Walter-Dexel-Preis wird in Jena erstmals vergeben

Jena. In einem ausführlichen Diskussionsprozess von Verwaltung und Politik wurden im letzten Jahr die Vergabekriterien für das Walter-Dexel-Stipendium, das seit 1997 besonders regionale Künstler:innen würdigt, überprüft und präzisiert.

Dabei ergaben sich folgende Profilschärfungen:

1. Die Würdigung regionaler Kunst- und Kulturschaffender schließt eine Lücke in der Förderkulisse und soll deshalb unbedingt fortgesetzt werden. Dazu bekennt sich die Stadt Jena.

2. Das Walter-Dexel-Stipendium heißt künftig und viel treffender Walter-Dexel-Preis. Er besteht in einer Einmalzahlung, ist also – und das im Grunde von jeher – kein Stipendium.

3. Der Walter-Dexel-Preis wird künftig alle zwei Jahre vergeben und dient der
Unterstützung vorzugsweise jüngerer Künstler:innen (bis 45 Jahre), die sich durch die eigene künstlerische Tätigkeit nachhaltig, d.h. mindestens 3 Jahre, um die Entwicklung des künstlerisch-kulturellen Lebens Jenas verdient gemacht haben und mit einem professionellen künstlerischem Anspruch arbeiten, so überregionale Wirkung erzielen und auch nationalem Vergleich standhalten.

4. Der Walter-Dexel-Preis kann in allen künstlerischen Genres vergeben werden, beispielsweise Literatur, bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz, Architektur, neue Medien, Design, Fotografie, Film. Das Genre sollte in der Regel wechseln.

5. Die Jury besteht künftig aus:

  • Oberbürgermeister:in / Kulturdezernent:in der Stadt Jena
  • Vorsitzende:r des Kulturausschusses des Jenaer Stadtrates
  • Werkleiter:in des Eigenbetriebes JenaKultur
  • vormalige:r Preisträger:in
  • und – fakultativ – zuätzlich ein:e jeweils wechselnde:r externe:r Kultur- und Kunstexpert:in, die Oberbürgermeister:in bestellt.

6. Die Jury kann selbst Vorschläge unterbreiten.

7. Vorschläge sind aber auch aus der Öffentlichkeit möglich.

Die erste Vergabe soll noch 2024 erfolgen. Und die schriftlich zu begründenden Vorschläge von mindestens einer Seite Umfang (bis maximal drei) sollen bis 17. Juni 2024, also bis kurz vor dem Beginn der Sommerferien, an JenaKultur eingereicht sein, entweder auf dem Postweg (JenaKultur, Knebelstraße 10, 07743 Jena) oder auch per E-Mail an jenakulltur@jena.de

Und noch ein Hinweis: Mit der Goldenen Kulturkarte können künftig, beginnend 2025, vor allem Lebensleistungen eine:r/s Künstler:in, Kulturschaffende:n, „Kulturermöglicher:in“ gewürdigt werden, die/der in und für die Stadt Jena lebt und gewirkt haben muss. Die Entscheidung über die Vergabe der Goldenen Kulturcard erfolgt durch den Werkausschuss von Jenakultur, wobei sich dieser vom Kulturausschuss beraten werden soll.

Sie wird befristet für zwei Jahre vergeben und danach symbolisch weiter gereicht. Sie ermöglicht kostenfreien Eintritt zu folgenden JenaKultur-Veranstaltungsformaten: Konzerte, Lesungen, Ausstellungen.
Die exakte Formulierung der dann dafür gültigen Grundsätze erfolgt bis Anfang 2025 und wird wiederum rechtzeitig bekannt gegeben, da auch hier Vorschläge aus der Öffentlichkeit möglich sein sollen.
Zunächst werden – wie gesagt – bis  zum 17. Juni Vorschläge für den ersten Walter-Dexel-Preis erbeten!

Hier finden Sie weitere Informationen.

Egon Krenz und die Legende vom verratenen Staat

MASTER-PROMPT HOOK - Profil Egon Krenz und die Deutung der Geschichte Ein älterer Herr im dunklen Anzug tritt ans Mikrofon, die Hände fest am Pult, der Blick fest in den Saal gerichtet, wo Menschen sitzen, die auf ein bestätigendes Wort warten. Er spricht von 1989, von Entscheidungen im Zentralkomitee und von einer Ordnung, die seiner Meinung nach nicht von innen zerbrach, sondern von außen zerstört wurde. MASTER-PROMPT Teaser JP (Reflective) Erinnerung an den Herbst 1989 Wenn ich die Stimme von Egon Krenz heute höre, vermischen sich die Bilder des aktuellen Auftritts mit den verblassten Fernsehaufnahmen jenes Abends im November vor vielen Jahren. Damals herrschte eine Ungewissheit, die sich in den Gesichtern meiner Eltern spiegelte, während auf dem Bildschirm Weltgeschichte geschrieben wurde. Egon Krenz spricht auf dem "Nationalen Denkfest" über seine Sicht auf die Wende, verteidigt die Rolle der Sicherheitsorgane und zieht Parallelen zur heutigen Russlandpolitik, die mich irritieren. Für mich klingt das nicht nach der Befreiung, die ich damals als Kind in der Euphorie der Erwachsenen zu spüren glaubte. MASTER-PROMPT Teaser Coolis (Neutral) Egon Krenz äußert sich zur DDR-Geschichte Der ehemalige SED-Generalsekretär Egon Krenz hat auf dem "Nationalen Denkfest" eine Rede zur Geschichte der DDR und den Ereignissen von 1989 gehalten. Vor dem Publikum verteidigte er die politischen Entscheidungen der damaligen Führung und wies die Verantwortung für den Zusammenbruch des Staates externen Faktoren zu. Krenz thematisierte in seinem Vortrag auch den aktuellen Konflikt in der Ukraine und kritisierte die Rolle der NATO, wobei er für eine Annäherung an Russland plädierte. Er betonte die seiner Ansicht nach friedenssichernde Funktion der DDR-Sicherheitskräfte während der friedlichen Revolution im November 1989.