Richtfest für multifunktionale Zweifeldsporthalle in Neue Neustadt in Magdeburg

Der Baufortschritt der neuen Zweifeldsporthalle in Neue Neustadt ist am 25. April mit einem Richtfest gefeiert worden. Für den Neubau am Standort des TuS 1860 Magdeburg-Neustadt nahm, nach rund 5 Monaten Bauzeit, Oberbürgermeisterin Borris gemeinsam mit Vertretenden der Landeshauptstadt das symbolische Einschlagen des letzten Nagels vor.

Nutzung durch Schulen und Vereine ab 2025 möglich
Nach rund 5 Monaten Bauzeit sind die Arbeiten an Rohbau und Dachstuhl weitestgehend abgeschlossen. Die Fertigstellung soll im 1. Quartal des Jahres 2025 erfolgen.

„Als Schulsporthalle für die Gemeinschaftsschule ‚Gottfried Wilhelm Leibniz‘ und als Erweiterung des Sportangebotes der IGS ‚Regine Hildebrandt‘ wird die Sportstätte dringend benötigt. Ich freue mich, dass wir seit dem Baustart im November nun bereits diesen Meilenstein gemeinsam feiern können. Dass wir dieses Projekt so schnell umsetzen können, verdanken wir vor allem auch dem Engagement aller am Bau Beteiligten“, sagte Oberbürgermeisterin Simone Borris im Rahmen ihrer Festansprache.

Nach einer europaweiten Ausschreibung der Bauleistungen hatte die Stadtverwaltung 2023 das regional ansässige Bieterkonsortium der Unternehmen Industriebau Wernigerode und Wilhelm Wallbrecht als Generalunternehmer beauftragt. Der städtische Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement übernahm die Bauherrenfunktion. Für die Realisierung des Projektes investiert Magdeburg einschließlich Planungskosten 7,23 Millionen Euro aus Eigenmitteln.

Meilenstein für den Sporthallenbau an der Zielitzer Straße
Bis zu 3 Schulklassen gleichzeitig können die Halle nach Fertigstellung im Frühjahr 2025 nutzen. Außerhalb der Schulzeiten ist eine Nutzung der Halle durch Sportvereine für den Trainings-, Wettkampf- und Punktspielbetrieb geplant. Mit der neuen Sporthalle werden sich die Bedingungen sowohl für den Schulsport als auch für den Breitensport im Stadtteil Neue Neustadt erheblich verbessern.

Das neue Gebäude wird eine frühere Sporthalle am Schulstandort in der Pablo-Neruda-Straße ersetzen. Diese musste wegen fehlender Betriebssicherheit abgerissen werden, was erhebliche Probleme bei der Aufrechterhaltung von Sportangeboten zur Folge hatte. Da auf dem Schulgelände keine Möglichkeit besteht, unter den gegebenen Platzverhältnissen eine weitere Sporthalle zu errichten, wird der Neubau zwischen der Klosterwuhne und der Zielitzer Straße auf einem bislang weitgehend ungenutzten Teil der Vereinssportstätte des TuS 1860 Magdeburg-Neustadt e.V. errichtet. Der Standort ist rund 700 Meter vom Schulstandort entfernt.

Funktionales und zeitgemäßes Gestaltungskonzept
Das neue Sporthallenbauwerk wird sich durch seine Gliederung und die Wahl des Materials in die bereits bestehende Umgebung baulich und zeitgemäß eingliedern Funktionsbau.

Die Halle wurde als Massivbau mit Stahlbetonbodenplatte und Stützen sowie Wänden aus Stahlbeton bzw. Kalksandsteinmauerwerk geplant. Durch die Fassadengestaltung wird sich der Bereich des Erdgeschosses als umlaufendes Band optisch abzeichnen und der Hallenkörper durch unterschiedliches Material darüber hinausragen.

Für das Dach der Sporthalle sind Brettschichtbinder im Abstand von 5,50 Metern vorgesehen, die Dachtragschale als gelochtes Trapezblech mit Warmdachaufbau. Das Dach erhält eine Photovoltaik-Anlage zur Deckung des Eigenstrombedarfs und eine extensive Dachbegrünung über dem Umkleidetrakt.

Der Eingang der Sporthalle wird auf der Ostseite des Gebäudes sein. An der Westseite ist ein zweiter Ausgang geplant, der gleichzeitig Notausgang und unmittelbarer Zugang für Vereinsverantwortliche sein wird.

Für die Raumaufteilung bei einer Hallengröße von mehr als 1.200 Quadratmetern sind…

  • ein 150 Quadratmeter großer Mehrzweckraum
  • 6 – darunter 2 barrierefreie –Umkleideräume
  • 2 Lehrer- und 3 Trainerumkleideräume
  • 4 Geräteräume
  • eine Zuschauergalerie

vorgesehen. Vom Foyer aus werden alle Funktionsbereiche direkt erreicht sein. Über einen Flur, durch den auch die Umkleiden zu erreichen sind, lassen sich nach Fertigstellung die 3 Hallenteile separat erschließen.

Der geplante Zuschauerbereich ist zweigeteilt. Auf der Galerie sind zwei Sitzreihen mit insgesamt 140 Plätzen vorgesehen. Im Erdgeschoss können auf der Ostseite hinter einem Ballfangnetz bei Bedarf weitere ebenerdige Zuschauerplätze eingerichtet.

Titelbild: Stadtverwaltung Magdeburg

Die Biermann-Ausbürgerung und der Beginn des offenen Widerstands in Jena

1. Teaser Profil Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Es war jener graue Novemberabend, an dem die Tagesschau in Schwarz-Weiß flimmerte und eine Nachricht in die Wohnzimmer trug, die wie ein physischer Schlag wirkte. In einer Jenaer Privatwohnung saßen zwei Dutzend junge Menschen, umgeben von Zigarettenrauch und klirrenden Teegläsern, und starrten ungläubig auf den Bildschirm. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war nicht nur ein Verwaltungsakt gegen einen Liedermacher; sie war für diese Generation in der DDR das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Die Reaktion ließ in der Universitätsstadt nicht lange auf sich warten. Einen Tag später, im „Klub der Intelligenz“, suchten viele nach Antworten. Der Saal war überfüllt mit jungen Gesichtern, die eigentlich wegen einer Lesung von Jurek Becker gekommen waren. Als dieser die Protestnote der Berliner Künstler verlas, brach sich das Unausgesprochene Bahn. Ein Raunen schwoll zu einer offenen Debatte an, die den Rahmen des Erlaubten sprengte. Doch der Geist war aus der Flasche. In der Evangelischen Jungen Gemeinde (JG) Stadtmitte gärte es weiter. Hier wurde nicht nur diskutiert, hier wurde gehandelt. Man schrieb den Offenen Brief der Künstler ab und sammelte Unterschriften. Die Antwort des Repressionsapparates folgte prompt und brutal in der Nacht zum 19. November. Doch statt Rückzug erzeugte die staatliche Härte eine Solidarisierungswelle, die quer durch die sozialen Schichten Jenas ging. 2. Teaser Seite Arne Petrich Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich und markierte den Punkt ohne Wiederkehr. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns war für viele junge Menschen in Jena das endgültige Signal, dass der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" eine Illusion bleiben würde. Im „Klub der Intelligenz“ eskalierte die Situation, als Jurek Becker statt nur aus seinen Büchern zu lesen, die politische Realität thematisierte. Die daraufhin einsetzende Repression der Stasi, verraten durch Spitzel in den eigenen Reihen, führte zu Verhaftungen in der Jungen Gemeinde. Doch das Kalkül der Macht ging nicht auf: Statt Angst herrschte plötzlich eine neue, praktische Solidarität. Matthias Domaschk und andere organisierten Hilfe, sammelten Geld und vernetzten sich über soziale Grenzen hinweg. Es entstand ein Riss zwischen Staat und Jugend, der sich bis 1989 nicht mehr schließen sollte. 3. Teaser Jenapolis Ein einziger Abend im November 1976 veränderte das politische Klima einer ganzen Stadt unwiderruflich. Die Nachricht von der Ausbürgerung Wolf Biermanns löste in Jena eine Kettenreaktion aus, die vom „Klub der Intelligenz“ bis in die Junge Gemeinde reichte. Wo der Staat mit Härte und Verhaftungen reagierte, entstand unerwartet eine breite Solidaritätsbewegung. Historisch betrachtet markiert dieser November den Moment, in dem sich ein Riss auftat, der das Ende der DDR einläutete – der Beginn eines offenen Widerstands, der sich nicht mehr einschüchtern ließ.