeshauptstadt Potsdam weiterhin sicherzustellen.
  • Bis 2028 soll der Haushaltsausgleich wieder erreicht werden („schwarze Null“), um die dauernde Leistungsfähigkeit der Stadt zu ermöglichen bspw. um Bürgschaftsfähigkeit der Landeshauptstadt Potsdam zur Absicherung ggf. von Krediten kommunaler Unternehmen (z.B. zugunsten der ProPotsdam GmbH oder für die Energie- und Wärmewende) zu gewährleisten
  • Die langfristige Investitionsfähigkeit der Landeshauptstadt Potsdam und weiterhin ein hohes Investitionsniveau soll abgesichert werden, auch hinsichtlich der Kreditfähigkeit des Kommunalen Immobilien Service – Eigenbetrieb der Landeshauptstadt Potsdam (KIS).
  • Die bestehende Aufgaben im pflichtigen Bereich sollen erhalten werden und mit
    Schwerpunktsetzungen möglichst die bisherige Angebotsstruktur sichern.
  • Die städtische Infrastruktur soll insgesamt erhalten werden.
  • Die anstehenden großen Transformationsprozesse wie bspw. die Energie-, Wärme- und Verkehrswende will die Landeshauptstadt mit den Möglichkeiten der Stadt unterstützen.

Hintergrund ist der aktuelle Haushaltsplanungsstand (Drucksache 24/SVV/0462), der der Landeshauptstadt Potsdam für das Gesamtergebnis jährliche Defizite in Höhe von -155 Mio. EUR für das Jahr 2025 ausweist und bis -180 Mio. EUR für das Jahr 2028.

Aktuell werden darum die vorläufigen Planergebnisse der einzelnen Fach- und Geschäftsbereiche und die zu Grunde liegenden Annahmen verwaltungsseitig plausibilisiert.

Die aktuelle Entwicklung, die sich aus der sondierenden Haushaltsbetrachtung 2025 ergibt, zeigt, dass auch die LHP sich in einer zunehmend herausfordernden Situation befindet und damit in der „kommunalen Familie“ keine Ausnahme darstellt. Die gesamte kommunale Ebene in Deutschland hat in 2023 erstmalig seit 2011 wieder mit einem deutlichen Defizit in Höhe von -6,8 Milliarden EUR abgeschlossen.

Die strukturellen Kostensteigerungen spiegeln sich in den künftigen Haushaltsjahren wider (höhere Transferleistungen insbesondere bei den Sozialausgaben, steigenden Personalkosten u.a. aufgrund Tarifabschlüssen etc.), während bei den Erträgen beispielsweise aus Steuern die Anstiege hinter der Kostensteigerung zurückbleiben.

Die bisher benannten Eckpunkte verfolgen jeweils das Ziel, Erträge zu steigern, den Anstieg von Aufwendungen bzw. Zuschüssen zu begrenzen und/oder die Effizienz zu steigern.

„Potsdam ist eine lebenswerte Stadt. In zahlreichen Benchmarks liegt Potsdam bei der Lebensqualität in der Bundesrepublik auf den vorderen Plätzen. Auch in der letzten Bürgerumfrage zeigte sich eine hohe Zufriedenheitsrate in der Bevölkerung. Nicht zuletzt dank guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und sehr positiver Jahresabschlüsse konnte die Landeshauptstadt Potsdam im letzten Jahrzehnt wachsen und ein oft deutlich über den vom Gesetzgeber (Bund und Land) vorgegebenen Standards liegendes, gutes und breitgefächertes Angebot kommunaler Leistungen für die Menschen vorhalten und erbringen. So war es möglich, dass auch im Bereich der sogenannten freiwilligen Leistungen in nicht unerheblichem Maße Zuschüsse zur Verfügung gestellt werden konnten“, betont Burkhard Exner.

Dies betrifft bspw. Einrichtungen und Projekte der Kultur und Kunst, des Sports (v.a. Breiten- als auch Vereinssport sowie Leistungssport), für außerschulische Bildung/Weiterbildung (Volkshochschule/Bibliothek) bis hin zum Öffentlichen Personen Nahverkehr (z.B. verbilligtes Schülerticket) oder Jugend- und Begegnungshäuser. Aber auch bei vom Gesetzgeber vorgegebenen Aufgaben bspw. im Kinder-, Jugend- und Sozialbereich konnte die LHP in den vergangenen Jahren ein zum Teil größeres Leistungsportfolio anbieten oder ermöglichen, als dies gesetzlich gefordert ist. Potsdam wurde so zu einer der attraktivsten Städte in den ostdeutschen Ländern.

Aufgrund der jetzt vorliegenden vorläufigen Ergebnisse der Planungen der dezentralen Fach- und Geschäftsbereiche mit einem Gesamtfehlbetrag von rund -155 Mio. EUR allein im Jahr 2025 und der sich international wie national verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (die volkswirtschaftlichen Prognosen gehen für 2024 von einem Wachstum von derzeit rd. 0,2%, bzw. in den Folgejahren jahresdurchschnittlich von 0,5% aus) wird deutlich, dass all dies nicht selbstverständlich ist. „Wir müssen jetzt gemeinsam anpacken, um die jetzigen städtischen Strukturen und das kommunale Leistungsportfolio möglichst zu erhalten. Angesichts erheblich steigender Ausgaben und nur geringfügig steigender Einnahmen kann es uns nur gemeinsam gelingen, rechtzeitig gegenzusteuern.“ so Burkhard Exner.

Ohne Gegenmaßnahmen wären nach aktuellen Prognosen auch die Rücklagen bis 2026 aufgebraucht und die Landeshauptstadt Potsdam müsste ein pflichtiges Haushaltskonsolidierungsprogramm aufstellen. Dieses gilt es zu verhindern, denn es würde ein Verlust an eigener Handlungsfähigkeit bedeuten. Ein solches Programm hätte beispielsweise Einschnitte bei den freiwilligen Leistungen und bei den Investitionsmaßnahmen zur Folge.
„Die aktuelle Lage erfordert ein schnelles und beherztes gemeinsames Handeln aller, um die bestehenden Leistungen und Strukturen erhalten zu können,“ so Exner.

So ist unter anderen auch angedacht, im Herbst die Stadtverordneten einzubeziehen und im Rahmen einer „Konsolidierungskommission“ weitere Maßnahmen zu beraten.

Insgesamt betrachtet soll der Haushalt der Landeshauptstadt Potsdam tragfähig, inhaltlich ausbalanciert und mit Prioritäten an den strategischen Handlungsfeldern klug ausgerichtet sein.

Dresdens Märkte und Feste sollen plastikfrei werden

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Dresden. Einweggeschirr aus Plastik bei der Speise- und Getränkeausgabe soll auf Dresdens Märkten und Festen bald der Vergangenheit angehören. Dafür hat Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen eine Vorlage erarbeiten lassen, in der aufgezeigt wird, welche städtischen Satzungen geändert werden müssen, damit demnächst so viel Einweggeschirr wie möglich vermieden werden kann. Das soll auch Klarheit für die Vielzahl der Händler und Veranstalter schaffen. Ob die Satzungsänderungen umgesetzt werden, entscheidet der Stadtrat.

Jede Säule, die dazu beiträgt, dass Dresden seine Stadtsauberkeit verbessert und seine Klimaschutzziele erreicht, ist sinnvoll. Abfallvermeidende Maßnahmen leisten darüber hinaus einen besonderen Beitrag, da oftmals bereits intensive Herstellungsprozesse vermieden werden können. 2019 hat der Stadtrat diesen Prozess angeschoben und ich hoffe, er unterstützt uns jetzt bei der Umsetzung. Damit gemeinsames Verwaltungshandeln zur Vermeidung von Verpackungsabfällen im Rahmen von Veranstaltungen und zu einer verbesserten Stadtsauberkeit beiträgt, ist die Vorlage ein wirkungsvolles Instrument.

Eva Jähnigen, Umweltbürgermeisterin

Folgende städtische Satzungen sollen dazu geändert werden:

  • Abfallwirtschaftssatzung
  • Sondernutzungssatzung
  • spezielle Sondernutzungssatzung
  • Grünanlagensatzung
  • Wochenmarktsatzung
  • Jahr- und Spezialmarktsatzung
  • Stadtfestsatzung

Im Dezember 2019 hatte der Dresdner Stadtrat den Antrag „Dresdens Märkte und Feste plastikfrei“ (A0565/19) beschlossen. Aufgrund der über zwei Jahre andauernden Corona-Pandemie gab es kaum Großveranstaltungen auf städtischen Flächen. Darüber hinaus haben sich seit 2019 die rechtlichen Rahmenbedingungen stark geändert: Im gleichen Jahr verabschiedete die Europäische Union die Einwegkunststoff-Richtlinie, im Juli 2021 trat die deutsche Einwegkunststoffverbotsverordnung (EWKVerbotsV) in Kraft, seit 2022 sind Plastiktüten mit Wandstärken von 15-50 µm verboten und seit 2023 gilt die Mehrwegangebotspflicht. Ab 2025 können Kommunen Gelder aus dem Einwegkunststofffonds beantragen.

3. Leipziger Nacht der Ausbildung mit 100 Unternehmen – jetzt anmelden!

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Unternehmen an einem Abend direkt vor Ort erkunden und Berufe praktisch ausprobieren – das ist das Markenzeichen der „Leipziger Nacht der Ausbildung“ am Freitag, 7. Juni 2024, von 16:00 bis 24:00 Uhr.

Die Platzbuchung ist ab sofort möglich – noch mehr Angebote als in den beiden Vorjahren erwarten die Schülerinnen und Schüler.

Die Besonderheit der Leipziger Nacht der Ausbildung liegt darin, dass alle beteiligten Firmen spannende Mitmach-Aktionen vorbereitet haben. Die Unternehmen stellen Ausbildungsplätze, Duale Studiengänge und Praktikumsangebote vor. Was konkret hinter jedem Beruf steckt, erklären Azubis und Ausbildungsverantwortliche aus erster Hand.

100 Stätten und 40 Bus-Routen zur Nacht der Ausbildung

Etwa 100 Leipziger Ausbildungsbetriebe (gegenüber 80 im Vorjahr) sind am 7. Juni dabei. Auf über 40 Routen können sie im kostenfreien Bus-Shuttle angesteuert werden.

Clemens Schülke, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales: „Fachkräfte bringen unsere Wirtschaft zum Laufen, sind aber vielfach gesucht. Fachkräftegewinnung beginnt schon mit der Ausbildung. Die „Leipziger Nacht der Ausbildung“ ist ein gutes Format, um junge Menschen und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen. In diesem Jahr geben rund 100 Unternehmen praxisnahe Einblicke in über 150 Berufsbilder.“

Eingeladen sind Jugendliche ab der 7. Klasse zusammen mit Eltern oder Angehörigen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung jedoch notwendig. Online entscheiden sich die Besucherinnen und Besucher für eine begleitete Bus- oder Laufroute, auf der sie drei Unternehmen ansteuern. Alternativ können auch Termine für Direktbesuche in den Unternehmen gebucht und per „eigener Anreise“ mit Gratis-Ticket der LVB aufgesucht werden.

Über 20 Unternehmen öffnen für Spontanbesucher auch ohne Anmeldung ihre Türen. Zudem sind drei große Standorte „Neues Rathaus“, „Haus des Handwerks“ sowie „Flughafen“ eingerichtet. Hier können Familien ohne Anmeldung gleich mit mehreren Unternehmen ins Gespräch kommen.

Weitere Informationen

Platzbuchung, Informationen über alle beteiligten Unternehmen, die verschiedenen Routen sowie weitere Details finden Sie unter www.leipzig.de/ausbildungsnacht.

Die 3. Leipziger Nacht der Ausbildung wird vom städtischen Referat Beschäftigungspolitik organisiert und von der Leipziger Gruppe gefördert.

Erfurter Schnuppertage 2024: Studienalltag und Campus kennenlernen

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Erfurt. Nach ihrem Hochschulinfotag im Mai bietet die Universität Erfurt Studieninteressierten im Juni eine weitere Möglichkeit, das Campusleben und den Uni-Alltag hautnah zu erleben. Während der Schnuppertage vom 10. bis 14. Juni 2024 können Studieninteressierte u.a. ausgewählte Vorlesungen und Seminare besuchen, die einen Einblick in die verschiedenen Studienrichtungen bieten.

Dabei geht es nicht in erster Linie darum, den dargebotenen Lehrstoff zu verstehen, sondern vielmehr einen Eindruck davon zu gewinnen, was „studieren“ heißt. Im direkten Gespräch mit Studierenden und Dozent*innen können sich die Besucher*innen ein eigenes Bild vom Studienalltag machen. Auf dem Programm stehen darüber hinaus auch Vorträge zur Studienorientierung, Führungen über den Campus und durch die Bibliothek sowie Informationsveranstaltungen zu den Themen Wohnen und Finanzieren.

Das Angebot richtet sich sowohl an einzelne Studieninteressierte, als auch an Schulklassen. Um den Besuch der Schnuppertage bestmöglich an die Vorstellungen und Interessen der Gäste anzupassen, wird um eine Anmeldung über die Website www.uni-erfurt.de/schnuppertage gebeten. Dort gibt es auch weitere Informationen und das genaue Programm.

Polizeigewerkschaften zu zunehmender Gewalt gegenüber Politikern, Einsatzkräften und Helfern

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  • Unmissverständliche Verurteilung von Gewalt gegen Politiker, Einsatzkräfte und ehrenamtliche Helfer
  • Ein Aufruf zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und entschiedenem Handeln

Wir, die Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) aus Brandenburg, Sachsen und Thüringen, stehen in einer gemeinsamen und entschiedenen Front gegen die zunehmenden Gewaltakte, die sich nicht nur gegen Politikerinnen und Politiker, sondern auch gegen unsere Kolleginnen und Kollegen der Blaulichtfamilie sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer richten.

In den letzten Monaten haben wir eine besorgniserregende Zunahme von Angriffen gegen Personen des öffentlichen Lebens und Helfer im Einsatz beobachtet. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Angriff gegen die betroffenen Personen, sondern ein Angriff gegen die Grundwerte unserer Gesellschaft.

Mit Blick auf die bevorstehenden Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen in unseren Bundesländern ist es alarmierend, dass jene, die sich für die Gemeinschaft engagieren und öffentlich positionieren, Angst um ihre Sicherheit und ihr Leben haben müssen. Dies darf und kann nicht unser Verständnis von einem demokratischen Miteinander sein.

Wir verurteilen diese feigen und abscheulichen Taten in der schärfsten Form und fordern nicht nur eine klare Haltung seitens der Politik, sondern auch ein sofortiges und entschiedenes Handeln der gesamten Gesellschaft. Es ist essenziell, dass jeder Einzelne von uns Zivilcourage zeigt und sich gegen Gewalt und Hetze stellt.

Ferner appellieren wir an die politischen Entscheidungsträger, in Bildung und Sozialisierungsprojekte zu investieren, die dazu beitragen, Hass und Unwissenheit in unserer Gesellschaft abzubauen. Gleichzeitig muss kommunikative Hetze entschieden bekämpft und durch schnelle sowie spürbare Strafen geahndet werden.

In diesen kritischen Zeiten ist der Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Wir stehen gemeinsam für eine Gesellschaft ein, in der sich jeder sicher und respektiert fühlt, unabhängig von seinem oder ihrem Engagement im öffentlichen Raum.

Lasst uns gemeinsam eine klare und deutliche Antwort auf Gewalt und Einschüchterung geben und ein Zeichen setzen, dass in unserer demokratischen Gesellschaft kein Platz für Hass und Gewalt ist.

Gemeinschaft feiern: Aufruf zum bundesweiten Tag der Nachbarn am 31. Mai

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Berlin. Unter dem Motto „Gemeinschaft feiern!” ruft die nebenan.de Stiftung zum siebten Mal zum Tag der Nachbarn auf. Mit tausenden Aktionen setzen Menschen in ganz Deutschland ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Jede:r kann mitmachen und ab sofort eine Nachbarschaftsaktion online anmelden.

Nachbar:innen lernen sich kennen, feiern das Miteinander und steuern der steigenden Einsamkeit in der Gesellschaft entgegen. Jedes Jahr kommen am Tag der Nachbarn hunderttausende Menschen bei großen und kleinen Nachbarschaftsaktionen zusammen. Ob Hofkonzert, Kochabend, Müllsammelaktionen oder Nachbarschaftsfest – ab heute können Nachbar:innen auf www.tagdernachbarn.de eine Aktion für den 31. Mai anmelden und auf Wunsch ein kostenloses Mitmach-Set für die Umsetzung erhalten. Alle Nachbarschaftsaktionen werden online auf einer interaktiven Deutschlandkarte verzeichnet. So kann jede:r sehen, was in der eigenen Umgebung stattfindet und eine Aktion besuchen.

„Die Idee hinter dem Tag der Nachbarn ist einfach: Nicht nur nebeneinander, sondern miteinander! Am Aktionstag können sich Nachbar:innen niedrigschwellig begegnen – dabei ist es egal, ob sie jung oder alt, hier aufgewachsen oder zugezogen sind. Das stärkt den Zusammenhalt in der Nachbarschaft und beugt Einsamkeit und soziale Spaltung vor“, sagt Katharina Roth, Geschäftsführerin der nebenan.de Stiftung.

Teilnehmen können nicht nur Privatpersonen, sondern auch Institutionen, Organisationen, Vereine oder lokale Gewerbe wie Geschäfte und Cafés. Auch zahlreiche Kommunen und Bundesländer beteiligen sich am Tag der Nachbarn und laden ihre Bürger:innen zum Mitmachen ein.

Der Tag der Nachbarn wird vom Deutschen Städtetag, der Diakonie Deutschland, EDEKA, Simply V und der Wall GmbH gefördert.

Über die nebenan.de Stiftung:
Die nebenan.de Stiftung ist die gemeinnützige Tochterorganisation des Berliner Sozialunternehmens Good Hood GmbH, das die Nachbarschaftsplattform nebenan.de betreibt. Die Stiftung fördert konkretes, freiwilliges Engagement in Nachbarschaft und Gesellschaft und leistet so einen Beitrag gegen Vereinsamung und gesellschaftliche Spaltung – für ein menschliches, solidarisches und lebendiges Miteinander.
Die nebenan.de Stiftung kooperiert mit einem großen Netzwerk von Partner:innen in ganz Deutschland und ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen. Neben dem Tag der Nachbarn richtet die Stiftung jährlich den Deutschen Nachbarschaftspreis und den Ideenwettbewerb Klimaschutz nebenan aus.

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Ausleihsystem für E-Mopeds startet in Dresden

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Dresden. Die Suche nach einem zuverlässigen Betreiber für stationslosen E-Moped-Verleih im öffentlichen Straßenraum war erfolgreich. Die Electric Mobility Concepts GmbH, eine Tochtergesellschaft des Mobilitätsanbieters GoTo Global mit ihrer beliebten Marke „emmy“, bietet seit Mittwoch, 1. Mai 2024, elektrisch betriebene Kleinkrafträder für Bürgerinnern und Bürger sowie Gäste der Stadt zur Ausleihe an. Damit bereichert ein weiterer Anbieter für gemeinschaftlich nutzbare Verkehrsmittel, sogenannte Sharing-Angebote, die Mobilität in Dresden.

„Sharing-Angebote sind ein ganz wesentlicher Baustein für den Verkehr der Zukunft in Dresden. Die vom Stadtrat im Jahr 2022 beschlossenen Sharing-Leitlinien stellen sicher, dass Leihangebote das leisten, was wir brauchen: eine stadtverträgliche und umweltschonende Mobilität. Ich freue mich, dass sich unsere Vorarbeit bezahlt macht und die E-Mopeds von emmy jetzt die Fortbewegungsmöglichkeiten der Dresdnerinnen und Dresdner verbessern.“
Stephan Kühn, Verkehrsbürgermeister

Die Fahrzeuge fahren bis zu 45 km/h. Mit ihnen lassen sich weitere Strecken in kürzerer Zeit zurücklegen als mit anderen Sharing-Angeboten wie E-Scootern oder Leihrädern. Das bietet großes Potenzial zur Ergänzung von Bus- und Bahnangeboten, insbesondere als Zubringer zu Haltestellen und Bahnhöfen außerhalb der Innenstadt.

„Wir haben uns in den letzten Jahren die Marktführerschaft in Deutschland erarbeitet und sehen in Dresden nicht nur eine Stadt geprägt von reicher kultureller Geschichte, sondern auch die Möglichkeit, etwas zum lebendigen Lebensstil der sächsischen Landeshauptstadt beizutragen.“
Christopher Schech, emmy General Manager

300 grüne E-Mopeds kommen für den Start von emmy in Dresden zum Einsatz. Um die Innenstadt nicht zu überfrachten und um den ÖPNV sinnvoll zu ergänzen wird Emmy die Flotte im Stadtgebiet verteilen. Für die Ausleihe der E-Mopeds ist die emmy App erforderlich. In dieser sind auch die Zonen sichtbar, in der man die Roller ausleihen und abgeben kann. Die Zonen decken von Klotzsche über Bühlau und Leuben große Teile des Stadtgebiets ab. Für die Fahrt ist ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Führerschein der Klassen A, A1, A2, AM oder B erforderlich. Das Parken ist überall dort möglich, wo auch Autos parken dürfen – also nicht auf dem Gehweg.

Bereits jetzt wechselt die Mehrheit der Dresdnerinnen und Dresdner regelmäßig das Verkehrsmittel und ist sehr flexibel unterwegs. Mit einer breiten Angebotsvielfalt lassen sich die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse abdecken und die Abhängigkeit von einem eigenen Pkw reduzieren. Das schont das Portemonnaie und ist viel nachhaltiger, da Autos durchschnittlich 23 Stunden am Tag nur parken und nicht bewegt werden.

Festival OSTEN in Bitterfeld-Wolfen zu Transformationserfahrungen in Ostdeutschland

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Bitterfeld-Wolfen. Mit großer Vorfreude hat das Team um den Kulturpark e.V. das vielfältige Programm des diesjährigen Festivals OSTEN in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Vom 1. bis 16. Juni laden Theater, Performances, Filmen, Workshops, Gespräche und vieles mehr ein, Bitterfeld-Wolfen und „den Osten“ als Landschaft der Veränderungen für Mensch, Natur und Zusammenleben zu erforschen und zu feiern. Die alte Feuerwache in Wolfen, das Festivalzentrum, wird sich dafür in eine künstlerische Oase verwandeln.

Mit einem abwechslungsreichen Kultur-Programm spürt das Festival OSTEN den Transformationserfahrungen in Ostdeutschland, am Beispiel der Stadt Bitterfeld-Wolfen, künstlerisch nach. Die diesjährige Ausgabe steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters von Bitterfeld-Wolfen Armin Schenk. Was die Besucher:innen vom 1. bis 16. Juni erwartet, hat das Veranstaltungsteam in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. An mehreren Orten der Industriekultur zeigen Künstler:innen insgesamt 9 Theater- und Musikstücke, 15 Performances und 5 Filme, darunter 16 Premieren. Besondere Formate, wie Ausflüge an interessante Orte der Industriekultur sowie die abendliche Frage des Tages, laden ein, sich darüber hinaus regelmäßig über Erlebtes auszutauschen.

Dramaturg Aljoscha Begrich, der das Festival gemeinsam mit Kulturmanagerin Susanne Beyer leitet, erklärt: „Nach der ermutigenden, ersten Festivalausgabe freuen wir uns, das Zentrum des gegenseitigen Interesses in Wolfen ausbreiten zu können. Hier sind die Umbrüche deutlich sichtbar: Zwischen dem Rathaus mit seiner Vergangenheit, den leeren Wiesen mit ihren Möglichkeiten und der Lithiumfabrik mit ihren Bedarfen lassen sich die Herausforderungen der Gegenwart in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit erfahren. Darüber hinaus bieten wir vom Tanzen am Beckenrand, einer Puppenparade und Motorradausflügen bis zum großen gemeinsamen Abschlusspicknick gewohnt unterschiedlichste Formate der Begegnung.“

Herzstück des Festivals: Ein Kunst-Parcours, der Orte der Industriekultur verbindet
Herzstück des Festivals wird eine Ausstellung national und international beachteter Künstler:innen und junger Kunstschaffenden, die als Parcours zwischen der ehemaligen Feuerwache, den Brachen der ehemaligen Film- und Faserfabrik, dem Industrie- und Filmmuseum sowie dem ehemaligen Kino zum Staunen und eigenständigem Erkunden einlädt. Die alte Feuerwache wird gleichzeitig Festivalzentrum. Hier können sich die Besucher:innen über alle brennenden Fragen austauschen: Was bedeutet Osten? Was ist spezifisch, was international? Was lässt sich aus den Umbrüchen für die Zukunft lernen? Mit angebauter Wasserrutsche und Pool entsteht hier aber auch eine Oase, in der man sich erfrischen und anschließend mit kühlem Kopf weiterreden kann. Mit Anbaden an der Feuerwache und einem gemeinsamen Besuch des Parcours wird das Festival am Samstag, 1. Juni, um 16 Uhr eröffnet.

Welt Weit Wolfen: Internationale Perspektiven auf den Strukturwandel
Ein Schwerpunkt der Ausgabe liegt auf den internationalen Verbindungen der ehemaligen Filmstadt Wolfen, insbesondere nach Rochester in den USA und Schostka in der Ukraine. Die Städte sind durch eine gemeinsame Geschichte industrieller Farbfilmproduktion direkt und indirekt miteinander verbunden. „Die Umbrüche in Wolfen weisen Parallelen zu anderen Orten der Filmproduktion auf”, erklärt Anne Diestelkamp aus dem Kurationsteam. „Wir möchten den Wandel hier im internationalen Vergleich betrachten, gemeinsame Erfahrungen, aber auch radikale Unterschiede herausarbeiten.“ Am Samstag, 1. Juni, dürfen die Besucher:innen etwa auf eine Performance der ukrainischen Künstlerin Maryna Makarenko gespannt sein: Sie setzt sich mit den gesundheitlichen Folgen der Fabrikarbeit in Schostka auf den weiblichen Körper auseinander. Im Anschluss arrangieren die Künstler:innen Oscar Olivo und Amy Trompetter die industrielle Umweltverschmutzung in Rochester zu einem Puppenspiel.

Ewigkeitsprobleme: Fahrradtour erinnert an historischen Protestmarsch, Puppenparade feiert Rückkehr der Natur
Einen weiteren Schwerpunkt stellt das Verhältnis von Mensch und Natur dar: Bergbau und Chemieindustrie haben die Landschaft um Bitterfeld-Wolfen stark verändert. Aus Braunkohlegruben sind inzwischen Badeseen geworden, wo einst Fabriken standen, wachsen Bäume und Sträucher, die Luft ist sauber – aber die sogenannten Ewigkeitsprobleme bleiben. „Giftige Altlasten gefährden unsere Umwelt für Jahrhunderte“, erklärt Kurator Christian Tschirner. „Wir erforschen künstlerisch, was das für die Menschen in der Region bedeutet und wie verschiedene Generationen damit umgehen.“ So erinnert am Samstag, 8. Juni, etwa eine geführte und kommentierte Fahrradtour auf der historischen Route an eine der ersten Umweltdemonstrationen der DDR: Organisiert vom damaligen Kreisjugendpfarrer fand 1984, vor genau 40 Jahren, ein Protestmarsch von Bitterfeld nach Wolfen statt. Kurz vor Ankunft im Festivalzentrum wird die Fahrradtour Teil der großen Puppen-Parade ALLEE DER TAUSEND DÜFTE, die an die Gerüche der Industrie erinnert und die Rückkehr der Natur feiert.

Blick in die Zukunft: Was kommt nach der Industrie?
Der dritte Schwerpunkt stellt die Frage nach der Zukunft: Was kommt eigentlich nach der Industrie? „Bitterfeld-Wolfen war in der Vergangenheit immer auch ein Ort starker Transformation. Das bietet viele Möglichkeiten, über die Zukunft nachzudenken”, erklärt Martin Naundorf aus dem Kurationsteam. „Mithilfe der Kunst möchten wir darüber ins Gespräch kommen, welche Vorstellungen wir gemeinsam entwickeln und wie wir diese gestalten können.“ In Lectures, Spaziergängen und Workshops werfen etwa internationale Künstler:innen der Bauhaus Study Rooms der Stiftung Bauhaus Dessau am letzten Festivalwochenende vom 14. bis 16. Juni einen Blick in die Welt von morgen. Besucher:innen sind zum Beispiel eingeladen, mehr über Lithium als zukünftiger Energielieferant zu erfahren oder Ziegelsteine aus Industriestaub zu pressen.

Viele Kooperationen mit Akteur:innen aus der Region

Im Sinne des „Bitterfelder Wegs“ lädt das Festival wieder zum Mit- und Selbermachen ein. Der Gedanke der Begegnung kommt insbesondere in längerfristig angelegten, partizipativen Projekten mit regionalen und überregionalen Akteur:innen zum Tragen. „Wir möchten verschiedene Menschen, unterschiedliche Generationen mit ihren jeweiligen Eigenarten ins Gespräch bringen“, erklärt Susanne Beyer aus der Festivalleitung. „So zeigen wir beim Festival auch viele Projekte, die etwa in Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen, mit migrantischen Jugendlichen, Kunst-Studierenden und vielen weiteren Gruppen entstanden sind.“

Eines dieser Projekte ist die Tanz-Performance HANDARBEIT der Choreografinnen Isabelle Schad, Josephine Findeisen, Claudia Tomasi und der Bildhauerin Nora Mertes, die am Freitag, 7. Juni, im Städtischen Kulturhaus Premiere feiert. In Zusammenarbeit mit dem Frauenzentrum Wolfen und gemeinsam mit Frauen über 40 haben sie an einem Stück gearbeitet, das die eigene Lebensgeschichte in den Mittelpunkt rückt und fragt, wie persönliche Erfahrungen tänzerisch miteinander verwoben werden können.

Die Berliner Theatergruppe DAS HELMI hat sich gemeinsam mit Beschäftigten der Diakonie Bitterfeld-Wolfen-Gräfenhainichen, in Anlehnung an den DDR-Kultfilm DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA, auf die Suche nach dem Glück gemacht. Am Freitag, 14. Juni, bringen sie die Legende ohne Ende unterhaltsam und mit viel Herz in der Feuerwache auf die Bühne. Das Gastspiel ist Teil der Veranstaltungsreihe  „DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN. Bundesweite Foren für Kunst, Freiheit, Demokratie“ des Fonds Darstellende Künste. Sie ist auch mit einem Theater-Truck, einem performativ-aktivierenden Workshop der Künstlerin Tanja Krone, einem Bagger-Ballett des Kollektivs Studio Urbanistan und einem Punk-Pop-Polit-Konzert der Band AbRaum vor Ort.

Mehr als 100 Künstler:innen, mehr als 70 Studierende sowie 30 Kulturinstitutionen beteiligen sich am Festivalprogramm, darunter neben Kitas, Schulen, Jugendclubs und Vereinen aus der Region etwa auch mehrere Kunsthochschulen und Theater, die Köthener Bachfesttage, die Stiftung Bauhaus Dessau, die Akademie der Künste Berlin und die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Kunstwerke, Audiowalks und Installationen auch unabhängig von den Veranstaltungen entdecken
Das Festivalzentrum an der Feuerwache ist während der Veranstaltungstage (1. und 2. Juni, 7. bis 9. Juni und 14. bis 16. Juni) freitags und samstags von 14 bis 23 Uhr sowie sonntags von 14 bis 21 Uhr geöffnet. Auch unabhängig davon kann eine Vielzahl von Kunstwerken, Audiowalks und Installationen im Stadtraum erkundet werden. So lädt das Format OSTEN PLUS etwa nach Wolfen-Nord ein, wo im Club 84 bereits am Vormittag Filme des Filmemachers Thomas Heise, einem der wichtigsten Chronisten Ostdeutschlands, angeschaut werden können. Es lohnt sich, Zeit mitzubringen.

Das ganze Programm und viele Informationen zum Besuch gibt es auf www.osten-festival.de. Der Ticket-Vorverkauf startet am 15. April online sowie im Städtischen Kulturhaus Bitterfeld-Wolfen (zu den Öffnungszeiten der Theaterkasse) und in der Stadt- und Tourismusinformation der Stadt Bitterfeld-Wolfen. Viele Veranstaltungen können kostenfrei besucht werden.

Kulturschaffende und Zivilgesellschaft vernetzen, Strukturen aufbauen
Das Festival ist eine Initiative des Kulturpark e.V., der Kulturschaffende und Zivilgesellschaft in der Region vernetzen und kulturelle Strukturen aufbauen will, wo die Grunderfahrung seit der Wiedervereinigung vielfach die des Rückbaus und der Schließung von Kultur ist. Der Vereinsvorstand Aljoscha Begrich, Christine Leyerle und Ludwig Haugk, der die erste Ausgabe in 2022 künstlerisch geleitet hat, verantwortet und trägt das Festival auch in 2024 weiter.

Dank an Förderer, Sponsoren und Unterstützer
Festival OSTEN und ORIGINAL WOLFEN sind Projekte von Kulturpark e.V. Die Projektförderungen erfolgen durch das Land Sachsen-Anhalt, die Kulturstiftung des Bundes (gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), die E.ON Stiftung, die Bundeszentrale für politische Bildung, LOTTO Sachsen-Anhalt und das Goethe Institut. Hauptsponsor ist die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH, der die Arbeit des Kulturpark e.V. von Anfang maßgeblich unterstützt hat. Weitere Sponsoren sind Autohaus Grimm, Filmotec GmbH, Jeske Media, Kino Wolfen Entwicklungsgesellschaft mbH, ORWO Net GmbH, SPLITTER – Manufaktur für Veranstaltungen, Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen GmbH, Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen mbH und Wohnstättengenossenschaft Bitterfeld-Wolfen eG. Mit großzügiger Unterstützung der Stadt Bitterfeld-Wolfen und des Landkreises Anhalt-Bitterfeld.

Wie sich die Städte auf wachsende Klima-Risiken vorbereiten müssen

  • Von Hochwasser bis Hitze: Studie stellt Schutzkonzepte vor
  • Konkrete Maßnahmen-Pakete: Städte und Hausbesitzer sind gefordert

München. Wachsendes Klima-Risiko für die Städte: Starkregen, Hochwasser, Sturm, Hagel, Hitze, Dürre … – Die akuten Gefahren steigen. Doch die Städte sind darauf nicht vorbereitet. Deutschland braucht einen „Unwetter-Umbau“: Wohnhäuser, öffentliche Gebäude, Industrieanlagen, Straßen, Tunnel, Kanalisation, Energie- und Wasserversorgung … und auch die Stadtplanung insgesamt – alles muss auf den Prüfstand. Deutschland braucht einen Komplett-Check von Gebäuden und Infrastruktur: eine Klima-Risiko-Analyse für alle Städte und Gemeinden. Ebenso effektive Vor-Ort-Lösungen, um Städte klimasicherer zu machen.

Das fordert eine aktuelle Studie, in der Wissenschaftler der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU Kaiserslautern) Klima-Risiken im Auftrag der Initiative „Verantwortung Wasser und Umwelt“ untersucht haben. Im Fokus stehen dabei auch Schutzkonzepte für Städte und Gemeinden – konkrete Maßnahmen gegen extreme Wetter-Ereignisse. Der Titel der Studie: „Vom Starkregen-Management zur klimaresilienten Stadt“. Vorgestellt wird die Untersuchung auf der Hybrid-Pressekonferenz „Klima-Risiken für Städte“ zum Start der IFAT am Montag (13. Mai) in München. Die IFAT ist die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft.

Um Städte und Gemeinden zu präparieren, sind Klima-Anpassungskonzepte notwendig, so die Wissenschaftler. Gefordert seien dabei Hausbesitzer genauso wie Vermieter. Vor allem aber müsse es in den Rathäusern einen „Klima-Planungswandel“ geben. „Ohne eine ‚Klima-Risiko-Task-Force‘ bei Bund, Ländern, Kommunen, Energie- und Wasserversorgern wird es nicht mehr gehen“, so Studienleiter Prof. Theo Schmitt von der RPTU Kaiserslautern. Vor allem der Staat müsse jetzt effektiv und entschlossen gegen die wachsenden Gefahren durch extreme Wetterlagen vorgehen.

Zentrale Forderungen der Klima-Risiko-Studie sind:

  • Hochwasser in den Städten

Starkregen, Hochwasser in Flüssen und Bächen: Überflutungen gefährden Menschen und Wohnhäuser. Zentrale Punkte der Studie dazu:

  • Gefahren- und Risiko-Karten zu Starkregen und Hochwasser sollen lokal – Straße für Straße – aufklären.
  • Frühwarn- und Informationssysteme, die rechtzeitig alarmieren.
  • Regenwasser-Management – u.a. Regenbassins, oberirdische Sammelflächen, Flutmulden, „Notwasserwege“.
  • Städte „wassersensibel“ entwickeln: Gebäude anders bauen und umbauen – von der Dachbegrünung (Zurückhaltung und Verdunstung von Wasser) bis zum Schutz von Tiefgaragenzufahrten, Kellereingängen und Kellerschächten.
  • Überflutungsschutz von Straßentunneln und unterirdischen Gleisanlagen
  • Warnsysteme an Unterführungen
  • Wassermangel in den Städten

Weniger Schneefälle im Winter. Dafür längere Vegetationsperioden, die zu einer höheren Verdunstung führen. Dadurch: weniger Grundwasser, aber mehr Niedrigwasser in Flüssen und Bächen.

  • Mehr Grundwasser durch mehr Versickerung von Regenwasser: Weniger Regenwasser soll in die Kanalisation abfließen. Außerdem: Mehr Regenwasser für mehr Bepflanzung nutzen. – Stichworte: „Schwammstadt“ und „blau-grüne Stadt“.
  • Regenwasser verstärkt als Brauchwasser nutzen. Ebenso „Grauwasser“ – also leicht verschmutztes Abwasser (z.B. Nutzung von Duschwasser für die Toilettenspülung).
  • Die Entnahme von Wasser besser steuern: Trinkwasserversorgung koordinieren. Dazu eine stärkere Vernetzung der kommunalen Anlagen zur Wasserversorgung und regionale Verbundsysteme zur Fernwasserversorgung.
  • Hitze und Dürreperioden in den Städten
  • Grünanlagen als „Klima-Komfort-Inseln“ – ein Netz an Grün- und Freiflächen schaffen. Dabei auf Pflanzen setzen, die Trockenheit vertragen. Außerdem für Frischluftschneisen und Schattenplätze sorgen.
  • Kühlungseffekte in Gebäuden – ideales Innenraumklima durch Architektur und Baumaterial: u.a. gezielte Verschattung, Dach- und Fassadenbegrünung.
  • Kraftwerke im Verbund koordinieren, um in kritischen Situationen Engpässe bei der Kühlwasserversorgung zu überbrücken.
  • Mehr Stromerzeugung durch erneuerbare Energien. Dazu mehr dezentrale Anlagen.

Die Studie macht deutlich: Deutschland muss von Siedlungen über Industrieanlagen bis zur Infrastruktur anders planen und bauen. Wie genau, dafür sind die regionalen und lokalen Klima-Risiken der entscheidende Faktor. Dass jetzt etwas passiert, dafür müssen Bund, Länder und Kommunen rasch die Weichen stellen, fordert Prof. Theo Schmitt von der RPTU Kaiserslautern.

Die Studie „Vom Starkregen-Management zur klimaresilienten Stadt“ wurde von der Initiative „Verantwortung Wasser und Umwelt“ in Auftrag gegeben. Gemeinsam mit der Initiative wird auch der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) bei der Studienpräsentation dabei sein.

Offener Brief von Hans-Eckardt Wenzel an die Mitarbeiter des Werk 2 in Leipzig

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Im Werk 2 in Leipzig fand im Januar 2024 ein ausverkauftes Konzert von Wenzel und seiner Band statt. Nach dem Auftritt erhielten die Musiker jedoch eine schriftliche Mitteilung von den Veranstaltern, dass sie zukünftig nicht mehr dort auftreten dürfen. In Reaktion darauf verfasste der Künstler Hans-Eckardt Wenzel einen offenen Brief an die Mitarbeiter des Werk 2 in Leipzig, der nachfolgend im original Wortlaut nachgelesen werden kann: 

Nach meinem letzten Konzert bei Euch habt Ihr beschlossen, einen weiteren Auftritt von mir zu untersagen. Im Klartext: ein Auftrittsverbot, weil (ich zitiere aus Eurem Schreiben) »die getroffenen Aussagen und vermeintlichen Scherze unserem (also Eurem) Selbstverständnis als Haus und soziokulturellen Zentrum konträr entgegenstehen und für uns (also für Euch) trotz allem Verständnis von Kunstfreiheit nicht akzeptabel sind«. Und da haben wir es auch schon: Eure Absage wäre keine Zensur, noch widerspreche sie der Kunstfreiheit. Mit diesen Taschenspielertricks konnte ich schon in der DDR meine Erfahrungen sammeln. Auch dort gab es keine offizielle Zensur, aber besorgte Bürger, die meine Auftritte zu verhindern wussten. Die Gründe, die Ihr für ein Verbot anführt, will ich kurz zitieren, in der von Euch gebrauchten Sprache.

1. »verfälschende Glorifizierung der DDR-Vergangenheit« (Was wisst Ihr über die DDR? Eigene Erfahrung? Oder das Spezialwissen der Zugereisten?)

2. »positiver relativierender Bezug zu Putin« (diese Sprachkonstruktion ist mir besonders ans Herz gewachsen, sie zeugt von intellektueller Schärfe! – Dass es diesen Präsidenten auf der real existierenden Erde gibt und dass man auch mit ihm reden muss, soll der Krieg beendet werden – ist das schon ein Vergehen?)

3. »über sensiblen Sprachgebrauch amüsiert« – also über das Gendern, Ihr fordert mich auf, »die Verwendung von rassistischen Wörtern und Sprachmustern zu überdenken« … (Der – offensichtlich auch rassistische – deutsche Rat für Rechtschreibung lehnt das Gendern ab. Aber ich verweise auch gerne auf meine Essays und Interviews, in denen Ihr andere Argumente finden könntet. Lesen bildet! Eine Sprache, die nicht mehr für die Poesie gebraucht werden kann, ist eine ideologische, eine bürokratische Sprache. So sehr Ihr dennoch daran hängen mögt, ist das schon ein Grund für ein Auftrittsverbot?)

4. »Eine Besucherin hat sogar unter Tränen die Halle verlassen.« Hatte sie vielleicht Liebeskummer? Vielleicht eine Depression? Vielleicht ist ihr jemand auf den Fuß getreten? Diese Dame wird zu Eurem Maßstab und nicht die 461 anderen Zuhörer. Sprecht Ihr für die, die zu Euch kommen? Sind die in Euren Augen dümmer als die eine Frau, die gegangen ist – und niemand weiß, warum? Müsst ihr die 461 schützen vor mir? Euch sei es »wichtig (…), dass sich ALLE Besucher:innen bei uns wohlfühlen. Die Vielzahl verstörender Äußerungen seitens Wenzel hat jedoch zum Gegenteil geführt«. Stellt Ihr Euch die Frage, warum die anderen 461 Zuschauer nicht gegangen sind und warum sie mehrere Zugaben verlangten? Und habt ihr vergessen, dass ich Ihnen am Ende dafür gedankt habe, dass sie es – im Unterschied zu Euch – ertragen konnten, Gedanken zu hören, die vielleicht nicht die Ihren sind, und dass wir eine Demokratie nur am Leben halten können, wenn wir diese Kunst des unideologischen Zuhörens wieder erlernen. Das habt Ihr nicht gehört, weil sich Eure Wahrnehmung auf Reizworte konzentriert. Und so fühltet Ihr Euch als moralische Avantgarde; zusammengekauert nach dem Konzert, aus Furcht, irgendwie mit uns in Verbindung gebracht zu werden, war nicht mal mehr ein »auf Wiedersehen« möglich. Nein, das hat Euch getroffen, nicht das Publikum, und auch, diesen Punkt Eurer Anklage will ich nicht verschweigen, dass ich Witze gemacht habe. Das Komische macht sich über falsche Gewissheiten und hohle Macht lustig. Wer sich nicht anzweifeln kann, versteht es nicht. Für den gibt es Comedians. Schließlich habe ich Witze gemacht:

5. »über die Gefahren der Coronapandemie und über nonbinäre Personen …«

Eure Gründe für mein Auftrittsverbot auflistend, kommt es mir vor, als würde ich das Inhaltsverzeichnis des »Handbuchs der Verschwörungstheorien« kopieren. Ich bin erschrocken, wie gut Ihr das schon gelernt habt, ohne genau hinzugucken, verbarrikadiert in Echokammern, die nun aus dem Netz in die Wirklichkeit übergehen, dass Ihr nur noch hören und denken könnt, was Reizworte in Euch auslösen, wie Algorithmen von Suchmaschinen oder Geheimdiensten, die nicht auf Zusammenhänge achten, auf Gestus oder Duktus, sondern nur auf das verteufelte Wort, das doch noch in der Kunst eindeutig zu sein habe, wie die Zahlen. Was bleibt übrig mit so einer Weltsicht, frage ich. Moralisch überheblich sucht Ihr in der Realität nach den Ausnahmen, die Eure Haltung so bestätigen, wie Ihr selbst es für richtig haltet. Könnt Ihr nur Euch selbst ertragen?

Ich schreibe Euch nicht deshalb so ausführlich, weil ich Hoffnung hätte, Eure Meinung zu ändern oder um mich über Euch zu erheben, ich schreibe deshalb so ausführlich, weil es mir die Gelegenheit gibt, über das tieferliegende Problem nachzudenken, es kenntlich zu machen für die anderen Fälle, die es schon gibt und die noch kommen werden – vor allem aber, weil ich diese Art von Banausentum nicht unwidersprochen hinnehmen will. Die Existenz und vor allem die gnoseologische Funktion der Künste stehen auf dem Spiel, und diese Gesellschaft ist gerade dabei, diesen kulturellen Schatz zu verspielen. Ihr spielt da mit! Ich schreibe es, weil ich Eure Haltung und meine Entgegnung genau deswegen öffentlich machen muss. Im Klartext natürlich, weil es nicht mehr anders geht: Diese um sich greifende selbstgefällige Arroganz ist moralisch offerierter Gesinnungsstalinismus. Mit einem einzigen Augenschlag, ohne tiefgreifende Analyse werden auf diese Weise Gedanken oder Kunstwerke kriminalisiert oder mit einem gesellschaftlichen Bann versehen. Habt ihr nie davon gehört, dass die Suche nach Wahrheit ein schmerzhafter Prozess ist? Nicht vergleichbar mit einem woken Wellnessprogramm? Wahrheit lebt von Provokation und Widerspruch, lebt vom Dialogischen, Fehler oder Irrwege eingeschlossen, Experimente jeglicher Art, denn die Dummheit erkennt man daran, dass der und die Dumme glauben, alles schon zu wissen. Ich möchte Euch warnen, weil es sein könnte, dass Ihr mit Eurem selbstgerechten Hochmut nicht für das einsteht, für das Ihr glaubt einzustehen: eine gerechtere Gesellschaft. Das, was Ihr befördert und herausfordert, ist der Dogmatismus eines geschlossenen Systems. Derweil stirbt die Erde vor unseren Augen und will uns nicht mehr ertragen, unser ökologisches Desaster; derweil krepieren Männer, Frauen, Söhne, Kinder und Soldaten in den Kriegen, die sich immer mehr vermehren, aber großen Gewinn bringen den Konzernen und Großmächten. Derweil erodiert die politische Kultur unseres Landes, geraten wir in Notstände, wenn wir nicht unsere Widersprüche friedlich lösen können. In meinem Konzert waren dies die Hauptthemen, nicht die Eurer Liste. Es geht darum, Kräfte zu entfesseln, dass wir zu unseren Erfahrungen stehen können, dem Liebeskummer und dem Weltschmerz, dass wir nicht verlernen, über die Dummheit zu lachen. Vielleicht kann ich Euch anregen, darüber nachzudenken und in anderen Fällen eine weisere Position einzunehmen.

Wenzel, Berlin im April 2024

hier geht es zum Originalbeitrag auf der Webseite des Künstlers: KLICK