Rund 7 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft

Vorverkauf läuft bundesweit auf Hochtouren, Politik und Branche betonen Chancen und Herausforderungen für den ÖPNV

Deutschland /Berlin. Die Nachfrage nach dem 9-Euro-Ticket ist hoch. Seit den ersten regionalen Verkaufsstarts am 20. bzw. 23. Mai sind bis heute bundesweit bereits rund 7 Millionen Tickets über die Apps, Ticketshops, Automaten und Kundencenter der Verkehrsunternehmen und Verbünde verkauft worden. Seit gestern ist zudem die ergänzende 9-Euro-Ticket-App in den App-Stores gelistet. In einem gemeinsamen Pressegespräch formulierten Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, die Bremer Verkehrssenatorin und Vorsitzende der Verkehrsminister*innen-Konferenz Dr. Maike Schaefer und Spitzenvertreter des Branchenverbands VDV heute ihre gemeinsamen Erwartungen für den morgen beginnenden, dreimonatigen Aktionszeitraum des 9-Euro-Tickets.

Die verantwortlichen Akteure aus Politik und Branche betonten dabei die Chancen dieser einzigartigen Aktion für den ÖPNV in Deutschland. Bundesverkehrsminister Wissing: „Ich freue mich sehr, dass Bund, Länder und Branche es gemeinsam geschafft haben, dieses Mammutprojekt in so kurzer Zeit umzusetzen. Darauf können wir stolz sein. In einer wirklichen Krise haben wir etwas auf den Weg gebracht, das den Menschen konkret hilft, Energie einspart, und zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Außerdem versprechen wir uns von dem 9-Euro-Ticket zusätzliche Fahrgäste, die dauerhaft umsteigen und den ÖPNV stärken. Ich bin fest davon überzeugt, dass das ein hervorragendes Angebot ist, um Menschen vom ÖPNV zu begeistern, ohne dass wir Verzicht einfordern. Wir werden die drei Monate jetzt genau auswerten, um den ÖPNV langfristig noch besser an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen und damit attraktiver zu machen.“ Die VMK-Vorsitzende Maike Schaefer ergänzt: „Das 9-Euro-Ticket ist an hohe Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger geknüpft und bietet dem ÖPNV eine tolle Chance, sich als attraktives Verkehrsmittel zu präsentieren.“

VDV-Präsident Ingo Wortmann sieht die Branche so gut wie möglich auf den morgigen Start vorbereitet: „Wir arbeiten seit Wochen an der rechtzeitigen Umstellung unserer Vertriebssysteme und an einer umfassenden Kundenformation. Die aktuell sehr hohe Nachfrage nach dem Ticket wundert uns daher nicht, denn wir informieren und verkaufen auf allen Kanälen. Das Ticket ist zudem einzigartig günstig, bundesweit gültig und damit sehr attraktiv für die Fahrgäste. Allerdings wissen wir aufgrund der aktuellen Verkaufszahlen noch nicht, wie viele Menschen das Ticket ab morgen wie oft nutzen werden. Wir werden trotzdem alles auf die Straßen und Schienen bringen was fahren kann, um die Fahrgäste bestmöglich zu befördern. Denn wir wollen möglichst viele Kundinnen und Kunden von der Leistungsfähigkeit des ÖPNV überzeugen.“

Eine realistische Erwartungshaltung ans ÖPNV-System ist wichtig

Trotz aller Vorbereitungen ist den Verantwortlichen klar, dass es in den kommenden drei Monaten aufgrund der steigenden Nachfrage hier und da zu sehr vollen Zügen, Bussen oder Bahnen kommen kann. Vor allem auf den Verbindungen zu touristischen Zielen ist mit deutlich mehr Fahrgästen zu rechnen. „Das deutsche ÖPNV-System ist sehr leistungsfähig. Aber es wird im Juni, Juli und August Strecken geben, auf denen es richtig voll wird. Denn auch wenn das 9-Euro-Ticket eigentlich nicht als touristisches Angebot gedacht war, sondern als Entlastung für die Menschen aufgrund der gestiegenen Energiepreise, werden viele Fahrgäste damit in den Sommermonaten zu Ausflugs- und Urlaubszielen fahren. Es ist daher wichtig, dass alle Beteiligten in solchen Fällen mit der richtigen Erwartungshaltung an die Bus- und Bahnnutzung herangehen. Wir können nur dafür sensibilisieren, bei Fahrten zu beliebten Ausflugszielen möglichst flexibel zu planen, eher mit weniger Gepäck und lieber ohne Fahrrad zu reisen“, so der VDV-Präsident.

Darüber hinaus müsse allen Fahrgästen klar sein, dass diese drei Monate ein einmaliges Angebot seien, ab September gelten dann wieder die regulären Ticketpreise und Rahmenbedingungen. Denn eigentlich, so Wortmann, sei der ÖPNV in Deutschland aufgrund gestiegener Kosten und notwendiger Angebotsausweitungen nicht nur auf ausreichend öffentliche Mittel, sondern dringend auch auf die Fahrgeldeinnahmen angewiesen. Auch Maike Schaefer erklärt, dass der öffentliche Nahverkehr grundsätzlich mehr Finanzmittel benötigt: „Ich betone erneut, dass bereits ab 2022 die Regionalisierungsmittel dringend erhöht werden müssen, um dauerhaft mehr Fahrgäste im ÖPNV befördern zu können.“

App und Infoseiten rund ums 9-Euro-Ticket

Im Rahmen des 9-Euro-Tickets haben Bund und Länder den VDV unter anderem mit der Umsetzung einer bundesweiten Ticket-App und einer Informationskampagne beauftragt. Diese Angebote richten sich in erster Linie an solche Neukundinnen und Neukunden, die noch keinen Kontakt zu ihrem Verkehrsunternehmen oder Verbund vor Ort hatten und nicht wissen wo sie sich zum 9-Euro-Ticket informieren oder dieses kaufen können. Zudem gibt es bundesweit auch einige Regionen in denen bislang keine digitalen ÖPNV-Tickets angeboten werden. „Für diese Zielgruppe haben wir in kürzester Zeit und koordiniert über den VDV die Informationskampagne #besserweiter sowie eine 9-Euro-Ticket-App umgesetzt. Unter ticket.besserweiter.de gibt es dazu sehr umfangreiche Informationen für Kundinnen und Kunden. Und in den App-Stores gibt es seit gestern die 9-Euro-Ticket-App zum Download. Letztere haben wir in enger Zusammenarbeit mit Mobility Inside und DB Vertrieb umgesetzt. Das ist ein gewisser Stolzmoment für die Branche, denn wir haben bewiesen, dass wir Digitalisierungsprojekte auch übergreifend und gemeinsam kurzfristig umsetzen können, wenn die Rahmenbedingungen dafür vorhanden sind“, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff abschließend.

Weitere Infos zum 9-Euro-Ticket gibt es unter ticket.besserweiter.de.

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