Zukunft ohne Bürger in Jena – So geht das nicht weiter!

Eigentlich kann Jena froh sein, solche klugen, aufgeklärten, wissbegierigen und zivilgesellschaftlich interessierten Bürger zu haben. Ja, regelrecht stolz sollte Jena darauf sein! Sind sie aber nicht. In den letzten Monaten hatte ich soviel Termine mit Bürgern und Bürgerinitiativen, teilweise in Gründung, daß es mir schon wieder Angst und Bange wurde, wie man diese vernetzen könne. Die Ansprüche an die Stadt haben sich dabei nicht verändert. Sie sind sogar weiter gewachsen. Aber auch die Tonlage wird härter. Aber ist das ein Wunder?

Sicherlich, man kann unbescholten in seiner Blase leben, ohne sich über irgendwas aufregen zu müssen oder einfach auch alleine kämpfen. Jedoch geht sowas immer nur eine Weile gut, bis man merkt: Vielleicht gibt es ja auch noch andere Bürger, denen es genauso geht? Oder vielleicht ist einem einfach nur die Stadt wichtig und ihre weitere Entwicklung. Vernetzt sind ja mittlerweile irgendwie alle, irgendwie. Aber das eben meistens dann doch nur digital. Die Bürgerbeteiligungen, die die Stadt aufruft sind wichtig, haben aber eher immer einen Vorzeigecharakter um sich gut abrechnen zu lassen. Sowohl politisch, als auch fördertechnisch. Das ist kein Vorwurf, sondern zeigt einfach auch auf wie schwierig es geworden ist, eine vernünftigen Kommunikation in die Stadt zu entwickeln. Aus der Stadt heraus perfektioniert man sich weiter, immerhin sitzen dort auch die Förderwilligen oder andere potentielle Investoren oder Institutionen.

Das Bürger an Bürgerbeteiligung Interesse haben, sah man letztens erst wieder sehr gut am 7.9.2022 zur Vorstellung des Klimaaktionsplanes im Jenaer Rathaus. Das auch dies eher als eine Informationsveranstaltung gedacht war, wurde auch dort sehr schnell zur Gewissheit. Der Oberbürgermeister der Stadt Jena, Thomas Nitzsche, kam gar nicht erst. Auch kann man leider die Veranstaltung nicht als Beginn einer Debatte in der Stadt mit Bürgern sehen, sondern eher als eine Posse, auch wenn es sicherlich ernster gemeint war, als ich es jetzt hier beschreiben möchte. Dies ist meine ganz persönliche Wahrnehmung durch Gespräche mit Teilnehmern der Veranstaltung. Zum geplanten Klima-Paket werde ich noch viel ausführlicher berichten.

Ich möchte hier und jetzt erstmal nur eine Frage stellen! Weshalb werden solche Veranstaltungen nicht aufgezeichnet, um sie dann später allen interessierten Bürgern zur Verfügung zu stellen? Die vorgestellte Präsentation ist bis heute nicht online verfügbar. Jetzt unterstelle ich einfach mal kein ernsthaftes Interesse an der Beteiligung von Bürgern in der Stadt Jena. Sonst wäre dies das Normalste der Welt in Zeiten von Digitalisierung und einer Bewerbung für das „Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation“, wobei ja eigentlich die Bürger eine ganz zentrale Rolle spielen sollen.

Zur Vernetzung von Bürgerinitiativen gehört auch ausreichend Bürgerbeteiligung. Wenn diese nicht ausreichend stattfindet, muß sdiese eben eingefordert werden. Wer sich mit Gedanken rumschlägt eine Initiative zu gründen oder bei einer bestehenden mit zu machen, kann sich gerne melden unter coolisono@gmail.com. Aber auch wer spannende Themen hat, die in die Öffentlichkeit sollten, ist bei uns gerne gesehen. Es geht immer um die Zukunft Jenas, aber auch der Region. Deswegen heißt unsere neuer Slogan auch Zukunft.Einfach.Mitmachen! Es muß für jeden einfach möglich sein, sich zu beteiligen oder einfach nur an die notwendigen Informationen zu gelangen, um mitmachen zu können! Und nur darum sollte es gehen! Erstmal mal jedenfalls!