Grundsteinlegung für neue Radsporthalle in Schwerin

Mit der feierlichen Grundsteinlegung für die neue Radsporthalle in Schwerin wurde heute ein bedeutendes Projekt für den Sportstandort Mecklenburg-Vorpommern gestartet. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hob in ihrer Ansprache die große Bedeutung dieses Vorhabens hervor und unterstrich die lange Tradition des Bahnradsports in der Landeshauptstadt. „Hier auf dem Bundesstützpunkt wird bald ein modernes Radsportzentrum entstehen. Wir stärken damit den Spitzensport im Land und sichern die Zukunft des Olympiastützpunktes Schwerin“, sagte die Regierungschefin.

Schwerin habe bereits zahlreiche Spitzenradsportlerinnen und -radsportler hervorgebracht, betonte Schwesig und erinnerte an Vorbilder wie den Olympiasieger und mehrfachen Weltmeister Stefan Nimke sowie die erfolgreiche Sprinterin Lea-Sophie Friedrich. Beide hätten durch ihre Leistungen den Bahnradsport aus Schwerin auf die internationale Bühne getragen.

Das Sportgymnasium Schwerin, das eng mit dem Bundesstützpunkt verknüpft ist, bezeichnete Schwesig als „Kinderstube für zukünftige Weltmeisterinnen und Weltmeister“. Mit der neuen Radsporthalle werde ein zentraler Schritt unternommen, um jungen Talenten optimale Bedingungen zu bieten und gleichzeitig ein Umfeld zu schaffen, das sie auch langfristig an den Standort bindet. „Unser Ziel ist es, dass Jugendliche, die hier ausgebildet werden, auch als erwachsene Spitzensportlerinnen und Spitzensportler in Schwerin bleiben“, so die Ministerpräsidentin.

Die finanzielle Dimension des Projekts verdeutlicht die gemeinsame Anstrengung von Bund, Land und Kommune. Insgesamt fließen rund 25 Millionen Euro in die neue Halle, wobei das Land Mecklenburg-Vorpommern etwa 16,5 Millionen Euro übernimmt. Der Bund steuert vier Millionen Euro bei, während die Landeshauptstadt Schwerin knapp 4,5 Millionen Euro beisteuert. Schwesig betonte: „Das ist gut investiertes Geld in die Zukunft des Sports. Denn erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler sind nicht nur Aushängeschilder für unser Land, sie inspirieren auch Kinder und Jugendliche, selbst aktiv zu werden.“

Die neue Radsporthalle soll jedoch nicht nur für den Spitzensport von Bedeutung sein. Schwesig wies darauf hin, dass die Halle auch als Trainingsstätte für den Breitensport dienen werde. „Sport ist eine Grundlage für Gesundheit, Gemeinschaft und persönliche Entwicklung. Mit dieser modernen Infrastruktur wollen wir allen, die Sport treiben möchten, bestmögliche Bedingungen bieten.“

Die neue Halle sei auch im nationalen Vergleich ein ambitioniertes Projekt, das Mecklenburg-Vorpommern als Sportland weiter profilieren werde. „Die Radsporthalle wird eine Perle für Schwerin und ein starkes Signal im Wettbewerb mit anderen Bundesländern“, zeigte sich Schwesig überzeugt.

Der Spatenstich markiert nicht nur den Beginn der Bauarbeiten, sondern steht symbolisch für die Kontinuität und Zukunft des Radsports in Schwerin. Mit modernster Ausstattung und einer ansprechenden Architektur wird die neue Halle ein Anziehungspunkt für Sportlerinnen und Sportler, Fans sowie die Schweriner Bevölkerung werden. Das Ziel ist klar: Hier sollen die nächsten Generationen von Weltmeistern und Olympiasiegern ihren Grundstein legen – auf einem Fundament, das in der traditionsreichen Sportstadt Schwerin verwurzelt ist.

Die Fertigstellung der Halle ist für 2026 geplant. Dann sollen sowohl Nachwuchstalente als auch erfahrene Profis die neuen Bahnen befahren und in Schwerin weiter an ihrer sportlichen Karriere feilen können.

Die Biermann-Ausbürgerung und der Beginn des offenen Widerstands in Jena

1. Teaser Profil Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Es war jener graue Novemberabend, an dem die Tagesschau in Schwarz-Weiß flimmerte und eine Nachricht in die Wohnzimmer trug, die wie ein physischer Schlag wirkte. In einer Jenaer Privatwohnung saßen zwei Dutzend junge Menschen, umgeben von Zigarettenrauch und klirrenden Teegläsern, und starrten ungläubig auf den Bildschirm. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war nicht nur ein Verwaltungsakt gegen einen Liedermacher; sie war für diese Generation in der DDR das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Die Reaktion ließ in der Universitätsstadt nicht lange auf sich warten. Einen Tag später, im „Klub der Intelligenz“, suchten viele nach Antworten. Der Saal war überfüllt mit jungen Gesichtern, die eigentlich wegen einer Lesung von Jurek Becker gekommen waren. Als dieser die Protestnote der Berliner Künstler verlas, brach sich das Unausgesprochene Bahn. Ein Raunen schwoll zu einer offenen Debatte an, die den Rahmen des Erlaubten sprengte. Doch der Geist war aus der Flasche. In der Evangelischen Jungen Gemeinde (JG) Stadtmitte gärte es weiter. Hier wurde nicht nur diskutiert, hier wurde gehandelt. Man schrieb den Offenen Brief der Künstler ab und sammelte Unterschriften. Die Antwort des Repressionsapparates folgte prompt und brutal in der Nacht zum 19. November. Doch statt Rückzug erzeugte die staatliche Härte eine Solidarisierungswelle, die quer durch die sozialen Schichten Jenas ging. 2. Teaser Seite Arne Petrich Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war für viele junge Menschen in Jena das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Im „Klub der Intelligenz“ eskalierte die Situation, als Jurek Becker statt nur aus seinen Büchern zu lesen, die politische Realität thematisierte. Die daraufhin einsetzende Repression der Stasi, verraten durch Spitzel in den eigenen Reihen, führte zu Verhaftungen in der Jungen Gemeinde. Doch das Kalkül der Macht ging nicht auf: Statt Angst herrschte plötzlich eine neue, praktische Solidarität. Matthias Domaschk und andere organisierten Hilfe, sammelten Geld und vernetzten sich über soziale Grenzen hinweg. Es entstand ein Riss zwischen Staat und Jugend, der sich bis 1989 nicht mehr schließen sollte. 3. Teaser Jenapolis Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich. Die Nachricht von der Ausbürgerung Wolf Biermanns löste in Jena eine Kettenreaktion aus, die vom „Klub der Intelligenz“ bis in die Junge Gemeinde reichte. Wo der Staat mit Härte und Verhaftungen reagierte, entstand unerwartet eine breite Solidaritätsbewegung. Historisch betrachtet markiert dieser November den Moment, in dem sich ein Riss auftat, der das Ende der DDR einläutete – der Beginn eines offenen Widerstands, der sich nicht mehr einschüchtern ließ.