Neue Dezernenten gewählt: Jenaer Stadtrat stimmt für die Vorschläge des Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche (links) und Bürgermeister Christian Gerlitz (rechts) gratulieren den neu gewählten Beigeordneten der Stadt Jena: (v.l.n r.) Dirk Lange, Kathleen Lützkendorf, Johannes Schleußner, Benjamin Koppe

Der Jenaer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 18.9.2024 die Dezernenten für die neue Legislaturperiode gewählt. In geheimer Wahl wurden die von Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche vorgeschlagenen Kandidaten bestätigt.

Nitzsche freut sich über die Ergebnisse. “Die gewählten Dezernenten bringen neue Erfahrungen mit, gleichermaßen aus Politik und Verwaltung, sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene. Ich bin überzeugt, dass unsere Zusammenarbeit außerdem von großem Vertrauen und Loyalität geprägt sein wird. Ich freue mich darauf, zukünftig mit einem größeren Team in der Stadtspitze die erfolgreiche Arbeit unserer Stadtverwaltung fortsetzen zu können.”

Die Abstimmungsergebnisse im Detail

Als Beigeordnete für das Dezernat für Soziales, Gesundheit, Klima und Zuwanderung wurde Kathleen Lützkendorf mit 27 Stimmen gewählt. Von 45 Stimmen waren 40 gültig und 5 ungültig. 13 Stimmen entfielen auf den zweiten Kandidaten Kai Bekos.

Als Beigeordneter für das Dezernat für Jugend, Bildung, Kultur und Sport wurde Johannes Schleußner mit 29 Stimmen gewählt. Von 45 Stimmen waren 43 gültig und 2 ungültig.

Als Beigeordneter für das Dezernat für Finanzen, Sicherheit und Bürgerdienste wurde Benjamin Koppe mit 37 Stimmen gewählt. Die 45 abgegebenen Stimmen waren alle gültig. Ihm wird zudem das Bürgermeister-Amt und damit die Rolle des ersten Stellvertreters für den Oberbürgermeister übertragen.

Als Beigeordneter für das Dezernat Stadtentwicklung und Umwelt wurde Dirk Lange mit 35 Stimmen gewählt. Die abgegebenen 45 Stimmen waren alle gültig. Er wurde als parteiloser Kandidat bestätigt.

Kathleen Lützkendorf und Johannes Schleußner werden jeweils zum 1.10.2024 ihr Amt antreten. Die Amtszeiten von Benjamin Koppe als zukünftiger Bürgermeister und Dezernent sowie von Dirk Lange beginnen in der Nachfolge von Christian Gerlitz am 01.02.2025. Bürgermeister Christian Gerlitz wird bis zu diesem Datum, mit dem er beruflich zur Ernst-Abbe-Stiftung wechseln wird, weiterhin neben dem Dezernat für Stadtentwicklung und Umwelt zusätzlich die Leitung des Dezernats für Finanzen, Sicherheit und Bürgerdienste innehaben.

Gebrochene Seelen: Das dunkle Erbe der DDR-Umerziehung

Teaser 1. Persönlich Sie nahmen mir alles, außer meine Angst. Corinna war erst 16, als sie Hilfe suchte und in der Hölle landete. Statt Unterstützung bekam sie Dunkelhaft, Gewalt und das Gefühl, wertloser "Dreck" zu sein. Wie ihr erging es Tausenden, deren Kindheit in den Spezialheimen der DDR systematisch zerstört wurde. Noch heute, Jahrzehnte später, wachen sie nachts schweißgebadet auf, verfolgt von den Schatten der Vergangenheit. Dies ist keine Geschichte aus einem Geschichtsbuch, sondern das offene, blutende Herz einer Generation, die lernen musste, dass Gehorsam wichtiger war als Liebe. Ihre Stimmen brechen nun das Schweigen. 2. Sachlich-Redaktionell Systematischer Drill statt pädagogischer Fürsorge. Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau war die Spitze eines repressiven Eisbergs. Rund 500.000 Kinder und Jugendliche durchliefen das Heim-System der DDR, doch in den Spezialheimen herrschte ein anderes Gesetz: Brechung der Persönlichkeit zur Erziehung eines "sozialistischen Menschen". Historiker und Zeitzeugen belegen mit erschütternden Dokumenten und Berichten, wie militärischer Drill, Zwangsarbeit und Isolationshaft als legitime Erziehungsmittel eingesetzt wurden. Ein analytischer Blick auf die Strukturen staatlicher Gewalt, die rechtlichen Grauzonen der Aufarbeitung und den langen Kampf der Opfer um Anerkennung und Entschädigung. 3. Analytisch und Atmosphärisch Kalte Mauern, eisiges Schweigen, verlorene Zeit. Wenn man die Ruinen der alten Werkhöfe betritt, spürt man sie noch: die beklemmende Enge der "Fuchsbauten", jener winzigen Zellen, die den Willen brechen sollten. Hier wurde Kindheit nicht gelebt, sondern exekutiert. Die Umerziehung in der DDR war mehr als Strenge; sie war eine psychologische Waffe, geschmiedet, um das Individuum im Kollektiv aufzulösen. Wir tauchen ein in die Psychogramme der Macht und der Ohnmacht, beleuchten die dunkle Pädagogik eines Staates, der Angst mit Respekt verwechselte, und zeichnen nach, wie sich das Trauma in die DNA der Betroffenen eingebrannt hat – ein Echo, das bis heute nachhallt.